Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 19. Februar 2010

Kapitel 4

Bella PoV




„Komm, ich mache dir den Verband wieder drum, damit kein Dreck in die Wunde kommt und sie in Ruhe heilen kann. Und dann zeige ich dir dein neues zu Hause, du bist doch bestimmt schon neugierig!“


Was wollte diese Irre mir zeigen? Mein neues Hause? Neugierig? Ich begriff gar nichts mehr, außer dass ich noch nie in meinem Leben so aufgewühlt und verloren gefühlt hatte, solche starken Schmerzen hatte und noch nie eine solche Angst hatte.

Ich hätte niemals gedacht dass ich mich mal nach meiner kleinen Studentenbruchbude sehnen würde, aber jetzt wollte ich nichts mehr als nach Hause. Zurück in mein trauriges, kleines, unbedeutendes Leben.

Die kühle Luft in diesem Raum, die unerträglichen Schmerzen in meinem Arm, diese anscheinend völlig wahnsinnige Frau und die Erfahrungen mit den fremden Männer ließen mir dicke Tränen über meine Wange rollen. Ich konnte sie nicht mehr zurück drängen, Angst und Schmerz schnürten mir die Kehle zu. Das war einfach alles viel zu viel!

„Aber, aber mein liebes, kein Grund zu weinen. Im Gegenteil, du solltest dich freuen, ja geradezu geehrt fühlen, dass du auserwählt wurdest das neuste Mitglied unserer Familie zu sein! Und ich verspreche dir Isabella, der Schmerz in deinem Arm wird schon bald verschwinden, wird dir schon bald mehr als lächerlich vorkommen, wenn du von den Glücksgefühlen überschwemmt wirst, die hier an jeder Ecke auf dich warten!“

Glücksgefühle?! Natürlich! Wohl eher Horrorszenarien! Und überhaupt, woher kannte sie bitte meinen Namen? Wer waren all diese Leute und was wollten sie denn bloß?

„So, und jetzt zeig ich dir unser schönes Reich, komm Kleines!“

Sanft, aber bestimmt half sie mir aufzustehen. Gerade als wir losgegangen waren, hielt sie uns an und ihr Blick glitt abschätzend an mir herunter, musterte mich vom Scheitel bis zur Sohle. Ich fühlte mich so dreckig und unwohl unter ihren Augen, dabei war sie doch nur eine wirklich kranke und völlig fremde Person!

„Ich muss schon sagen, Isabella, du bist wirklich ein hübsches Mädchen, aber ich denke wir sollten dich vorher etwas zurecht machen und zur Untersuchung musst du auch noch!“

Zurecht machen? Untersuchung? Ok, jetzt wurde es wirklich gruselig! Wofür musste ich mich zurecht machen? Warum musste ich zur Untersuchung? Und überhaupt, welche Untersuchung sollte das bitte sein? Wegen der Brandnarbe? Ich hoffte es doch sehr!

Außerhalb des Zimmers war es schummerig, rotes Licht erhellte einen langen Gang, den wir nun entlang schritten. Ein schrecklicher Gedanke durchzuckte mich. Rotlicht? Oh Gott, war ich etwa in einem Bordell? Meine Blicke rasten unstet durch den Gang, an den Wänden entlang, die Tapete war cremeweiss und ich glaube im Jugendstil gehalten. Alles sah freundlich und leicht aus, aber mir zitterten vor Angst die Knie. Scheiße, wo war ich hier reingeraten?

Im Abstand von ca. 2m war jeweils eine dunkle, massive Tür und auf jeder dieser Türen waren kleine Messingschilder angebracht mit Zahlen, genauso wie man es aus Hotels kannte. Ich hatte keine Ahnung was ich davon halten sollte, nur meine Intuition sagte mir, dass es nicht das war, was man mich hier glauben machen wollte.

Während mein Kopf zwischen den verschiedenen Türen hin und her schwenkte, in der Hoffnung endlich etwas Licht in dieses grausame Dunkel zu bekommen, folgte ich dieser komischen Frau weiter in das Gebäude hinein. Irgendetwas stimmte mit dieser Esme ganz und gar nicht, abgesehen von ihrem offensichtlichen Wahnsinn. Sie bewegte sich absolut geschmeidig, ihre Bewegungen waren wie ein einziger Tanz ihrer Gelenke, schon fast überirdisch, die Frau war mir unheimlich.

Endlich, oder leider, öffnete sie eine Tür, mit dem Schild „Praxis“ und betrat den Raum. Praxis! Mein herz raste nun noch schneller, als sie mich mit hineinzog. Esme plapperte irgendwas von wegen wie sie sich freue, eine neue Tochter zu haben oder so was, aber ich hörte gar nicht zu und nutzte ihre Unaufmerksamkeit und flüchtete einfach.

Blindlings rannte ich den Gang hinunter, „bloß raus hier“ war mein einziger Gedanke und versuchte einen Ausweg aus diesem Labyrinth zu finden. Doch ich kannte mein Schicksal, welches mir wieder treu zur Seite stand und ich kam nicht weit, ein eisig harter Griff schloss sich abrupt um mein Oberarm und riss mich zurück.

„Na, na wo wollen wir denn hin?“ fragte mich eine sanfte, tiefe Stimme eines Mannes. Bitte lass es nicht dieser Carlisle oder dieser Widerling James sein. Bitte! Er drehte ich mich zu sich um und er hob sogleich mein Kinn hoch, sodass ich in zwei kohlrabenschwarze Augen schauen musste. Ich hatte ihn noch nie gesehen, aber dass änderte auch nichts an meiner Nervosität, denn woher wollte ich wissen, dass dieser Kerl besser war?

Der Fremde war sehr groß und dünn, er hatte einen weißen Kittel an und schwarze lange Haare rahmten ein aristokratisches Gesicht ein. Das musste der Arzt sein!

„Du musst Isabella sein! Ich bin Aro, der Hausarzt. Wenn ich mich nicht irre, solltest du nicht hier draußen alleine rumlaufen, das ist gefährlich! Komm!“

Gefährlich? Ob er damit sich selber auch mit einschloss? Er führte mich wieder diesen verhassten Weg zurück und beendete meine jämmerliche Flucht, die mich ganze 20 Meter weit weg von Lady Psycho gebracht hatte. Wo war sie eigentlich? Ach, da kam sie ja auch schon.

“Isabella, Isabella. Wie kannst du mich nur so erschrecken und weglaufen?! Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Ich muss immer wissen wo sich meine kleinen, süßen Mädchen befinden. Immer!“

Ihre Stimme war zwar gütig aber in ihren Augen lag ein unerbittlicher Glanz, der mir sagte, ich solle lieber den Mund halten. Diese Frau sollte ich nicht unterschätzen, sie wollte zwar den Eindruck vermitteln nett zu sein, aber sie würde auch bis zum Äußersten gehen um zu bekommen was sie wollte. Dessen war ich mir jetzt schon bewusst.

„Kein Grund zur Sorge, Esme. Isabella ist mir direkt in die Arme gesunken.“

Dabei blickte er mich anzüglich an. Vor lauter Panik verkrampfte sich mein Magen zu einem Knäuel. Gott, was wollten die nur von mir und anscheinend wusste hier jeder wer ich war. Woher nur?

Ich hielt die Schmerzen in meinem Arm kaum noch aus, daher war ich mir auch nicht mehr zu schade fürs betteln „Bitte..Bitte lassen sie mich gehen, ich werde auch nichts der Polizei sagen. Ehrenwort. Ich tue so, als ob das alles nie passiert ist. Ich verspreche es hoch und heilig! Nur bitte lassen Sie mich nach Hause!“

Esme blickte entsetzt zuerst zu Aro und dann verständnislos zu mir. „Isabella,“ ihre Stimme war zum ersten Mal schneidend, „dein zu Hause ist jetzt hier und ich wünsche keine weiteren Diskussionen darüber.“ Ihre Mine verriet mir, dass jedes weitere Wort von mir darüber mich in Teufels Küche bringen würde. Da ich dennoch an meinem jämmerlichen Leben hing, schweig ich lieber. Aber nichts desto trotz schwor ich mir einen Weg zu finden, wie ich aus diesem Albtraum fliehen konnte.

„Komm jetzt Isabella, lass mich dich untersuchen, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit“. Damit schloss dieser Aro-Typ die Tür und Esme führte mich hinter einen Vorhang.

„So, Schatz, dann mach dich bitte mal frei“ Nicht ihr Ernst?! „Ausziehen? Alles?“ Natürlich zögerte ich.

Esme kicherte erheitert, ein glockenhelles Geräusch. „Natürlich alles, Dummerchen!“ Sie kicherte immer noch, als sie sich entfernte und lies mich alleine hinter dem Vorhang zurück. Während ich mich voller Furcht mich daran machte, mich meiner Sachen zu entledigen, hörte ich wie Esme sich mit Aro unterhielt.

„Ich werde mal schnell nach ihr sehn, James hat sie extrem hart angefasst und das arme Ding ist immer noch schrecklich durcheinander, sie ist aber auch sehr zart. Später werde ich Isabella zu ihr bringen, damit sie etwas trösten kann. Sie werden bestimmt beste Freunde werden, da bin ich mir ganz sicher.“

Was? Gab es noch mehr? Wie viele? Und wie konnte man jemanden noch härter anfassen, als James es bei mir getan hatte? Erst jetzt bemerkte ich, dass ich sehr stark zu zittern begonnen hatte.

Als ich mich fertig ausgezogen hatte, lugte ich hinter dem Vorhang vor, wusste nicht recht, was ich tun sollte. Esme hatte sich von Aro weggedreht und schritt mit dieser überirdischen Anmut durch das Zimmer und verschwand durch die Tür. Nun war ich alleine. Alleine mit Dr. Psycho.

In dem Moment, wurde der Vorhang beiseite gezogen. „Gut, Isabella. Dann wollen wir doch mal beginnen.“

Mir stockte der Atem als er noch näher kam. Meine Beine zitterten mittlerweile wie Espenlaub, mein Arm schmerzte wie nie zuvor und mein Herz drohte aus der Brust zu springen, so heftig pochte es gegen meine Rippen. Notdürftig versuchte ich meine Blöße mit meinen Händen zu bedecken, was mir aber nicht wirklich gut gelang. Er ging um mich herum und betrachtete mich von allen Seiten und von oben bis unten. Ich kam mir vor, wie auf dem Fleischmarkt.

„Ich muss schon sagen, diesmal hat Carlisle sich selbst übertroffen. Du bist wunderschön! Dann wollen wir doch mal sehen ob du auch noch unberührt und gesund bist. Setz dich mal dorthin!“

Er deutete auf diesen Gynäkologischen Stuhl, der in der Mitte des Raumes stand. Oh bitte nicht! Ich atmete tief ein, ich hatte eine bestialisch Brandmarkung überstanden, also würde ich DAS jetzt auch überstehen. Stell dir vor du bist beim Frauenarzt, Bella. Etwas ganz normales.

Ich musste eine Zeitlang ihr krankes Spiel mitspielen, wenn ich hier lebend raus wollte.

Als ich endlich mit gespreizten Beinen auf dem Stuhl lag, wollte ich vor lauter Scham nur noch im Boden versinken. Dann rollte dieser Aro auf einem Hocker zu mir heran, positionierte sich zwischen meinen weit gespreizten Beinen. Krampfhaft starrte ich an die Decke und versuchte die Tränen zurückzuhalten, die in mir hochzukommen drohten.

„Isabella, Isabella. Ich glaube du bist wirklich das schönste das ich seit langem gesehen habe.“

Während er das sagte führte er etwas kaltes in mich hinein. Ich gab ein gequältes Wimmern von mir und betete, dass es bald vorbei sein möge, aber was danach kam, war um einiges widerlicher. Aro stand auf und befahl mir, ihn anzuschauen. Ihm direkt ins Gesicht zu sehen. Seine tiefschwarzen Augen bebten förmlich vor Gier und Lust, als er mit einem Finger vorsichtig in mich eindrang und begann, meinen Unterleib mit der anderen Hand abzutasten.

Jetzt konnte ich die Tränen wirklich nicht mehr zurückhalten, sie strömten unablässig über meine Wangen. Ich wollte nur noch sterben, es war so demütigend, so erniedrigend. Nach gefühlten hundert Jahren ließ er aber endlich von mir ab.

„Du kannst jetzt aufstehen, Isabella. Ich werde noch deine Brust abtasten und dir Blut abnehmen.“

Es sagte es ganz locker zu mir, als wäre überhaupt nichts passiert, wobei er etwas auf einen Zettel schrieb und sich den Finger, mit dem er mich „untersucht“ hatte, in den Mund schob und genussvoll ableckte. Gott, mir wurde so schlecht, ich musste die Kotze wieder runterschlucken, die sich bei diesem Anblick in meinem Mund ansammelte.

Verbissen kämpfte ich um Haltung und Würde und versuchte mich zusammen zu reißen und meine Gedanken auf meine Flucht zu projizieren. Es klappte nicht, denn der perverse Psycho Doc kam schon wieder auf mich zu.

„Isabella, Isabella,“ fing er wieder an „du bist noch Jungfrau, du bist wirklich so unglaublich wertvoll für uns. Du wirst Carlisle so viel Geld einbringen, das ist Wahnsinn: Und darüber hinaus bist du so wohl proportioniert und außergewöhnlich schön, ich bezweifle das er dich verkaufen wird.“

Mir brach der Schweiß aus, Menschenhandel? „Verkaufen? An wen?“ brachte ich heiser und unter Tränen heraus.

Er grinste mich schleimig an. „Das ist nichts worüber du dir deinen hübschen Kopf zerbrechen müsstest.“

Dafür war es jetzt leider zu spät, denn meine Gedanken rasten nur so und meine Vorstellung spielte mir ein Horroszenario nach dem anderen vor.

Er kam wieder näher, nahm meinen gesunden und nicht verbrannten Arm, band ihn am Oberarm ab und entnahm mir letztendlich etwas Blut. Früher war ich beim Anblick von Blut umgekippt, aber in den letzten Jahren machte mir weder der Anblick, noch der Geschmak von Blut etwas aus.

Während er mein Blut in eine Spritze zog, gierte sein Blick darauf, als ob es pures Gold wäre, was er mir abzapfen würde. Nicht einmal blinzelte er, sondern fixierte es und starrte wie in Trance auf die dunkelrote Flüssigkeit. Hier waren echt alle komplett wahnsinnig und mehr als weit entfernt von normal!

Danach begann dann, meine Brüste abzutasten. Ich versuchte ruhig zu bleiben, aber dieses grässliche Grinsen und dieser glasige, schwarze Blick, erregten wieder meine Übelkeit und mein Unwohlbefinden! Während seiner Untersuchung strich er immer wieder wie ‚zufällig‘ über meine Brustwarzen und irgendwie drücke er auch immer häufiger zu, so dass es fast schmerzhaft war. Ok, das war zu viel!

Alles was ich bis hierher erlebt hatte und alles was mir mein Kopf als mögliche Zukunft vorspielte, es ging einfach nicht mehr! Ich konnte es nicht länger zurück halten. Die Magensäure sammelte sich wieder in meinem Mund und ich erbrach mich geräuschvoll auf den Fußboden. Gott sei Dank oder eher leider hatte ich Aro nicht erwischt.

Panisch blickte ich zu ihm auf, wusste beim besten Willen nicht, was jetzt auf mich zu kam. Würde er sauer sein? Mich schlagen?!

„Oh, Isabella. Geht es dir nicht gut, Kleines?“

Scheinbar war er sogar besorgt und wollte mich beruhigen, denn er strich mir fast fürsorglich über den Rücken, über meine nackte Haut, die sich sofort mit einer Gänsehaut vor lauter Ekel überzog. In diesem Moment ging die Tür auf und Lady Psycho war zurück gekehrt.

“Ich wollte mal nachsehen wie weit du mit ihr bist Aro...oh, was ist denn hier passiert?“

Sachlich stand Aro auf und begab sich zu den Spritzen, die in einem Behälter an der Wand befestigt waren und zog eine heraus.

“Isabella hat, denke ich mal, etwas Falsches gegessen, ich werde ihr etwas gegen die Übelkeit geben, damit sich ihr Magen wieder beruhigt“ und mit einem letzen lüsternen Blick in meine Richtung hing er noch dran „Du kannst dich dann wieder anziehen Isabella!“

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