Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 19. Februar 2010

Kapitel 2

Bella PoV




Das schrille Piepsen meines verhassten Weckers riss mich aus meinem Schlaf, aus meiner ganz privaten Welt, aus meinem Refugium wo mich die grausame Realität nicht einholen konnte. Selbst wenn ich nichts träumte fand meine geschundene Seele ein wenig Ruhe. Manchmal hatte ich das Gefühl ich könnte ewig schlafen.

Aber sobald ich die Augen öffnete, brach die ganze harte Wirklichkeit wieder über mich hinein. Mein leeres Dasein. Ich atmete noch einmal tief ein und wappnete mich für meinen täglich Fight. Ich sollte nicht so undankbar sein, es gab einen Haufen Menschen auf der Welt, denen es noch viel schlechter ging als mir. Motiviert mit diesem Gedanken sprang ich aus meinem Bett auf den kalten Fußboden.

Nach der Dusche genehmigte ich mir noch einen Kaffee, der endgültig meine letzten schlafenden Lebensgeister weckte. So gestärkt trat ich den relativ kurzen Weg zum Campus an.

Es war ein sehr schöner Tag, die Sonne strahlte sogar noch etwas Wärme ab. Genießerisch hob ich mein Gesicht gen Sonne, mmh das tat gut. Als ich die Augen wieder öffnete sah ich Angela auf mich zu kommen, eine meiner ehemaligen Freundinnen. Sie blickte in meine Richtung, und winkte. Verblüfft blieb ich stehen, sie hatte sogar ein Lächeln im Gesicht. Hatte Angela vor mit mir zu sprechen? Vielleicht sich mit mir zu verabreden? Mein Gehirn schien sich schon alle möglichen Versöhnungsszenarien aus zu denken und erschrocken stellte ich fest, dass ich ihr sofort verzeihen würde.

Gleichzeitig schalt ich mich eine Närrin. Würde ich diese ganzen Demütigungen sofort vergessen, nur damit ich wieder sozialen Anschluss fand? Mein Gott, ich war wohl wirklich ganz unten angekommen.

Ich hob meinen Arm und winkte zurück. Sie war ungefähr nur noch drei Meter entfernt, schon öffnete ich meinen Mund um sie zu begrüßen doch Angela rauschte geradewegs an mir vorbei, rempelte mich sogar noch an und fiel Shelby in die Arme, die hinter mir stand. Die zwei begrüßten sich herzlich und mein Herz bekam noch ein paar Risse mehr. Sie hatte gar nicht mich gemeint. Hatte ich das denn auch ernsthaft geglaubt?

Ich war wohl der letzte Dreck und diese netten Herrschaften sorgten mit solchen Aktionen dafür, bewusst oder unbewusst, dass ich das nie vergessen würde. Ich kannte meinen Platz, meinen Platz am Ende der Schlange.

Ich riss meinen Blick wutentbrannt von den zwei Mädchen weg und stolperte blindlings um die Ecke in Richtung Hörsaal. Dann spürte ich nur noch wie ich mit etwas hartem kollidierte und mein Gleichgewicht verlor. Die Bücher segelten durch die Luft und meine wenigen losen Notizen, die ich in den letzten Wochen zusammengetragen hatte, verschönerten sogleich den Campusboden.

„Es tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen!“ tönte ein sanfte Stimme. Ich blickte starr zu Boden und fing an meine Bücher aufzusammeln. „Das bin ich gewohnt, mach dir keine Gedanken und geh einfach!“ Da sprühte ich, wie sich jemand vor mich hinhockte.

“Warte ich helfe dir.“

Ok, dass war ich jetzt nicht mehr gewohnt und verwirrt hob ich den Blick und was meine Augen sahen, verschlug mir den Atem. Ich blickte geradewegs in stahlblaue Augen. Verlegen räusperte ich mich und blickte schnell wieder weg. „

„Ähm, das ist schon in Ordnung, ich sammel das nur noch schnell auf, du brauchst mir nicht zu helfen.“

Ich schnappte mir ein Fachbuch, da ergriffen seine Hände die meinen. Beinahe hätte ich zurück gezuckt, solange war es her, dass mich jemand berührt hatte, ich war es einfach nicht mehr gewohnt. „

„Aber ich bestehe darauf, schließlich habe ich dieses Unglück verursacht.“

Ich konnte nicht widerstehen und hob den Blick. Er war sehr, wirklich sehr attraktiv und ich hatte ihn noch nie zuvor auf dem Campus gesehen. Sein perfektes ebenmäßiges Gesicht wurde von welligem blonden Haar umrahmt. Schließlich stand ich auf und entzog mich so seinem Griff. „

„Tja dann, äh, danke,“ stammelte ich wie der erste Mensch.

Während der schöne Unbekannte sich aufmachte, um den Rest einzusammeln, beobachtete ich ihn. Wie groß war er eigentlich? 2 Meter? Ich versuchte mich daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal mit einem Kommilitonen gesprochen hatte, wann einer das letzte Mal so freundlich zu mir war. Ich wusste es schon gar nicht mehr.

Es war mir gerade auch ziemlich egal, ich starrte diesen jungen Mann einfach nur unverschämt an. Konnte man einen Mann als schön bezeichnen? Scheißegal, er war schön und nicht nur mir fiel das auf. Er schien wirklich neu zu sein, denn er wurde von sämtlichen weiblichen Wesen in der nähren Umgebung gemustert wie ein Stück Vieh.

Schließlich kam er wieder auf mich zu und drückte mir die restlichen meiner Unterlagen in die Hand. Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, wie einige anfingen zu tuscheln, als sie mich erkannten. Dazu hatte ich nun wirklich keine Lust. Ich murmelte ein kurzes Dankeschön und verdrückte mich in die Menge, doch der Fremde folgte mir und fasste mich, zu meiner Überraschung, an der Schulter.

„Hör mal, ich würde das wirklich gerne gut machen und dich auf einen Kaffee einladen. Was hälst du davon? Mein Name ist übrigens Hal. Hal Russel.““

Ich musste doch noch träumen, oder? Das konnte doch nicht sein! Solche Sachen passierten Leuten wie mir einfach nicht. „Ich weiß nicht recht. Ich muss heute arbeiten,“ versuchte ich auszuweichen doch er lies nicht locker. “Na dann eben nach deiner Arbeit, komm schon, ich hab ein echt schlechtes Gewissen!“ Ich seufzte innerlich, was hatte ich denn eigentlich zu verlieren? Nichts, denn ich war schon ganz unten. „Na gut. Ich arbeite in Dan`s Bar und meine Schicht endet um acht.“

Er lächelte und urplötzlich bildeten sich kleine Lachfalten um seine Augen was ihn noch unglaublicher aussehen lies. Der Typ musste Model oder so was sein, Wahnsinn. Mir wollte einfach nicht in den Schädel warum er so an mir interessiert war, aber war er das überhaupt? Natürlich nicht, du Idiot. Er will wahrscheinlich einfach nur nett sein. „

„Wunderbar,“ riss Hal mich aus meinen düsteren Gedanken. „und wenn ich jetzt noch deinen Namen erfahren würde, bin ich wunschlos glücklich.“ Meine Güte, der trat ganz schön auf das Flirtpedal. Ich war so was einfach nicht mehr gewöhnt, es verunsicherte mich maßlos.

„I-Isabella Swan,“ brachte ich heiser und stotternd heraus. „Aber nenn mich bitte Bella.“

Er drückte noch einmal kurz meine Schulter. „Sehr schön, Bella. Dann sehen wir uns später und sorry noch mal wegen dem Rempler!“ und schon war er in der Masse verschwunden.

Der weitere Verlauf des Tages und die Schicht bei Dan verliefen ereignislos, trostlos wie immer. Mein einziger Lichtblick momentan war Hal. Wobei ich da gemischte Gefühle hatte. Hatte er wirklich Interesse an mir oder verfolgte er doch andere Absichten? Es war einfach zu gut um wahr zu sein.

Daher hatte ich mir mit meiner Aufmachung nicht allzu viel Mühe gemacht, Jeans und T-Shirt, die Haare hatte ich mir zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden. Wofür sollte ich mich schon schön machen? Wobei ich mir doch eh keine Hoffnungen machen wollte, dass vielleicht etwas Sonnenlicht in mein tristes Dasein scheinen könnte.

Obendrein hatte ich auch nicht die geringste Ahnung vom „Aufstylen“. Es fehlte mir einfach das Interesse und letztendlich auch das nötige Kleingeld für die Kosmetika und den ganzen Kram. Von meinem Lohn bei Dan konnte ich gerade so meine Existenskosten decken, Extras waren da einfach nicht drin.




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Das Ende meiner Schicht war gekommen, neugierig blickte ich mich um. Die Bar war so gut wie leer und weit und breit keine Spur von Hal Russel. War ja klar. Gott sei Dank, hatte ich mir keine allzu großen Illusionen gemacht, er wollte wohl wirklich nur nett sein. Das Glück kannte mich halt einfach nicht, es war nicht wirklich eine große Überraschung. Ich zuckte mit den Achseln und verabschiedete mich von Dan.

Aber wer weiß schon was das Schicksal für einen bereit hielt? Fortunas Rad dreht sich unaufhaltsam, nur bei mir schien sie nicht viel Lust zu haben, noch mal mein Schicksalsrad zu drehen, ich blieb ganz unten auf der Liste.

Es war schon stockfinster als ich den Heimweg antrat, der Wind heulte böse und Blätter wehten um mich herum, langsam wurde es richtig kalt. Ich kuschelte mich enger in meinen dünnen Parka ein und bog schließlich in die Tamesstreet ein. Hier ist es immer ein bisschen unheimlich, die Straße war nur schwach beleuchtet und grenzte an ein Waldstück, unbewusst beschleunigte ich meine Schritte. Mir war so als spürte ich Blicke in meinem Nacken, Gott, ich wurde wirklich paranoid.

Auf einmal wurde die Stille der Nacht von quietschenden Reifen durchbrochen. Ich drehte mich um und sah wie ein schwarzer Escalade um die Kurve gerast kam........

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