
Ich war gerade mit meiner Spätschicht in Dans Bar fertig und schritt die dunklen, menschenleeren Straßen entlang. Der Heimweg dauerte zum Glück nur ein paar Minuten, denn ich war einfach nur müde und wollte ins Bett.
Der Wecker würde mich morgen früh genug wieder aus meinem Schlaf reißen.
Auf einmal wurde die Stille der Nacht von quietschenden Reifen durchbrochen. Ich drehte mich um und sah wie ein schwarzer Escalade um die Kurve gerast kam. Er hielt, zu meinem Überraschen, genau neben mir. Erschrocken sah ich in die verdunkelten Scheiben, versuchte jemanden dahinter zu erkennen, als auch schon die Türen aufgerissen wurden und zwei maskierte Männer ausstiegen und auf mich zu gerannt zukamen.
Ich war starr vor Schreck, konnte mich kein Stück mehr rühren. Mein Kopf schrie ‚lauf‘, aber meine Beine gehorchten einfach nicht.
Noch bevor ich irgendwie reagieren konnte, waren sie bei mir und hielten mich fest. Als einer der beiden mir meine Arme hinter dem Rücken verkreuzte, schrie ich endlich auf.
Vor Angst, vor Schmerz, vor Verzweiflung, vor Befreiung….
Ich wusste es nicht!
Doch ehe jemand auf meine Schreie reagieren konnte, wurde mir ein Tuch vor mein Gesicht gehalten. Ich versuchte noch, dass atmen zu unterdrücken, aber den Dämpfen des Chloroforms, welches mir in der Nase brannte, konnte ich nicht entkommen.
Ich hörte noch ein arrogantes und überhebliches Lachen, dann wurde alles schwarz.
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Ich merkte ein Ruckeln unter mir. Hatten wir ein Erdbeben? Aufgewühlt versuchte ich meine Augen zu öffnen, aber es ging nicht. Irgendetwas lag auf meinen Augen, was sie daran hinderte, aber was?
„Ich glaube sie kommt wieder zu sich!“ Die Stimme war dunkel und hatte einen französischen Akzent. Und ich war mir sicher, ich hatte sie noch nie zuvor gehört.
Umgehend war ich bei mir. Wo bitte war ich? Und wer war der Kerl?
Da fiel mir der Escalade wieder ein, der neben mir gehalten hatte. Oh mein Gott, man hatte mich doch wohl nicht entführt? Ich hatte doch nichts. Rein gar nichts.
Angst fuhr mir in alle Glieder, kalter Schweiß brach mir aus allen Poren und ich hätte am liebsten geschrien und wäre weglaufen. Aber es ging nicht.
Ich konnte mich weder bewegen, noch meinen Mund öffnen. Man hatte mich geknebelt und gefesselt.
Das musste ein Alptraum sein!
„Schön, wird auch Zeit das sie endlich wach wird. Wir sind gleich da und Carlisle will sie sich genauer ansehen. Da muss sie bei vollem Bewusstsein sein,“ ertönte eine zweite, mir ebenfalls unbekannte Stimme.
Carlisle? Diesen Namen sagte mir gar nix. Mein Magen war ein einziger Klumpen, der sich immer mehr zusammen zog und mir ein Gefühl der Übelkeit bescherte.
„Sie ist echt süß. Ich kann verstehen, warum Carlisle sie ausgesucht hat!“ hörte ich dann wieder die Stimme mit dem französischen Akzent. „Ja, wir werden noch unseren Spaß mit ihr haben!“
Das gehörte ließ mir das Blut in den Adern erfrieren! Was bitte hatten die nur mit mir vor?
Mein ganzer Körper wurde von einem Zittern ergriffen und ich merkte wie meine Augen feucht wurden. Einzelne Tränen suchten sich ihren Weg über meine eiskalte, klamme Haut.
Hatte ich nicht schon genug durchgemacht? Hatte mein Herz nicht schon genug Leid und Trauer erfahren, musste ich jetzt auch noch diesen zwei Perversen in die Hand fallen? Die würden mich doch bestimmt vergewaltigen und dann umbringen.
So was sah man doch täglich im Fernsehen.
Wobei, vielleicht wäre der Tod endlich meine Erlösung von dem ganzen Scheiß!
Ein richtiges Leben hatte ich ja schon lange nicht mehr.
Mit einem Ruck blieb das Auto stehen und ich hörte, wie vorne beide Autotüren geöffnet wurden, dann merkte ich, wie beide ausstiegen. Kurz darauf wurde auch die Hintertür geöffnet.
„Showtime Baby!“ Es war der Mann mit dem französischen Akzent. Er griff nach mir und zog mich von der Rückbank, dann schmiss mich regelrecht über seine Schultern und trug mich.
Mein Körper zitterte immer noch und aus meiner Kehle kamen leise Schluchzgeräusche. Aber ob der Kerl das wahrnahm wusste ich nicht, es war mir auch egal. Wahrscheinlich machte ihn das sogar noch an!
Ich wollte nur noch heim und endlich aufwachen!
Ich hörte den anderen der beiden Männer mit einem dritten Mann reden und dann wurde eine Tür geöffnet und man hörte Musik und viele Stimmen. Wir schritten in ein Haus, denn die Schritte hallten auf einmal von den Wänden wieder. Während sie gingen, redeten keiner auch nur ein Wort.
Wo bitte waren wir?
Nach einer gefühlten Ewigkeit blieben wir stehen und es klopfte jemand. Scheinbar standen wir vor einer Tür. Es dauerte keine Sekunde, als ein lautes „Herein“ zu hören war.
Die Tür wurde geräuschvoll geöffnet und man brachte mich hinein.
„Da seid ihr ja endlich!“
Diese Stimme war so schneidend kalt, wie ein Peitschhieb, dass mir sofort ein Schauer über den Rücken lief. Von allen Stimmen, war mir diese am unangenehmsten. Man hörte, dass sie einem skrupellosen Monster gehören musste.
„Lass dich mal ansehen,“ sagte er, während der Franzose mich absetzte. Schlottern und schluchzend stand ich da und spürte, dass dieser Mensch, dieses Monster mir näher kam. Näher als mir lieb war und alles in meinem Körper war in Alarmbereitschaft.
Als ob mein Instinkt intuitiv auf einen Angriff reagieren würde. Aber ich wusste immer noch nicht, was für einen Angriff?
Genau in diesem Moment wurde mir die Augenbinde abgenommen. Die Helligkeit tat mir in den Augen weh und ich musste einige Male blinzeln, bevor sie sich an das Licht gewöhnt hatten.
Ich erschrak, als ich bemerkte, wie nahe er stand.
Er war ein gutaussehender, großer Mann in einem schwarzen Maßanzug und den passenden schwarzen Schuhen. Das Seidenhemd sah ebenfalls sehr edel aus. Ebenso die Uhr. Er schien sehr reich und dekadent zu sein.
Er hatte die blonde Haaren streng nach hinten gegelt und seine blauen Augen blitzen mir kalt und zugleich gefühllos entgegen. Man konnte förmlich seine dunkle Seele sehen.
Ein anzügliches Lächeln lag auf seinen Lippen, als er sich zu mir runterbeugte und den Reisverschluss seiner Hose öffnete.
„Dann zeig mal was du so kannst Kleines!“
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