Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 19. Februar 2010

Kapitel 3

Bella PoV

 



Ein anzügliches Lächeln lag auf seinen Lippen, als er sich zu mir runter beugte und den Reisverschluss seiner Hose öffnete.

„Dann zeig mal was du so kannst Kleines!“




Während sich mein Magen zusammenzog und mir die Galle hochkam, öffnete dieser Carlisle seinen Hosenknopf. Er meinte es ernst. Todernst. Scheiße, wie kam ich hier nur raus? Die beiden anderen Kerle standen seelenruhig neben dem Schreibtisch und guckten sich das ganze Szenario fast schon unbeteiligt an. So als ob es alltäglich wäre, nix besonderes. Gerade als Carlisle in seine Hose griff und ich verzweifelt die Augen schloss, wurde die Tür aufgerissen.


„Da ist ja unsere neue Prinzessin!“


„Was fällt dir ein einfach in mein Büro zu stürmen, James?“


„Du weißt doch wie neugierig ich immer bin, wenn Frischfleisch geliefert wird Boss!“


Frischfleisch? Erschrocken riss ich die Augen wieder auf und stellte erleichtert fest, dass Carlisle seine Hose wieder geschlossen hatte. Ein Glück. „Neugierig! Das triffts!“ Carlisle verdrehte theatralisch die Augen, während der Franzose leise lachte. Erst jetzt fiel mir auf, dass er dunkelhäutig war.


„Willst du sie gleich mitnehmen?“


„Ja, sehr gerne. Die Sachen sind schon vorbereitet und ich kann es kaum noch erwarten!“


„Na dann wünsche ich dir viel Spaß mit ihr. Und denk dran, du weißt, dass ich sie zuerst testen werde! Also halt dich zurück, oder ich kastriere dich Hurensohn. So was wie bei Jessica werde ich nicht noch mal dulden! Verstanden?“

„Ja! Musst du mich denn immer wieder daran erinnern, dass mir in all den Jahren ein einziger gottverdammten Fehler passiert ist? Ich werde nur meine Arbeit tun und sie dann wieder in deine göttlichen Hände geben. Ehrenwort Chef!“

Das Grinsen in James Gesicht war so eisig, wie die Worte von Carlisle. Beides kam direkt aus der Antarktis. Man merkte sofort, dass beide sich nicht sonderlich grün waren und sie einen eigenen Kampf ausfochten. Und ich schien die Waffe in diesem Kampf zu sein. Hervorragend!

„Bella Kleines, du wirst jetzt mit James mitgehen. Ich werde mich dann später um dich kümmern,“ sagte Carlisle mit einem Lächeln, welches aber seine ausdruckslosen, leeren Augen nicht erreichte. Die Augen waren eine einzige Dunkelheit, die den Blick direkt auf seine pechschwarze Seele freigab. Mich überzog sofort eine Gänsehaut und die Panik schnürte mir fast die Kehle zu. Es war, als wenn man den Teufel höchstpersönlich ansah.

James, dessen blonde Haare im Nacken zu einem Zopf gebunden waren, griff nach meinem Arm und zog mich einfach mit sich, während die anderen drei sich anfingen über irgendwelche Geschäfte zu unterhalten. James brachte mich in einen dunklen langen Gang, von dem mehrere Türen abgingen. Zu Beginn als man mich hergebracht hatte, hatte ich Stimmen und Musik gehört, dass wusste ich noch genau. Aber jetzt war alles ruhig uns still. Man hörte keinen einzigen Mucks. Komisch.


Wo war ich? Was war das hier?


Am Ende des Ganges bogen wir links ab und James öffnete die zweite Türe rechts. „So meine kleine Prinzessin,“ grinste er mich dann dreckig an und in seinen Augen tanzte eine irre Vorfreude. „Zieh dein Oberteil aus und leg dich da hin.“ Er zeigte mit seinem Finger auf eine Bare, die in der hinteren Ecke des Raumes stand.

Der Raum sah aus wie eine Art Krankenzimmer. Alles war weiß und überall waren Kompressen, Mullbinden, Pflaster und verschiedene Medikamente. War ich in einem Krankenhaus? Nein, bestimmt nicht! Und was hatte man überhaupt mit mir vor? Die Angst nagte an mir und meine Nerven waren zum zerreißen gespannt.

In der ganzen Zeit, in der ich hier war, Quatsch, seit dem Moment, wo sie mich entführt hatten, hatten sich die Grausamkeiten die Klinke in die Hand gegeben. Also wollte ich eigentlich gar nicht wissen, was jetzt kommen würde. Denn eines war klar, es konnte und würde nichts Gutes sein.


„Heut noch Prinzessin!“


Ich zuckte auf Grund seiner aufgebrachten Stimme zusammen, wusste ich konnte mich eh nicht wehren und ging schnellstens zur Bare rüber. Mit zittrigen Händen griff ich an den Saum meines T-Shirts und zog es langsam und unsicher hoch. James stand direkt vor mir und beobachtete mich und meine Handlung genau. Sein Blick sorgte für Unbehagen in meinem Magen, aber ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Vielleicht würde er dann mit dem, was er vorhatte, etwas milder sein. Hoffte ich zumindest.

Nachdem ich mein T-Shirt nun in meinen Händen hielt und nur noch mein blassblauer BH meine Brüste vor dem gierigen Blick dieses Perversen versteckte, fühlte ich mich unwohler denn je. Der Ausdruck seiner Augen und das harte Lächeln kamen fast einer Vergewaltigung gleich, so widerwärtig anstößlich war es.

„Du bist wirklich wunderschön, hat dir das schon mal jemand gesagt?“ säuselte er und fuhr mit einem Finger die Kurven meiner Rippen nach. Sofort rebellierte mein Körper gegen diesen Kontakt und ich wich instinktiv davor zurück. Ich wollte nicht, dass er mir auch nur zu nahe kam, geschweige denn mich berührte.

„Aber, aber Prinzessin, wer wird denn so schüchtern sein?! Los! Hinlegen! Und zwar auf den Rücken, verstanden? Den linken Arm unter den Kopf!“

Sein harter Tonfall ließ mich sofort parieren und schon lag ich, wie angewiesen, auf dieser Bare und harte der Dinge die auf mich zukamen. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie James an einen Schrank ging und verschiedene Sachen holte und auf ein Tablett stellte, welches außerhalb meiner Sichtweite war. Ich hörte Metall klappern und roch Desinfektionsmittel. Er würde mich doch hier wohl nicht foltern? Mich aufschneiden?

Unbewusst schloss ich die Augen, kniff sie regelrecht zu und hoffte, wieder einmal, es wäre alles nur ein Traum. Ein großer, schrecklicher Alptraum! Aber so sehr ich es auch hoffte und mir wünschte, ich wachte nicht auf. Ich lag weiter auf dieser Bare und hörte wie James seine Utensilien zusammen sammelte, um sich an mir, mit was auch immer, auszutoben.

„Du hast eine tolle Haut,“ hörte ich ihn neben mir sagen und spürte, wie er mich an meinem Arm berührte. Gegen meinen Willen öffneten sich meine Augen und ich sah, das James‘ Hände in Handschuhen steckten und er meinen Innenseite des linken Oberarms desinfizierte. Warum tat er das? Sein irres Lächeln und das Glänzen in seinen Augen war das einzige, was ich aus seinem Gesicht lesen konnte. Sonst rein gar nichts.

Dann schloss er mein linkes Handgelenk, welches unter meinem Kopf herausguckte an der Bare fest. „Wwwaas…?“ stotterte ich verzweifelt, aber sein Blick sagte mir, ich solle sofort still sein. Tränen stiegen mir in die Augen und verschleierten mir den Blick auf das Scheusal, welches über mir gebeugt stand. So konnte ich nur spüren, wie mir ein zweiter Gurt um den Bauch gelegt wurde. Man schnallte mich fest!

Nachdem er noch mal über mein Oberarm fuhr, damit er komplett vieren frei war, drehte er mir wieder den Rücken zu und ging wieder zu seinem Tisch. Das Geräusch, welches nun den Raum erfüllte sagte mir im ersten Moment gar nichts. Aber den Geruch kannte ich, er sagte mir etwas, aber mein Gehirn weigerte sich dass alles in Verbindung zu setzen. Diesen Geruch hatte ich schon mal in der Schule vernommen, aber wann und wo?


„So Prinzessin, dann wollen wir dich mal verschönern!“


Verschönern? Mein Magen zog sich zu einem Klumpen zusammen und ich versuchte nicht in Panik auszubrechen. Verschönern? Was hatte er vor? Was wollte er denn verändern, was gefiel ihm nicht? Er hatte doch gesagt, dass ich wunderschön sei, war das nur eine Lüge um mich in Sicherheit zu wiegen? Verschönern! Immer wieder hallten dieses Wort durch meinen Kopf, sorgte dafür, dass ich am liebsten geschrien hätte.

Schon war er neben mir und fuchtelte an irgendetwas rum. Ich traute mich gar nicht hinzusehen, versuchte es einfach zu ignorieren und redete mir ein, dass es schon nicht allzu sehr schmerzen würde, ich müsste nur tapfer sein!. Aber als ich merkte, wie es an meinem Arm warm wurde, war ich kurz verwirrt, doch dann keuchte ich auf und mir schwante böses. Nein, DASS würden er doch jetzt nicht tun!

Kaum war mir der Gedanke gekommen, merkte ich auch schon, wie mir ein riesiger Schmerz durch den Körper schoss und mich, so weit es ging, zusammenkrümmen ließ. Meine Haut brannte, stand lichterloh in Flammen und meine Nerven schrien förmlich vor Anspannung. Ich wollte mein Kummer raus schreien, doch ich konnte nicht. Meine Kehle war wie zugeschnürt vor Pein, meine Wangen nass von Tränen der Furcht und Leid. Mein Körper war damit beschäftigt, diese Qual zu überstehen, zu verarbeiten was gerade passierte, aber alles was ich wahrnahm, war diese Folter, die meinem Arm ausgesetzt wurde.

James drückte irgendetwas glühend Heißes gegen die Innenseite meines Oberarmes und brachte mich damit an die Grenzen meiner Belastbarkeit.

Kurz darauf roch ich den Gestank, roch verbranntes Fleisch und realisierte einige Nanosekunden später, dass es meine eigene Haut war, dass es mein Fleisch war, das so roch, dass so stank. Man verbrannte mich bei lebendigem Leib und ich konnte nichts dagegen tun, außer diese Tortur über mich ergehen zu lassen. Aber irgendwann war es zu viel für meinen Körper und ich empfing dankend die sich anbahnende Ohnmacht.


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„Aufwachen, meine Liebe!“ Eine glockenhelle und schöne Stimme sprach zu mir und schlich sich in meinen Kopf. Zusätzlich spürte ich, wie mir jemand fürsorglich über meinen Kopf fuhr, so wie es meine Mutter früher immer getan hatte. Sogleich riss ich die Augen auf, nur um in ein fremdes Gesicht zu gucken.


Enttäuscht stöhnte ich auf, es war ein Hirngespinst gewesen, es war nicht meine Mutter!


Unweigerlich traten Tränen in meine Augen und ich versuchte meine Nerven zu beruhigen, denn ich hatte mir ja vorgenommen vor fremden Menschen nicht zu weinen. Ich würde keine Schwäche oder Verletzlichkeit preisgeben, denn damit war ich schlecht gefahren und dass wollte ich partout vermeiden!

„Alles ok,“ sagte die mir fremde Frau und strich mir erneut beruhigend über den Kopf. Wer war diese Frau? Und wo war ich? Ich lag auf einer Bare in einer Art Krankenzimmer. Da brach die Erinnerung des zuletzt Erlebten wie eine Lawine über mich herein und ich setzte mich rückartig auf und wich von dieser Person zurück. Jeder dieser Menschen hier war krank und widerlich, ich wollte nicht einen von ihnen in meiner Nähe wissen.

„Hey, ich tue dir nix meine Liebe,“ sagte sie ruhig und ihre Augen strahlten eine Liebe und Freundlichkeit aus, welche ich schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Verwundert sah ich sie an, wusste nicht wie ich reagieren sollte, denn ich hatte hier ja mit allem gerechnet, aber nicht damit! Wer war sie? Und warum war sie so nett?

Bevor ich mir weitere Gedanken darüber machen konnte, fuhr mir ein Schmerz durch den linken Arm und ich zuckte keuchend zusammen. Unweigerlich legte ich meine Hand auf meinen Oberarm und merkte, dass man ihn in einen großen, weißen Verband gesteckt hatte. Dieser Widerling James hatte mir irgendwas an meine Haut gehalten, er hatte mir irgendwas rein gebrannt, dieser Dreckskerl!

„Komm her Süße, wir nehmen den Verband ab und werden uns mal um deine Wunde kümmern!“ sagte die Dame und lächelte mich immer noch freundlich an.


„Wer sind sie?“


„Ich bin Esme, meine Liebe! Und ich werde mich jetzt mal um dich kümmern!“


„Warum?“


„Weil du verletzt bist Schatz! Darum. Ich mag es nicht, wenn es meinen Lieben schlecht geht!“


Meinen Lieben? Hatte sie sie noch alle? Ich war keine Ihrer Lieben! Ihre Lieben hatten mich entführt, beinahe zu widerlichen, sexuellen Handlungen gegen meinen Willen gezwungen und mich am lebendigen Leibe verbrannt! Was für Liebe Menschen waren dass bitte schön? Wie konnte sie nur so reden und denken?


„Bella, beruhige dich! Deine Wunde muss behandelt werden, ansonsten entzündet sie sich.“


Ok, da hatte sie wohl recht, also ließ ich ihre Berührung zu und sie machte sich daran, meinen Verband zu öffnen. Wollte ich sehen, was dieser Bastart mir angetan hatte? Ich war mir nicht sicher! Was würde mich erwarten, wenn der Verband weg war? Gespannt hielt ich meinen Blick auf das Fenster gerichtet und sah durch die schweren, dunklen Vorhänge hindurch, dass es draußen bereits hell war und scheinbar die Sonne schien. Wie lange war ich denn weg gewesen? Man hatte mich nach der Spätschicht hierher verschleppt und mich dann brutal gequält. Aber nun war es Helliger Tag!


„Wie spät ist es?“


„10:30Uhr. Du hattest einen sehr anstrengenden Tag und daher auch sehr lange geschlafen, aber das ist ok. Zumindest für heute!“


Sehr anstrengenden Tag? Die gute Esme musste mal dringend zu einen Psychiater! Einen sehr anstrengenden Tag! Sie sollte mal überlegen warum mein Tag so anstrengend war! Und was bitte hieß denn es sei ok für heute? Warum sprachen hier alle in Rätseln? Ich wusste dass ich festsaß und so sehr ich mir auch wünschte es wäre nur ein Traum wusste ich, dass es keiner war. Ich wusste man würde mich hier behalten wollen, ob ich wollte oder nicht.


„Vorsicht, dass wird jetzt vielleicht etwas brennen!“


Kaum hatte ich diese Worte vernommen, sprühte mir Esme igendwas auf den Arm, der mittlerweile von der Mullbinde befreit war. Ich zuckte kurz zusammen, als Esme mir dann mit einem Tuch über die Wunde fuhr und sie reinigte. Scheiße, tat das weh! Dann nahm sie eine Salbe und strich sie sachte über meine Haut und ich biss kräftig die Zähne zusammen. Bloß keine Schwäche zeigen!


„Sieh mal Bella, wie schön es aussieht!“


Schön? Ich warf vorsichtig einen Blick auf die Innenseite meines linken Oberarms und mir blieb die Luft weg. Man hatte mich wahrhaftig verbrannt, mir ein Zeichen in die Haut gebrannt. Die Haut war zwar gerötet und geschwollen, aber man sah eindeutig, dass man mit eine Art Blume eingestanzt hatte. (1)

„Willkommen in unserer Familie Bella! Alle unsere Schützlinge haben dieses Zeichen an ihrem Arm, damit alle Welt sehen kann, dass ihr zu uns gehört,“ strahlte Esme mich glücklich an. Man hatte mich gebranntmarkt wie ein Vieh und sie sprach davon, dass ich jetzt zu ihrer Familie gehören werde? Das ich einer ihrer Schützlinge war? Aus welchem Irrenhaus war diese Frau bitte geflohen? Oder eher, in welchem Irrenhaus war ich gelandet?

„Komm, ich mache dir den Verband wieder drum, damit kein Dreck in die Wunde kommt und sie in Ruhe heilen kann. Und dann zeige ich dir dein neues zu Hause, du bist doch bestimmt schon neugierig!“

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