Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Sonntag, 20. Juni 2010

Info

Hallo zusammen,
das neue Kapitel wird sich leider auf Grund von persönlichen Problemen noch etwas verzögern. Wir bitten um Verständnis!

Vielen Dank für eure tolle Unterstützung, wir versuchen uns zu beeilen!

Freitag, 4. Juni 2010

Kapitel 19

Bella PoV



Nachdem Alice von diesem doch recht normalen und sympathischen Jungen erfahren hatte, was sie in Raum 6 zu tragen hatte, war sie umgehend in ihr Zimmer gestürzt und hatte sich ein Negligé aus dem Schrank gezogen. Wer all diese Sachen in die Schränke geräumt hatte, wusste ich gar nicht und es war mir auch egal. Wichtig war nur, dass wir die Sachen da hatten, damit wir die entsprechende Kleidung tragen konnten ohne Gefahr zu laufen, Schläge zu kassieren.

Ich hatte in einer halben Stunde einen Termin im Darkroom.

Nach Alice gestrigen Erlebnisses dort, wusste ich nun nicht mehr, was ich denken sollte. Zuerst hatte ich Angst vor diesem Raum, aber nachdem Alice lebendig und ohne Verletzungen dort wieder rausgekommen war, konnte es ja gar nicht so schlimm sein. Nur angekettet zu werden? Das verursachte doch wenig Unbehagen in mir.

Das letzte Mal, dass ich Edward gesehen hatte, war im Spiegelraum. Die Erinnerung an das Erlebte ließ mich unglaublich heiß werden, aber auch gleichzeitig kalt. Einerseits freute ich mich ihn wiederzusehen und zu erfahren, was er heute mit mir und meinem Körper anstellte, aber andererseits war mir alleine bei dem Gedanken was passieren würde schon schlecht.

Ich konnte weder meinem Körper, noch meinen Gefühlen trauen.

Schnell zwängte mich in dieses viel zu enge und kurze schwarze Lederkleid, für das man eigentlich einen Waffenschein benötigte und zog die Lackstiefel an. Meine ersten Schritte waren sehr wackelig, aber ich bekam doch recht schnell raus, wie man auf den Schuhen ging. Jetzt konnte ich nur hoffen, dass ich auf den Mörderteilen nicht hinfiel!

Im Bad kramte ich das Make-up raus, welches mir Tanya mitgegeben hatte und trug etwas schwarzen Mascara und schwarzen Lidschatten auf. Passend zum Outfit. Dazu etwas Haarspray in die Haare, damit sie genug Volumen hatten. Das sollte doch reichen, oder?! Ein Blick in den Spiegel zeigte mir, ich sah sehr dramatisch aus.

Unsicher wie viel Zeit ich noch hatte, eine Uhr gab es hier ja nicht, wartete ich auf Laurent. Aber komischerweise kam er nicht, also überlegte ich nach ein paar Minuten, ob ich alleine dorthin gehen sollte. Ob ich den Weg alleine überhaupt finden würde? Ok, bevor ich wieder Gefahr lief, dass mein Allerwertester erneut Bekanntschaft mit Edwards Gürtel machte, beschloss ich alleine los zugehen. Das Privileg, eine unverschlossene Tür zu haben und alleine durch die Gänge zu gehen war noch so neu und unvertraut, dass ich immer noch überlegte, ob es mir überhaupt erlaubt war, aber das zählte nicht, ich musste pünktlich sein.

Nach 2 falschen Abbiegungen hatte ich den richtigen Gang gefunden und stand vor besagten Darkroom. Während ich in meinem Zimmer noch ganz ruhig war und mir nicht wirklich Sorgen über die bevorstehende Stunde gemacht hatte, sah die Sache doch jetzt ganz anders aus. Ich war dermaßen nervös, dass ich es kaum schaffte, die Klinke zur Tür runter zu drücken. Es kostete mich all meine Kraft und Anstrengung um es hinzukriegen.

Langsam öffnete ich die Tür und stellte verwundert fest, dass ich Licht sah, aber nur eine kleine Ecke im Raum wurde erleuchtet. Der Rest lag im Dunkeln. Ich wollte gar nicht wissen, was dort alles im Schatten auf mich lauerte, denn die Fesseln die Alice erwähnt hatte, sah ich in dem Lichtkegel nicht. Langsam schritt ich in den Raum und stellte mich mitten ins Licht, da ich hoffte, dass genau das von mir erwartet wurde.

„Hallo Isabella!“ ertönte Edwards Stimme sanft hinter mir. Ich traute mich nicht mich umzudrehen, also blieb ich mit dem Rücken zu ihm stehen. „Hallo Edward!“

Er streckte die Hand aus und griff mein Kinn, um meinen Kopf zu ihm umzudrehen. Bitte lieber Gott lass ihn mit meinem Make-up zufrieden sein, war mein letzter Gedanke, bevor sein schönes Gesicht vor meinen Augen sichtbar wurde. Intensiv tasteten mich seine grünen Augen ab und sein sexy schiefes Grinsen legte sich auf sein Gesicht.

„Du siehst gut aus, Kleines!“

„Danke!“

Seine Hand entließ mein Kinn und fuhr langsam meinen Hals hinunter, strich über meine Nacken und glitt dann zu meiner Schulter, die er sachte drückte. „Du hast leider viel zu viel an für unsere Stunde!“ sagte er spielerich und griff den Reisverschluss des Lederkleids und zog ihn langsam auf. Oh scheiße! Ok, er hatte mir gestern einen Orgasmus geschenkt, aber da war ich angezogen. Nun war er dabei mich auszuziehen und ich würde nackt sein. Dieser Gedanke versetzte mich ein wenig in Angst.

„Beruhige dich Isabella! Ich werde dir schon nicht weh tun. Es sein denn“, er begann leise zu lachen „du willst es!“

Natürlich wollte ich das nicht!

„Wirst du ein braves Mädchen sein?“ fragte er, als er den Reisverschluss komplett geöffnet hatte und das Kleid langsam, aber sicher anfing herunterzuziehen.

„Ja!“ sagte ich leise und hoffte, er hatte mich überhaupt verstanden. Aber das hatte er, er war ja ein Vampir!

„Ja, was?“

„Ja Edward“, ich räusperte mich und hoffte meine Stimme würde damit etwas kräftiger werden. „Ich werde ein braves Mädchen sein!“

„Das ist meine Kleine!“

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, da spürte ich seine Lippen an meinem Rücken, was dafür sorgte, dass die erste Angst verflog. Leicht drückte er mir mehrere kleine Küsse auf meine Haut und fuhr entlang der Wirbelsäule tiefer. Als er an meinem Steiß ankam, hielt er inne und zog das Kleid dann endgültig von meinem Körper. Nun stand ich nur noch in Unterwäsche vor ihm!

„Weißt du, dass du eine wunderschöne reine Haut hast?“

Seine Küsse wanderten wieder meine Wirbelsäule hinauf und ein Schauer fuhr mir durch meine Glieder. Er schaffte es schon wieder, dass mein Körper sich ihm öffnete und mehr wollte. Erneut schaffte er es, dass sich mein Körper gegen mich stellte.

„Ich glaube ich werde dich Bella nennen, denn das passt zu dir, meine Schöne!“

Bevor ich es schaffte ihm darauf zu antworten, hatte ich eine Binde über meine Augen gelegt bekommen und konnte nichts mehr sehen. Ich war blind und Edward somit total ausgeliefert. Unweigerlich kehrte die Angst zurück und ich betete innerlich, dass nichts Schlimmes passieren wird.

„So Bella“, er betonte meinen neuen Spitznamen überdeutlich „Heute wirst du lernen, deinen Körper zu kontrollieren.“

Was sollte das denn heißen? Würde er mir wehtun? Musste ich leise eine Bestrafung über mich ergehen lassen? Ruhig Bella, er hat gesagt, er wird dir nicht wehtun wenn ich ein braves Mädchen war, also werde ich brav alles das tun, was er von mir verlangte. Egal was da kommen mag!

Dann nahm er meine Hände und ich spürte kaltes Metall an meinen Gelenken. Viel zu spät merkte ich, dass er mich gefesselt hatte. Und nicht nur das, in einer Geschwindigkeit, die viel zu schnell für mich war, waren auch meine Füße angekettet worden. So stand ich nun da, halbnackt im Darkroom, meinen Füße am Boden festgemacht und meine Hände seitlich ausgestreckt an Fesseln gebunden, meine Augen blind.

Ein Zittern ergriff meinen Körper. Scheiße!

„So, dann wollen wir doch mal schaun, wie weit ich dich bei dir gehen kann!“

Wunderbar, nun hatte ich endgültig Angst! Ich versuchte mir immer wieder selber zu sagen, dass mir nichts geschehen würde, solange ich nur das tat, was man von mir verlangte. Aber egal wie oft Edwards Worte in meinem Kopf wiederhallten, den Glauben an ihre Wahrheit hatte ich komplett verloren.

Nach einer kleinen Ewigkeit, wie lange ich so da stand konnte ich nicht sagen, seit Tagen hatte ich kein Gespür mehr für Zeit, wurde ich etwas ruhiger, denn es passierte gar nichts. Ich stand da, blind und gefesselt, aber nichts geschah. Ich versuchte meinen viel zu schnellen Atem zu beruhigen, denn mein Blut rauschte mir nur so in den Ohren. Als ich es dann irgendwie bewerkstelligt bekommen hatte, merkte ich, dass alles ganz ruhig war. Alles war komplett leise. Es war kein einziger Ton zu hören.

„Edward?“ fragte ich unsicher und nervös. „Bist du noch da?“

Keine Antwort! Sollte er damit gemeint haben wie lange man mich angekettet hier stehen lassen konnte? Bitte nicht! Wobei, lieber das, als irgendwas anderes, was schmerzhaft enden könnte. Aber bei dem Gefühl, welches von meinen Schultern ausging, würde das hier wohl genauso schmerzhaft ausgehen!

Dann, als ich schon fast nicht mehr damit rechnete, fuhr mir etwas kaltes, eiskaltes, langsam über meiner Schulter und entlang meiner Wirbelsäule runter. Ein Schauer erfasste mich und ich bekam eine Gänsehaut vom Feinsten. Als dieses sehr kalte Etwas an meiner rechten Seite wieder nach oben fuhr, war ich mir eigentlich sicher, dass es sich um einen Eiswürfel handeln musste. Was sollte es sonst sein?

Die eisige Spur wurde weiter über meinen Nacken gezogen und fuhr an meinem Hals entlang auf meine Vorderseite, wo sie genüsslich mein Schlüsselbein umspielte und es der Länge nach entlangfuhr. Meine Haut war durch diese enorme Empfindung richtig sensibel geworden und ich spürt immer wieder, wie kleine Schauer durch meinen Körper zogen und mich doch wahrhaftig zum keuchen brachten.

Es war wieder einer dieser Dinge, die ich eigentlich gar nicht wollte und auch alles andere als toll fand, aber Edward, er war es doch, oder, schaffte es erneut, dass mein Körper sich seinen Spielen öffnete und alle seine Tricks in sich aufsog, wie ein ausgetrockneter Schwamm. Egal was er tat, alles hatte eine intensive Wirkung und zeigte mir, dass es Sachen gab, von denen ich nichts wusste. Sachen die er tat, aber auch Sachen die mein Körper tat!

Aber es war nur der Anfang. Denn als ich schon bereit war einzugestehen, dass sich diese Abkühlung doch irgendwie erotisch auf mein Lustempfinden auswirkte, zog der Eiswürfel seine Kreise zu einer meiner beiden Brustwarzen, die sich beide schon steil aufgerichtet durch den Baumwoll-BH drückten und verzweifelt um Aufmerksamkeit schrien. Ein atemloses Stöhnen entwich mir, als die eisige Kälte einen meiner Nippel anstubste und ihn dann umrundete, damit er sich noch mehr verhärtete.

Ein unglaubliches heißes Ziehen bildete sich in meinem Bauch und ließ mich immer wieder zusammenzucken. Diese Extreme, die meine Haut überempfindlich werden ließ und meine Nervenenden zum zittern brachte, sorgte dafür, dass ich feucht wurde. Ich konnte es nicht verhindern, aber es war eine Art Lust, von der ich mehr wollte.

Als Edward dann die andere Brustwarze dieser Tortur unterzog, schaffte ich es einfach nicht mehr mein Verlangen zu unterdrücken und warf hemmungslos den Kopf in den Nacken und stöhnte laut auf, als der Eiswürfel meine fast schon schmerzende harte Warze neckte und sie immer wieder zum Vibrieren brachte. Mein Haut wurde auf einmal viel zu eng und meine Innerstes begann zu glühen. Mir wurde unendlich heiß und ein feiner Schweißfilm bildete sich auf meiner Stirn.

Alles wegen einem Eiswürfel!

Doch dann verließ er mich und ich stand alleine da. Mein Körper bebte vor Lust und stand unter Starkstrom. Gerade als ich protestieren wollte, dass er jetzt nicht aufhören könne, schlossen sich seine Lippen heiß um meine Brustwarze und begannen gnadenlos an ihr zu saugen. Hart wurde sie in seinen Mund gezogen und mit seinen Fängen strich er immer wieder darüber, verletzte sie aber nicht. Wenn ich gekonnt hätte, ich hätte seinen Kopf noch fester an mich gedrückt. Ich wollte dieses Gefühl nicht mehr missen wollen. Sein heißer Atem und die feuchtwarme Zunge waren wie eine kleine Qual für meine Sinne, die aber komischerweise nach mehr schrien.

Als er dann seine Zunge nur sanft über die Brustwarze gleiten ließ, verfluchte ich mich, dass ich überhaupt einen BH angezogen hatte, denn ich wollte sie direkt auf mir, auf meiner Haut spüren und nicht durch diesen lästigen Baumwollstoff, der nun so schwer und nass an mir klebte. Aber Edward selber machte auch keine Anstalten, mir den BH auszuziehen, sondern begnügte sich damit, meine Nippel dadurch zu verwöhnen.

Noch während ich von seiner Zunge gefangen war und immer noch nicht wusste, wie sowas möglich sein konnte, spürte ich erneut diese Eiseskälte, wie sie an meinem Bauchnabel kreiste und weiter südlich wanderte. Edwards Zunge blieb weiter an meiner Brustwarze haften und unterzog sie weiter seiner höllisch guten Behandlung.

Meine Gedanken fuhren Achterbahn, denn ich wusste nicht, auf welches dieser zwei so unterschiedlichen Empfindungen ich mich konzentrieren sollte. Das heiße, feuchte Spiel an meinen Brüsten? Oder lieber das qualvolle Kühle, welches an meinem Slip entlangfuhr und meinen Intimmuskel zum klirren brachte? Es war zu viel für mich. Beides löste unterschiedliche, aber komischerweise auch genau die gleichen Gefühle und Eindrücke in mir aus. Es war berauschend, aber auch leidvoll. Es war Lust, aber auch Pein. Alles in einem und doch so perfekt.

Ich war zu sehr in einer Blase aus Empfindungen und meiner eigenen Lust gefangen, als das ich Edwards Vorhaben mitbekam, denn auf einmal spürte ich nur, wie der Eiswürfel in meinen Slip wanderte und meine nasse und so brennend heiße Weiblichkeit abkühlte, dass ich laut aufschrie. Es war, als ob dies einen kleinen Kurzschluss in mir auslöste und ich wurde von einem heftigen Orgasmus überrollte. Ich versuchte meine Arme zu befreien und zerrte an den Ketten, aber nichts geschah, außer dass ich wie eine Irre am ganzen Körper zitterte und mich am liebsten in dieser Lust winden wollte, was ich aber durch die Fesseln nicht konnte.

„Ach meine kleine, menschliche Bella“, kicherte Edward irgendwo in meiner Nähe, aber ich konnte nicht genau ausmachen wo er sich gerade befand, denn seine Worte drangen wie durch einen Nebelschleier zu mir. Alles was für mich gerade wichtig war, war die enorme Kälte zwischen meinen Beinen, die mich gefangen hielt.

„Du bist so leicht zu befriedigen, es ist fast schon eine Schande wie bereit dein Körper für mich ist!“

Arschloch! Wie konnte er so etwas sagen? Ich hatte solche Sachen noch nie getan! Mein Körper kannte sich selber ja gar nicht und wusste noch nicht mal von den ganzen Knöpfen die man drücken konnte, um ins Land des Verlangens abzudriften. Er hatte Erfahrung, er wusste was er tun musste und nutzte das schamlos aus. Das war schon nicht fair, aber meine eigene Unwissenheit in Sachen Sexualität so in den Dreck zu ziehen und es aussehen zu lassen, als ob ich mich ihm an den Hals schmeißen würde weil er ja so gut war, war schlichtweg unfair und arrogant hoch zehn!

„Nun ja, etwas Zeit haben wir ja noch, die sollten wir nicht vergeuden. Außerdem weiß ich, wie ich dich dahin kriege, wo ich dich haben will!“ Seine selbstverliebten Worte flossen wie heißer Honig aus seinem Mund und allein ihr Klang, sorgte für ein erneutes Kribbeln in mir. Ich hasste meinen Körper und meine verdammt Libido, die gerade jetzt erwachen musste!

Edwards Hand suchte sich ohne Umschweife seinen Weg in meinen Slip und begann mein abgekühltes, aber dennoch hypersensibles Fleisch zu massieren. Ich biss mir mit aller Macht auf die Unterlippe, wollte um keinen Preis der Welt stöhnen oder ihm sonst wie zeigen, dass es mir gefiel. Ich war nicht leicht zu befriedigen und das würde er auch nicht einsehen müssen!

„Hmmm…… eine kleiner Kämpferin“, lacht er dann, als er meinen Widerstand bemerkte. „Ich liebe Herausforderungen!“

Als er diese Worte mir heiser ins Ohr hauchte, drückte er meine Klitoris zwischen Zeigefinger und Daumen zusammen, sodass Wellen der Begierde durch meine Venen schossen. Ich versuchte weiter krampfhaft nicht zu zeigen, wie erregt ich immer noch, oder schon wieder war, aber er schien es mir entweder anzusehen, oder vielleicht roch er es mit seiner Vampirnase sogar.

„Bella Schatz, versuch es erst gar nicht, du kannst nicht gewinnen.“

Und ob du widerlicher Bastard! Ich werde es dir zeigen! Innerlich versuchte ich mich immer weiter gegen ihn zu wappnen, aber als Edward dann meinen Slip an Seite zog und ohne irgendeine Vorbereitung seine sündige Zunge über meine geschwollene Perle zuckte, wusste ich, ich hatte verloren. Er nahm sie in den Mund, saugte hemmungslos daran und in mir bildete sich erneut ein Druck, der einfach nur hinaus wollte. Immer wieder neckte er mein Intimstes, bis ich es einfach nicht mehr aushielt.

„Hmm…. du beginnst zu Zucken mein Schatz!“

Scheiße ja, ich stand kurz vor dem Orgasmus und wollte ihn auch nicht länger verleugnen oder unterdrücken! Er hatte es wieder einmal geschafft mir zu zeigen, dass ich, egal was ich tat, immer die Unterlegene war und er immer bekam was er wollte. Auch von meinem Körper, der sich einmal mehr gegen mich selber richtete.

„Bitte“, bettelte ich schon fast, als weder seine Finger, noch sein Mund mich weiter berührten. Ich hatte diese Anspannung in mir, die mich beinahe zum Zerreißen brachte. Ich brauchte dringend diese Erlösung, koste es was es wolle. Und wenn ich betteln musste, dann tat ich es halt. Auch wenn ich mich im Nachhinein selber dafür hassen würde!

„So meine Süße. Unsere Stunde ist rum. Heute hast du gelernt, dass hier der Kunde König ist und dein Verlangen hinten ansteht. Esme wird dich gleich holen kommen. Wir sehen uns dann heute Abend in der Bar!“

Verwirrt lauschte ich seinen Worten. Der verarschte mich doch gerade. Der wollte mich nicht ernsthaft so hier hängen lassen? Ein kleiner, unschuldiger Kuss wurde mir auf die Schulter gedrückt und einer seiner Finger fuhr hauchzart um eine meiner steifen Nippel. Dann hörte ich wie die Tür ins Schloss fiel. Ich war alleine. Alleine in meinem Verlangen und wollte schreien vor Enttäuschung und Schmerz, den er bei mir hinterließ!

Freitag, 28. Mai 2010

Kapitel 18

Alice PoV


Nach einer zermürbenden Nacht, in der ich nicht wirklich schlafen konnte, saßen wir wieder im Frühstücksraum und jeder widmete sich schweigend seiner Mahlzeit. Ich brachte, wie eigentlich immer, nicht wirklich was hinunter. Die Cornflakes schmirgelten in meinem Hals wie Sandpapier und der O-Saft brannte wie Säure. Mein Magen protestierte und ich musste mich schwer zusammenreißen die Nahrung bei mir zu behalten. Feine Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Aber ich musste es aushalten, was anderes wäre sinnlos gewesen.

„Alice, Kleines, versuch doch wenigstens deine Banane zu essen. Ich weiß genau, es ist beinahe unmöglich aber du brauchst Kraft!“ Bella hatte ihre Hand auf meine gelegt und die Wärme die sie auf mich übertrug wirkte tröstlich. Ich atmete tief ein und schälte langsam die gelbe Banane, Bella hatte recht. Ich konnte nichts an meiner Situation ändern, aber ich konnte entscheiden wie ich ihr gegenübertreten wollte.

Ich rief mir unser gestriges Gespräch ins Gedächtnis. Alle meine Hoffnung stützte sich auf Jaspers Revierinstinkt, ja so absurd es auch war. Seine Besitzansprüche auf mich, warum auch immer er sie hatte, waren meine engsten Verbündeten in diesem Kampf. Diesem Kampf gegen James und für etwas Schutz.

Ich seufzte und biss in die Frucht, die allerdings genauso wenig schmeckte, wie der Rest!

Eine Zeit lang saßen wir nur schweigend beieinander, wie der ganze Rest hier auch, dann schlug die Uhr über dem Trainingsplan 9 Uhr und gleich darauf setzte das übliche, emsige Treiben der Mädchen ein. Der Alltag begann und jeder wollte rechtzeitig zu seinen Aufgaben kommen.

Heute sollte Bella in den Darkroom und ich in Raum 6, nie davon gehört! Was immer da auch auf mich lauern mochte…

Ich packte Bella am Arm, Panik überflutete mich mit einem Mal. „Bella, was ist Raum 6? Was muss ich anziehen? Scheiße, verflucht, ich hab nur noch 15 Minuten! Was mach ich jetzt?“

Bella war jedoch genauso ratlos wie ich. Verdammt! Dann würde ich jemanden fragen, es ging nicht anders, ich wollte nicht noch mal eine Demütigung erleben wie mit James, bisher war Jasper zwar immer ‚nett‘ zu mir gewesen, naja, so nett wie er sein konnte, doch nur Gott allein wusste, was passieren würde wenn ich nicht nach seiner Pfeife tanzen würde. Und ich war definitiv nicht scharf darauf das raus zu finden.

Ich blickte mich im Frühstücksraum um, wer sah den hier denn einigermaßen ‚vertrauenswürdig‘ aus? Schließlich wollte ich nicht vom Regen in die Traufe geraten. Angela kam schon mal nicht in Frage. Sie wirkte auf mich genauso schizophren wie Esme. Und sie war ein Mensch, kein totes Wesen, welches schon immer in diesem Wahnsinn lebte. Aber wen konnte ich fragen?

Dann sah ich ihn. Ein Junge, etwa in unserem Alter, er hatte eine rostbraune Haut und lange schwarze Haare. Ich deutete unauffällig auf ihn und Bella nickte. Er wirkte sympathisch, so wie der nette Junge von nebenan. Genau so jemanden hatte ich gesucht.

Wir hatten ihn schon mal flüchtig an unserem ersten Tag hier gesehen, erinnerte ich mich langsam. Aber an mehr konnte ich mich nicht erinnern. Er saß ganz alleine an einem Tisch und er war und ist immer noch das einzige männliche Wesen hier. Wenn man mal von den Wachen und dem Psycho-Doc absah. Der Arme!

Ich nahm all meinen Mut zusammen, Bella drückte kurz meine Hand und ich ging schnurstracks auf den Indianer Jungen zu. Ich konnte mir nicht leisten zu trödeln, die Zeit arbeitete stetig gegen mich.

„Entschuldige bitte. Kannst du mir vielleicht helfen?“ Meine Stimme war nicht mehr als ein leises Flüstern aber anscheinend hatte er mich gehört, denn er lächelte freundlich. Das war schon mal ein gutes Zeichen, obwohl Esme lächelte auch immer freundlich…

Ich weigerte mich diesen Gedanken zu Ende zu führen. Esme war krank, schizophren, vollkommen verhaltensgestört und dieser Junge hier wirkte so vertrauenswürdig und ehrlich sympathisch. Ich war entschlossen ihn zu mögen. Zumindest ich meine Meinung über ihn noch nicht geändert hatte.

„Ich hoffe ich kann, Herzchen. Du siehst so verloren aus.“ Sein Lächeln verschwand nicht und sein Tonfall war warm und sanft.

„Ich bin neu hier und weiß nicht was ich tun soll. Ich habe jetzt ein Training in Raum 6. Ich war noch nie da und weiß nicht welche Kleidung dort erwünscht ist, bitte hilf mir wenn du kannst.“

„Glücklicherweise kann ich dir sogar weiterhelfen, da war ich gestern. Ich bin ja auch noch nicht so lange hier und bin auch um jede Hilfe dankbar, die sind ja so was von streng hier.“ Den letzten Satz flüsterte er in meine Ohr, man wusste ja nie wer sonst noch so zuhörte.

Ich strahlte ihn an „Ja, wirklich? Bitte, dann sag es mir, ich habe nämlich nur noch zehn Minuten.“

Er erwiderte mein Lächeln, „Kein Problem, Kleines. In Raum sechs wartet nichts weiter als ein schönes, großes, weiches Himmelbett auf dich. Da reicht es wenn du ein einfaches Negligee anziehst.“

Ich ergriff seine Hand, „Danke, ich danke dir vielmals. Ich bin übrigens Alice und meine Freundin dahinten, die schon ungeduldig von einen auf den anderen Fuß tritt, ist Bella.“

Der Junge schüttelte meine Hand. „Freut mich Alice, ich bin Jacob. Aber jetzt beeilt euch lieber, sonst kommt ihr noch zu spät. Vielleicht haben wir ja irgendwie später die Möglichkeit auf ein kleines Pläuschchen!“

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und Bella und ich hetzten hinaus.

Genau fünf Minuten später stand ich vor Raum 6 und zitterte mal wieder wie Espenlaub. Was würde heute wohl passieren? Ein letztes Mal zupfte ich mein beigefarbenes Spitzennegligée unter meinem Morgenmantel zu Recht und betrat, mit laut klopfendem Herzen, Zimmer 6.

Dieses Mal gab es sogar Licht! Ein sanftes rotfarbenes Lichtspiel ergoss sich über das Zimmer und dessen Einrichtung, die nebenbei gesagt, mehr als spärlich war. Ein Schrank, eine Couch und ein riesiges Himmelbett, das den Raum dominierte.

Na klasse, jetzt war ich wirklich im Rotlicht Milieu angekommen. Genauso stellte ich mir ein „Stundenzimmer“ vor.

„Da bist du ja, Alice! Und pünktlich auf die Sekunde, das lob ich mir!“

Die vertraute, weiche, dunkle Stimme drang hinter den schwarzen Bettvorhängen zu mir. Erleichtert atmete ich aus, nicht James sondern Jasper.

„Hallo Jasper!“ begrüßte ich ihn zögerlich.

„Komm her meine Schöne. Komm zu mir aufs Bett. Aber leg vorher deinen Morgenmantel ab.“

Langsam löste ich den Knoten und der seidene Stoff glitt sofort auseinander und ein leises Knurren ertönte hinter den Vorhängen. Auch wenn ich Jasper nicht sehen konnte, war ich mir sicher dass ihm nicht die kleinste Bewegung meinerseits entging.

Nur keine Angst, redete ich mir ein. Er meint es gut mit dir….irgendwie….ok, er will dich zur Hure machen und enthält dir deine Freiheit vor…aber abgesehen davon…. Ach, das machte doch alles keinen Sinn. Hatte ich mich etwa mit dem Stockholm-Syndrom infiziert? Baute ich etwa eine Bindung zu meinem Entführer auf?

Energisch schüttelte ich den Kopf, ich versuchte jetzt nicht daran zu denken, am besten gar nicht zu denken. Ich probierte meinen Geist von meinem Körper zu lösen. Mit einem tiefen Atemzug trat ich an das riesige Bett und strich die Vorhänge beiseite und da lag er.

Jasper lag auf der Seite, mit nichts weiter an als einer schwarzen Trainingshose. Zu meiner Schande musste ich mir eingestehen, dass er wirklich göttlich aussah. Seine blonden Locken fielen ihm ins Gesicht und sein Körper schimmerte im Rotlicht. Er war perfekt durchtrainiert, aber nicht aufgepumpt.

In der ‚realen‘ Welt wäre er genau mein Typ.

Er klopfte neben sich auf das Bett. „Na komm schon Alice, du müsstest doch mittlerweile wissen, dass ich dir nichts tue.“ Ok, seine Stimme hatte jetzt einen genervten Unterton und so beeilte ich mich schleunigst neben ihn zu krabbeln. Vermeidung von Schmerzen, das war zu meinem Neuen Lebensmotto geworden.

Ich mied seinen Blick so gut ich konnte, diese Tiefe, dieses animalische Schimmern in ihnen machte mich nervös und ich studierte eifrig die goldene Satin Bettdecke.

>Du musst es ihm sagen, sprich mit ihm. Er hat dir doch gesagt, dass du ihm vertrauen sollst.<
Bellas Worte schwirrten, wie ein Mantra in meinem Kopf. Noch einmal wogte ich das für und wider ab, aber genau wie in der vorigen Nacht kam ich nur zu einem Ergebnis: Lieber würde ich Jaspers Strafen auf mich nehmen als noch einmal alleine mit James zu sein! Damit war das Urteil endgültig gefällt und ich nahm all meinen Mut zusammen….schon wieder.

Ich blickte ihm geradewegs in seine herrlichen blauen Augen. Sein Blick war starr auf mich gerichtet, fixierte mich auf die übliche Art. „Du hast was auf dem Herzen, Liebste?“ kam er mir zuvor. War ja klar, dass er das wieder wusste. „Erzähl mir davon, bitte!“ Gott, sein Tonfall war so weich und sanft, fast lies ich mich davon einlullen. Aber ich brauchte jetzt meinen ganzen Willen.

„Ja….“, begann ich leise. „Das stimmt. Ich habe Angst, Jasper…“ seine Pupillen weiteten sich aber er streichelte ganz leicht meinen Handrücken und dann sprudelte die ganze furchtbare Geschichte aus mir heraus. Es war nicht einfach und ein paar Mal geriet ich ins Stocken, aber er unterbrach mich nicht, wofür ich ihm sehr dankbar war. Ich weiß nicht ob ich sonst alles hätte erzählen können.

Als ich fertig war sagte er nur kalt „Alice, er wird dich nie wieder anrühren, das schwöre ich!“

Vor Erleichterung schloss ich die Augen. Das Schlimmste hatte ich hinter mir und Jasper hatte mir seinen Schutz versprochen. Natürlich war ich immer noch misstrauisch, das würde ich, glaub ich, nie ablegen. Gott sei Dank dafür. Meine absolute Horrorvorstellung war so zu werden wie Esme oder Angela.

Dann riss Jasper mich aus meinen Gedanken. „Also Alice, heute möchte ich dass du meinen Körper kennen lernst. Aber entspann dich, es wird dir gefallen.“

Klar, da bin ich sicher. Ich bin schon ganz scharf drauf! Dachte ich sarkastisch aber wenigstens ließ er das Thema „James“ ruhen.

„Schließ die Augen, Schönheit.“ Warum gab er mir auf einmal solche Spitznamen?

Ich tat wie befohlen, atmete tief ein versuchte meinen Geist zu klären und eine Weile passierte gar nichts, ich hörte nur meinen Herzschlag und unsere beider Atem. Dann spürte ich wie er meine Hand nahm und sie an seine Wange legte. Sie war kühl aber bestürzend weich, fast wie die Haut eines Babys. Er glitt mit meiner Hand tiefer, an seinem Hals vorbei, auf seine Schulter. Langsam legte er meine Hand auf sein Herz und es war verstörend für mich dort keinen Herzschlag zu fühlen. Aus Reflex wollte ich meine Hand zurückziehen.

„Nein, Alice. Bitte lass deine Hand auf mir, erforsche mich, lerne mich kennen.“

Auch wenn er es als Bitte formuliert hatte, war es, so wie alles was sie sagten, ein Befehl und ich wagte nicht gegen diese Befehle zu verstoßen. Er ließ meine Hand los und ich fuhr allein fort seinen Körper zu erkunden. Mit geschlossenen Augen war es wirklich viel einfacher, so war ich nicht seinem drängenden, intensiven Blick ausgesetzt. Seine Haut fühlte sich fantastisch an. Glatt und weich aber ich spürte auch die ungeheure Kraft in seinen Muskeln, ich wusste, er könnte mich mit nur einer kurzen Bewegung töten.

Gegen meinen Willen fühlte ich wie sich mein Körper erwärmte und zwar nicht weil es in dem Zimmer warm war, er erwärmte sich für ihn. Jasper. Mein Trainer, mein Entführer…
Ich konnte nichts dafür aber diese Kombination aus Sanftheit und Tod die er ausstrahlte, hatte seine ganz eigene Wirkung auf meinen Körper.

Sanft ertastete ich seine Brust und glitt zu seinem Waschbrettbauch. Er war perfekt! Ich schämte mich, solche Empfindungen zu haben, es war nicht fair! Ich wollte nicht, dass es sich gut anfühlte und vor allem wollte ich ihn nicht Gutfinden. Während meine Hand sich wie automatisch auf seine Hüfte legte, riskierte ich einen winzigen Blick auf ihn.

Langsam, millimeterweit öffnete ich meine Lider und betete, dass er es nicht merken würde aber ich konnte nicht anders. Jasper war ein Bild puren männlichen Wohlbehagens. Er hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt und die Lippen ein Stück weit geöffnet, sein Daumen streichelte meine andere Hand, die neben ihm lag. Er sah wundervoll aus. Ein wohliges Ziehen machte ich sich in meinem Unterleib bemerkbar und gleich darauf, blähten sich seine Nasenflügel.

Verdammt, wahrscheinlich konnte er meine Reaktion auf seinen Körper riechen. Gott, wie peinlich war das denn?! Jetzt würde er über mich herfallen. Oder? Ich konnte nicht mehr und entzog mich ihm. Es war zu viel, in meinem Kopf herrschte nur noch Chaos und ich wünschte mich meilenweit weg.

„Alice, was ist los? Warum hast du aufgehört? Es hat dir doch gefallen, das konnte ich wittern!“

Unter keinen Umständen würde ich das zugeben! Es hatte mir nicht gefallen, redete ich mir ein, ich wurde schließlich dazu gezwungen! Außerdem hatte ich das Gefühl, ich sei ihm etwas schuldig.

„Ich…ich…“, verdammt ich konnte keinen vernünftigen Satz formulieren.

„Ist schon gut Alice, dass ist jetzt alles was viel für dich, glaube ich. Geh in dein Zimmer und ruh dich aus. Wir können später weiter machen!“

Konnte es noch schlimmer werden? Jetzt war er sogar noch verständnisvoll!

Freitag, 21. Mai 2010

Kapitel 17

Bella PoV

Kaum hatte Laurent mich wieder in mein Zimmer gebracht, ging ich gleich ins Bad und wollte nur noch duschen. Ich fühlte mich irgendwie dreckig und schmutzig. Ich war zwar sauber und das schöne weiße Kleid hatte keinen einzigen Fleck, aber meine Seele sah da ganz anders aus. Edward hatte es geschafft meinen Körper gegen mich einzusetzen und es war ihm erfolgreich gelungen.

Das Kleid legte ich vorsichtshalber noch auf die Kommode, damit mit ihm nichts passieren konnte und flüchtete unter die heiße Dusche und schrubbte meine Haut. Sorgfältig nahm ich mir jeden einzelnen Zentimeter vor und säuberte ihn. Immer wieder, bis die Haut langsam rot wurde, denn ich wollte einfach wieder rein werden. Dazu wusch ich mir auch dieses grausame Make-up ab, ich wollte wieder ich sein, keine Puppe.

Doch das schlimme war, es hatte mir ja gefallen. Es war sogar richtig schön gewesen und ich hätte gerne mehr davon gehabt, aber das konnte ich ja schlecht zugeben. Außerdem war es mir unsagbar peinlich, dass nicht nur mein Körper sich gegen mich gestellt hatte, sondern auch so langsam mein Verstand gegen mich arbeitete. Das durfte ich nicht zulassen, sonst würde ich noch wie Angela enden und das Treiben hier toll finden und mich auf dieses Unterricht freuen. Ich würde hier enden und mich selber verlieren. Davor hatte ich am meisten Angst, eine Hülle zu werden.

Ein Klopfen an der Tür holte mich aus meinen trüben und traurigen Gedanken und ließ mich inne halten. „Bella, kann ich reinkommen?“ ertönte Alice Stimme etwas undeutlich und ich atmete erleichtert aus. „Klar, komm rein!“ rief ich zurück, während ich das Wasser abstellte und mir ein Handtuch nahm, um mich darin einzuwickeln.

Alice kleine und zierliche Gestalt kam umgehend durch die Tür zu ihrem Schafzimmer herein und ich ging auf sie zu und nahm sie einfach in den Arm! Es tat so gut jemanden zu haben, der für einen da war und auch ohne Worte verstand. Sie wusste genau, wie ich mich fühlte und sie dachte das Gleiche. Sie war meine Vertraute. Eine kleine Ewigkeit standen wir so da, Arm in Arm und keiner sagte etwas, aber wir verstanden uns auch so.

„Wie war dein Training?“ fragte ich dann irgendwann und ließ von ihr ab.

„Oh Gott Bella, du ahnst es ja gar nicht. Ich musste dieses grausam und ultrakurze Kleid anziehen, dazu diese Mörderstiefel und dann in diesen komischen Darkroom gehen. Aro habe ich auch noch auf dem Weg dorthin getroffen“, sie brach kurz ab und ein Schauer durchfuhr sie. „Naja, und dann war ich in diesem Raum, alles war dunkel und ich konnte überhaupt nichts sehen. Und auf einmal war ich an Armen und Beinen gefesselt.“

„Was?“

„Ja, aber das merkwürdige war, es war Jasper der bei mir war und nicht James!“

„Na und? Der ist doch genau so psycho, wo bitte ist da der Unterschied?“

„Bella, ich glaube ich muss dir da was erzählen. Lass uns in dein Schlafzimmer gehen, damit du dir etwas anziehen und dich setzen kannst.“

Ok, was mochte denn jetzt kommen? Wir beiden gingen rüber zu mir und ich nahm mir mein Nachthemd, welches ich mir anzog und setzte mich dann zu Alice auf mein Bett. Erwartungsvoll sah ich sie an.

„Versprich mir, dass du mir nicht böse wirst, weil ich es dir noch nicht erzählt habe!“

„Was ist passiert Alice?“

So langsam machte ich mir Sorgen. Alice atmete einmal tief durch und schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete guckte sie nicht mich an, sondern sie fixierte einen Punkt hinter mir an der Wand, so als ob sie irgendetwas anderes, in der Vergangenheit sah. Und dann erzählte sie mir von dem Moment, als James sie gebrandmarkt hatte und, während sie bewusstlos war, auf sie ejakuliert hatte. Sofort drehte sich mir der Magen um, wie konnte man so krank und gestört sein? Wie pervers und abartig?

Und wer wusste, was er während meiner Bewusstlosigkeit getan hatte?

„Er hat was?“ brachte ich dann nach etwas längerer Zeit zu Stande.

„Ja, ich ….. ich wusste nicht, …. Also ich konnte irgendwie….“

„Komm her“, sagte ich schnell und nahm sie in den Arm, denn man merkte, wie ihr diese Sache zu schaffen machte. „Alice, du konntest nichts dafür. James ist so ein widerliches Arsch, ein richtiger Perversling! Es war nicht deine Schuld, bitte red dir das nicht ein!“

„Ja, und genau deswegen ist mit Jasper lieber. Er mag zwar krank sein, aber vor James habe ich einfach nur Angst. Der würde die Situation doch nur ausnutzen und mich wahrscheinlich quälen und vergewaltigen wo er nur kann. Jasper scheint irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben. Ok, ich traue ihm auch keinen Zentimeter weit, aber dennoch glaube ich nicht, dass er so grausam zu mir sein könnte.“

Das klang einleuchtend! „Aber warum war denn jetzt Jasper und nicht James bei dir?“

„Keine Ahnung, dass hat er nicht gesagt. Er hat gesagt ich soll ihm vertrauen und dann hat er mich angefasst und meinte er will meinen Körper kennenlernen. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, es hat mir sogar irgendwie gefallen.“ Sie schaute verlegen auf ihre Hände, welche in ihrem Schoß lagen. „Es hatte etwas Besitzergreifendes und Zufriedenes, wie er mit mir umgegangen ist. Aber als ich kurz aufgestöhnt hab, weil es mir gefallen hat, schien er es falsch verstanden zu haben und meinte er wolle mir nicht wehtun und Simsalabim, stand ich alleine da und war nicht mehr gefesselt. Er war einfach verschwunden!“

„Er ist abgehauen?“

„Ja.“

„Danach kam Laurent zu mir und hat mich zu einer gewissen Person namens Tanya geschleift und wurde grundüberholt.“ Vielsagend blickte sie an sich runter und verzog dabei ihr schönes Gesicht.

„Du warst auch bei Tanya?“ Erst jetzt fiel mir auf, dass Alice geschminkt und frisiert war.

Alice erzählte mir was ihr bei Tanya widerfahren war und konnte mich komplett darin wiederfinden, denn ich hatte genau das Gleiche durchgemacht. Ich erzählte Alice von meinem Tag und sie wirkte total durch den Wind, als sie erfuhr, dass Edward mich geschlagen hatte, weil ich die falsche Kleidung anhatte, guckte aber total verwirrt, als ich dann von meinem Erlebnis in diesem Spiegelkabinett erzählte. Ich erzählte ihr auch, wie ich gefühlt hatte und wie ich mich gerade fühlte. Ich musste es ihr einfach erzählen, denn ich war total verwirrt. Ich wusste immer noch nicht, wie ich damit umgehen sollte und was ich davon halten sollte.

„Weißt du Alice, ich kam mir so schmutzig vor, dass ich sofort unter die Dusche bin, aber ich muss gestehen, es hat mir gefallen. Sehr sogar! Ich wollte das eigentlich gar nicht, aber mein Körper ist total aufgegangen und hat er genossen. Und eben, unter der Dusche, da habe ich gemerkt, dass nicht nur mein Körper angetan war. Ich würde es gerne nochmal erleben. Das ist doch krank, oder? Ich meine, ich kenne ihn nicht und er ist ein Verbrecher, ein Vampir und einfach krank. Wie kann ich so empfinden?“

Alice guckte mich intensiv an und legte ihren Kopf schräg. „Nun ja, wenn man mal die Schläge weglässt, war Edward ja eigentlich immer ganz ok. Und wenn man bedenkt, welche Erotik der Mann ausstrahlen kann, kann ich verstehen dass es dir gefallen hat. Nicht umsonst sind die anderen alle eifersüchtig auf dich. Ich glaube das Problem ist, dass es unter diesen Umständen passiert ist.“

Lange blickte ich sie an und dachte über ihre Worte nach. Wäre es unter anderen Bedingungen auch so gewesen? Hätte es mir auch gefallen? Es war einfach zu viel für mich! „Ich habe keine Ahnung,“ sagte ich dann resignierend.

„Ich auch nicht, denn mir geht es ja ähnlich. Es ist so irre, ich kann es einfach nicht erklären. Jasper ist mehr wie ein Tier als ein Mensch, äh Vampir, aber irgendetwas hat er, was mich anspricht. Ich kann dir nicht erklären warum, denn eigentlich ist es ja total dumm, aber es ist so!“

Wo waren wir beide denn da nur rein geraten? Das war die reinste Hölle und unsere Gefühle spielten verrückt!

Auf einmal, ohne jegliche Vorwarnung wurde die Tür aufgestoßen und Esme stand mit einem Tablett und 2 Tellern darauf vor uns. Komisch, normalerweise hörte man, wenn die Tür aufgeschlossen wurde, aber diesmal hatte man nichts gehört. Es wurde immer ominöser in diesem Haus, aber ich hatte aufgehört mir darüber Gedanken zu machen.

„Meine beiden Süßen, wie geht es euch?“

„Gut“, versuchte ich so locker wie möglich zu sagen, denn ihr konnten wir ja schlecht die Wahrheit sagen.

„Das freut mich. Wie ich sehe habt ihr euren ersten Trainingstag gut überstanden“, verkündete sie glücklich und stellte das Tablett auf meinem Nachttisch ab. „Und Alice, du siehst wunderbar aus! So schick, unglaublich schön!“ Dann wandte sie ihren Blick zu mir. „Bella Mäuschen, ich habe gehört, dass Edward dich bestrafen musste, weil du dich auf den Unterricht nicht richtig vorbereitet hattest.“ Ihr Blick wurde mitleidig und ich hätte ihr am liebsten die Augen ausgekratzt. Dämliche Kuh! „Aber wie ich sehe, geht es dir wieder ganz gut. Und Edward hat mir berichtet, dass die zweite Stunde ein voller Erfolg war. Er sagt du hast richtig Potenzial zum Publikumsliebling zu werden.“

Publikumsliebling? Und schon waren die halbwegs positiven Gefühle, die Edward in mir geweckt hatte wieder dahin. Mir wurde schlagartig wieder bewusst, warum Edward das mit mir getan hatte und das es nicht so war, als ob er es freiwillig oder gerne machte, oder weil er Spaß dran hatte. Er tat es, weil es ihm aufgetragen wurde und ich sollte als Hure ausgebildet werden. Die Verwirrung wisch der Wut und der Enttäuschung.

„Äh… Esme?“ hörte ich Alice leise Stimme.

„Ja Schätzchen“, Esme war sofort bei ihr und strich ihr behutsam über den Kopf, wie man es bei einem Kleinkind machte.

„Warum hat Jasper heute die Stunde abgehalten? Also, ….. naja….. ich dachte James, also dass er mein Trainer wäre.“

„Ich bin zwar nicht voll im Thema, dass ist Carlisles Aufgabe, aber ich habe mitbekommen, dass James sich einen groben Fehltritt geleistet hat. Was genau weiß ich selber nicht, aber ganz ehrlich, da lasse ich los und du solltest das auch tun. Jasper hat seine Aufgabe übernommen und du kannst trainiert werden, dass ist doch das Wichtigste. Ich werde mal mit meinem Mann besprechen, ob dieser Wechsel von Dauer ist, oder ob nur für eine absehbare Zeit“

Beim letzten Satz hatte sich Alice Gesichtsfarbe drastisch geändert und hatte sich immer mehr einem Weißton angenähert.

„Mach dir keine Sorgen mein Schatz, wir finden da schon einen Weg, aber darüber musst du dir dein süßes Köpfchen nicht zerbrechen. Esst erstmal und schlaft euch aus. Morgen habt ihr beide eine Trainingsstunde, die Daten findet ihr wieder im Frühstückssaal. Und morgen Nachmittag werdet ihr in eure Arbeit in der Bar eingeführt. Vielleicht seid ihr ja schon so gut, dass ihr morgen Abend schon richtig loslegen könnt. Also, ihr seht, ein großer Tag steht euch bevor.“

Dann gab Esme uns beide einen Kuss auf den Kopf, was in mir den Wunsch weckte, mich erneut zu duschen. „Lass es euch schmecken und gute Nacht meine beiden Kinder!“ sagte sie noch in ihrer Art, die mich jedes Mal an ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifeln ließ, drehte sich um und ging wieder.

„Die Frau ist richtig krank. Egal ob Mensch oder Vampir, die gehört doch in die Geschlossene!“

„Bella, hast du das gehört, wenn ich Pech habe, wird James doch noch mein Trainer! Das schaff ich nicht. Wenn James mich trainiert, wird das mein Tod. Er wird mich fertig machen und mich dabei auch noch auslachen, dass pack ich nicht.“

„Alice ganz ruhig! Rede doch morgen bei deinem Training mit Jasper deswegen, denn James wird dich ja erstmal nicht trainieren.“

„Mit Jasper?“

„Ja, er sagte doch, du sollst ihm vertrauen. Und wenn er wirklich so besitzergreifend ist, wie du denkst, dann wird er bestimmt nicht zulassen, dass James dir etwas tut. Außerdem wird er es dir wohl hoch anrechnen, dass du dich ihm anvertraust. Und da er der Sohn vom Paten hier ist, kann er da bestimmt was drehen.“

„Meinst du wirklich?“

„Ja Al, frag ihn und du wirst sehen, er wird dir dabei bestimmt helfen. Da er, wie du so schön gesagt hast, einen Narren an dir gefressen hat, will er dich doch weitertrainieren und wenn ihr zusammenhaltet….“ Gott was redete ich denn da für einen Quatsch? So langsam begann ich durchzudrehen, es war soweit!

„Gut, ich werde mit ihm reden. Wenn ich den Mut dazu aufbringe.“

„Das wird schon“, versuchte ich ihr die Angst zu nehmen und strich ihr behutsam über den Arm. Wie würde ich wohl in dieser Situation reagieren?

Alice blickte mich leicht lächelnd an und nickte. „Ja, irgendwann muss es ja mal bergauf gehen. Selbst in der Hölle. Ich geh grad duschen und dann essen wir, ok?“

„Ok, ich warte auf dich.“

„Danke Bella“, sagte sie und nahm mich in den Arm. „Danke für alles!“ Dann ließ sie mich los und verschwand im Bad.

Ich hoffte sie hatte recht, irgendwann muss es ja besser werden!

Montag, 10. Mai 2010

Kapitel 16

Alice PoV


Ich umarmte Bella nochmal fest, dann drehte ich mich um und betete zu Gott, dass ich sie wiedersehen würde.

Mit zittrigen Knien ging ich langsam den Gang runter und blickte rechts und links auf die Türen. Darkroom. Keine Ahnung was das war, aber da sollte ich wohl in zehn Minuten erscheinen.

„Na wo wollen wir denn so alleine hin?“ Eine schwere Männerhand landete auf meiner Schulter. Aro, dieser komische Arzt, grinste mir lüstern ins Gesicht. Na prima, der hatte mir gerade noch gefehlt.

„Ich…ich bin…“ setzte ich an. „Ich würde sagen, Liebes, “ fiel er mir ins Wort, „ du bist in Schwierigkeiten. Wenn dich jemand hier alleine findet auf dem Flur, kann das sehr ernste Konsequenzen für dich nach sich ziehen.“

Sein Daumen streichelte meine Schulter. „Du kannst von Glück sagen, dass ich es bin, dem du in die Arme gelaufen bist!“ Er beugte sich nahe zu mir herunter. „Es wäre wirklich ein Jammer, diese zarte, perfekte Haut zu verletzen!“

Er küsste meine Stirn und seine langgliedrigen Finger strichen von meiner Schulter meinen Arm hinunter. Ich hatte Mühe mein Frühstück bei mir zu behalten, dieser Vampir war so was von widerlich schmierig und lüstern. Buchstäblich zum kotzen.

„Komm jetzt!“ Er richtete sich auf. „Ich bring dich ausnahmsweise zu deiner Trainingsstunde, aber vorher musst du dich umziehen. Hat dir das keiner gesagt?“

Ich schüttelte den Kopf. Wie umziehen? Davon wusste ich nichts und Bella auch nicht! Verdammt, da stellte sich doch die Frage was wir noch alles „nicht wussten“!? Aber woher auch?

Aro brachte mich schnell in mein Zimmer zurück und öffnete den riesigen Kleiderschrank. „Alice, das ist ganz wichtig! Du musst dich den jeweiligen „Trainigsumständen“ anpassen! Hast du ein Date im Klassenzimmer, so wie deine Freundin Isabella heute, dann solltest du dich für die Schuluniform entscheiden. Eine Trainingsstunde im Darkroom lässt auf Lack und Leder schließen. Ist doch logisch!“

Ja, logisch! Glasklar! Verdammt, Lack und Leder!? Ich wurde wohl ohne Umschweife direkt in die Hölle geschmissen.

Genervt riss Aro einen Lederfetzen, in der Größe eines Putzlappens, vom Kleiderbügel. „Komm Liebes, zieh das hier an und gib etwas Gas, du bist spät dran und ich hab auch noch andere Dinge zu tun als für dich den Wachhund zu spielen!“

Zehn Minuten später stand ich in Lack und Leder vor einer schwarzen Tür mit der Aufschrift „Darkroom“. Ich fühlte mich über die Maßen entblößt, das „Kleid“ ging mir nur bis knapp über den Po und meine Füße steckten in schwarzen, abartig hohen, Lackstiefel.

Ich öffnete zaghaft die Tür und trat ein, es war stockfinster. „So meine Schöne, ich lass dich dann mal allein. Dein Trainer dürfte jeden Moment kommen!“ Über seinen zweideutigen Witz glucksend machte sich Aro wieder auf den Rückweg. Widerlich!

Trotz aller Angst, vor dem was mir jetzt bevor stand war ich froh ihn los zu sein. Er war einfach zu eklig, schleimig und voller Tücke, zumindest vermittelte mir das mein kleiner, menschlicher Instinkt.

Vergeblich suchte ich nach einem Lichtschalter, fand aber nur allerlei merkwürdiges Zeug, das an den Wänden hing. Manches fühlte sich an wie Metall, manches wie Leder oder Gummi. Oh Gott!

Plötzlich, ohne die geringste Vorahnung, wurde ich an eine Wand gepresst, Eisen klirrte und eiskaltes Metall schloss sich um meine Handgelenke und meine Fesseln.

Ich wollte mich losmachen, ich wollte schreien. Mein Selbsterhaltungstrieb hatte eingesetzt, doch eine Hand schloss sich um meinen Mund.

Eine heisere Stimme murmelte an meinem Ohr: „Schhhhh….keine Angst, ich tu dir nicht weh, bleib einfach ganz ruhig. Es wird dir nichts geschehen!“ Die Stimme kam mir bekannt vor, aber ich konnte sie dennoch nicht einordnen.

Ruhig bleiben sollte ich? Ich war im Dunklen, mit dem Gesicht gegen eine Wand, angekettet und ein Fremder Mann konnte mit mir machen was er wollte? Fehlanzeige! Ich hatte Angst, meine Knie zitterten und mein Herz jagte im wilden Galopp.

Als ich seine Hand an meinen Fingern spürte, schrie ich vor Schock laut auf. „Alice, bitte. Du kannst mir vertrauen. Entspann dich.“ Seine Finger strichen langsam meinen Arm hinauf, es war eigentlich kein unangenehmes Gefühl, doch ich hatte zu viel Angst.

Ich fasste all meinen Mut zusammen. „Dir vertrauen? Ich kann dich ja noch nicht einmal sehen! Ich kenne dich nicht!“ Er war mittlerweile bei meiner Schulter angekommen und zog mit einem Finger feine Kreise auf meiner Haut. Augenblicklich bekam ich eine Gänsehaut.

„Alice, du kennst mich und ich kenne dich, viel besser als du es dir vorstellen kannst. Denk mal nach…“ Schlagartig fiel es mir auf, aber wie konnte das sein? Seine Stimme klang so rau und heiser!

„Jasper?“ japste ich noch, denn im gleichen Moment spürte ich ganz federleicht seine Lippen auf meiner nackten Schulter und ich fühlte so eine Art leichten Stromschlag, der durch meinen Körper zuckte. Erleichtert atmete ich aus. Jasper. Nicht James!

„Alice, ich habe dir schon gesagt, dass ich dir nicht wehtue. Ich möchte nur deinen Körper kennenlernen ohne dass mich äußere Reize beeinflussen können. Beim nächsten Training gestatte ich dir dasselbe.“

Dasselbe? Schlagartig wurde mir warm als ich mir Jasper in meiner jetzigen Position vorstellte. Angekettet, halb nackt und ich alleine mit ihm. Gleich darauf, schalt ich mich eine Närrin!

Reichten die bisherigen Begegnungen mit ihm nicht aus um zu merken, dass dieser Mann mehr Tier war als Mensch? Völlig seinen Instinkten ausgeliefert. Was würde mit mir geschehen wenn ich das falsche sagte oder tat?

Langsam wanderten seine beiden Hände von meinen Schultern über meinen Rücken, sanft strich er mir über die Taille. Er streifte meinen Po und bahnte sich seinen Weg über meine Obereschenkel. Ich hielt die Luft an und wartete mit klopfenden Herzen darauf was als nächstes kommen mochte.
Seine Hände wanderten wieder langsam nach oben, er umfasste meine Hüften und ehe ich wusste wie mir geschah drückte er zu, presste mich an sich und knurrte mir leise ins Ohr.

Mir entwich ein überraschtes Keuchen und sein Griff wurde noch fester. Es fühlte sich nicht schmerzhaft an, war jedoch eine eindeutige Botschaft: Mein!

Ich machte mich steif wie ein Brett, die Angst war wieder zurück! Was würde er jetzt tun?

Wie vom Blitz getroffen ließ er mich los, so als hätte er sich die Finger verbrannt. „Entschuldige Alice, ich wollte dir nicht wehtun. Ich denke das reicht für das erste Mal!“

Blitzschnell war ich von den Fesseln befreit, im hellen und völlig alleine. Diese verfluchten Vampire waren so verdammt schnell, daran würde ich mich nie gewöhnen können.

Jetzt stand ich alleine in einem Raum voller Ketten, Lederpeitschen und anderen Gerätschaften die ich nicht benennen konnte. In der Mitte des Raumes stand ein großer, schwarzer Tisch, mit Fesselvorrichtungen und an der Wand wo ich eben noch gefesselt war, war ein großes X angebracht, und an den jeweiligen Enden baumelten Hand-, bzw. Fußfesseln.

Ich war vollends verwirrt! Warum ist Jasper mein Trainer? Wo war James? Ich meine, nicht das ich dieses Schwein sonderliche vermisste. Ich betete zu Gott, ihn nie wieder sehen zu müssen, aber komisch war es schon.

Und dieser Jasper brachte mich komplett durcheinander. Er schien mal nett zu sein und dann fiel er wieder in dieses „tierische Verhalten“. Ich hatte Angst vor ihm, er war wie ein Tier und gleichzeitig hatte er Charisma, eine tödliche Mischung.

In seiner Nähe war ich gespannt wie eine Bogensehne, ich fühlte mich wie auf einem Drahtseil und fürchtete beim kleinsten Schritt den Halt zu verlieren.

Freitag, 30. April 2010

Kapitel 15

Bella PoV


Erschöpft öffnete ich die Augen, alles um mich herum war verschwommen. Wo war ich? Was war denn passiert? Da holte mich auch schon die Erinnerung des erlebten mit Edward im Klassenzimmer ein. Er hatte mich mit meinen eigenen Schnürsenkel festgebunden und dann mit seinem Ledergürtel geschlagen. Immer und immer wieder! Und dann, dann hatte er mir meinen wunden Po mit einer Salbe eingerieben und mich versucht zu trösten. Der Kerl war doch schizophren!

Ich blinzelte ein paar Mal und so nach und nach wurden die Konturen schärfen. Es dauerte noch ein paar Sekunden, dann realisierte ich, dass ich in meinem Zimmer war und in meinem Bett lag. Ein Glück, man hatte mich netterweise in mein Bett gebracht, damit ich mich von all dem Stress und Terror erholen konnte.

Ich drehte mich kurz um, bis mir einfiel, dass mein Hinterteil wahrscheinlich total entzündet und empfindlich sein würde. Aber der Schmerz, auf den ich wartete, nachdem ich mich auf den Rücken gelegt hatte, blieb erstaunlicherweise aus. Ich hatte das doch nicht alles geträumt, also warum war mein Hintern nicht wund? Wie konnte das sein?

Dankbar das ich nicht das geringste spürte, setzte ich mich auf und blickte mich fragend in meinem Zimmer um. Wie spät war es wohl? Da ich noch keine Uhr hier erblickt hatte, versuchte ich mich an anderen Dingen zu orientieren. Die Fenster waren mit Fensterläden abgedeckt und ein dicker Vorhang hing auch davor. Aber das hatte hier ja nichts zu sagen, denn alles war komplett verrammelt. Das Licht, welches durch den Türspalt zum Flur durchschien, war auch das gleiche wie immer. Aber ich hörte keine Musik, also war es noch kein Abend. Erst wenn abends die Bar voll wurde, wurde die Musik richtig aufgedreht!

Klasse, der Tag war also noch nicht rum!

Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, hörte ich auch schon einen Schlüssel im Schloss, der mir ankündigte, dass ich Besuch bekommen würde. Aber das war ja zu erwarten, Privatsphäre und Zeit für sich, gab es hier nicht. Es war, als ob sie gerochen hätten, dass ich wieder wach war. Bitte nicht Edward, war der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als sich die Tür öffnete. Gebannt hielt ich meine Augen auf die Tür gerichtet, musste meinen Kopf aber wegdrehen, als das helle Deckenlicht angeschaltet wurde. Es dauerte ein wenig, bis ich mich an das Licht gewöhnt hatte und aufblicken konnte. Ich sah direkt in zwei dunkle, gelangweilte Augen.

„Hallo Isabella, dass wurde aber auch Zeit!“

Du mich auch Arschloch! Was dachte dieser entmannte Dreckskerl eigentlich? Ich war nur ein Mensch und wurde hier wie der letzte Dreck behandelt. Meinte der etwa mein Körper würde das erfreut hinnehmen? Es war doch klar, dass das alles zu viel war und ich über kurz oder lang zusammenbrechen würde. Aber scheinbar war es das, was man wollte. Man wollte, dass ich nicht mehr konnte und aufgab, damit ich mich ihnen ergab und sie mich vollkommen brechen konnte.

Aber nicht mit mir! Ihr werdet es noch sehen!

„Hier, ich habe dir etwas zu Essen mitgebracht. Beeil dich, Tanya wartet nicht gerne!“

Tanya? Wer zur Hölle war denn jetzt Tanya? Und was hatte sie mit mir vor? Ich dachte Edward war mein Trainer. Scheinbar hatte der mich gleich wieder abgegeben und weitergereicht. Ein Glück! Vielleicht war diese Tanya ja etwas ‚menschlicher‘ drauf, als Edward. Aber gab es hier überhaupt sowas wie Menschlichkeit? Und wenn man Angela glauben durfte, hatte ich mit Edward ja richtig Glück gehabt!

Ich setzte mich richtig auf und betrachtete das Tablett, welches Laurent vor mir abstellte, während er sich mir gegenüber auf das Bett setzte. Es sah aus wie Lasagne, aber war es das auch? „Keine Angst Bella, du kannst es ruhig essen. Die Schlafmittel gibt es nur zu Beginn während der Eingewöhnungsphase und auch nur abends, damit ihr euch während des Schlafens erholen könnt.“

Irritiert guckte ich ihn an, nur abends? Während der Eingewöhnungszeit?

„Warum tut mir mein Hintern nicht weh?“ kam mir die Frage über die Lippen gerutscht, ohne dass ich es mitbekommen hatte. Aber das brannte mir wirklich unter den Nägeln, denn ich konnte es mir überhaupt nicht erklären.

„Weil Edward dir die Spezialsalbe aufgetragen hat!“

„Spezialsalbe?“

„Ja, schließlich bist du im Training und wir können es uns nicht leisten, dass du aussetzen musst, nur weil du nicht selbstständig mitdenkst!“

Mir fiel die Kinnlade runter, unser toller Schutzengel war mal wieder charmant ohne Ende. Der würde jeden Eisberg zum Schmelzen kriegen!

„Was soll das denn bitte genau heißen?“ Wenn ich schon dabei war, Fragen zu stellen und mir hier heute Schläge einzufangen, dann konnte ich es auch richtig machen.

„Das heißt, dass wir zwar auf dich aufpassen und beschützen, aber nicht das Denken für dich übernehmen! Du hättest nur in deinen Kleiderschrank gucken müssen Schätzchen, da hättest du die Kleidung schon gesehen. Es ist doch allgemein bekannt, dass man in der Schule eine Uniform tragen muss!“

Dreckiger, mieser, widerlicher…….

„Und zu der Salbe, wie Esme dir ja schon berichtet hat, ist in Vampirspeichel eine heilende Substanz drin. Diese Substanz haben wir in einer Spezialsalbe verarbeitet. Die Schläge von Edward hast du dir zwar wegen deiner Ignoranz verdient, aber wir müssen auch weiter machen. Schließlich sind wir Vermittler von Genuss hier und können es uns nicht leisten auf dich zu warten. Aber denke nicht auch nur im Entferntesten daran, dass du diese Salbe immer bekommst, wenn du bestraft wirst. Die wird wirklich nur in Ausnahmefällen verabreicht und jetzt ess auf!“


<*~*>


Laurent hatte mich erneut durch die unzähligen Flure geführt und einmal mehr fand ich mich in einem Gang wieder, den ich bis dato noch nie gesehen hatte! Wir hielten vor einer der vielen Türen und Laurent klopfte zweimal. „Herein“, ertönte eine helle, weibliche Stimme von drinnen und Laurent öffnete die Tür.

Wir waren in einem Beautyladen gelandet!

„Tanya meine Liebe“, säuselte Laurent und eine recht hübsche Frau mit langen blondroten Locken kam auf ihn zu und begrüßte ihn mit einem Küsschen links und einem Küsschen rechts. Wie süß!

„Hallo Laurent, wie geht es dir?“

„Gut Tanya, ich bringe dir Isabella vorbei.“

Tanya nahm ihren Blick von Laurent und drehte sich zu mir um. Sobald sie mich erblickte, verschwand der nette Ausdruck in ihren Augen und ihr Gesicht wurde hart. „Aha“, sagte sie arrogant, als sie den Blick über mich gleiten ließ und mich wie ein Stück Vieh betrachtete. „Ihr seid spät“, sagte sie dann wieder an Laurent gerichtet. „Das war leider Isabellas schuld, aber ich garantiere dir, es wird nie wieder vorkommen!“

Hinterhältiger Bastard! Es war definitiv nicht meine Schuld!

„So, so!“ war alles was Tanya sagte, während Laurent uns verließ und sie mich wieder mit einem ausdruckslosen, harten Gesicht anstarrte.

Wunderbar, was erwartete mich denn jetzt?

„So, dann zieh dich mal aus, damit wir deinen Körper haarfrei kriegen, denn keiner will sich durch Wolle wühlen!“ kam es eiskalt aus ihrem Mund.

Haarfrei? Was wollte sie denn damit sagen?

„Los, heut noch. Nur weil du bei Laurent trödeln kannst, heißt dass nicht, das du das auch bei mir machen kannst! Ausziehen, ich mache zwischenzeitlich schonmal das Wax heiß.“

Heißwax? Oh fuck! Mir wurde ganz kalt und glühend heiß zur gleichen Zeit. Wie in Trance ging ich zu dem Stuhl der in der Ecke stand und zog mir mein Shirt und die Hose aus. Widerstand war hier eh zwecklos, die saßen leider am längeren Hebel!

„Den Slip auch!“ ertönte Tanyas Stimme, als ich in Unterwäsche zu ihr gehen wollte.

Verängstigt guckte ich sie an, die Unterwäsche auch?! Scheiße, das würde wehtun! Augen zu und durch dachte ich mir dann, denn ich hatte hier schon ganz andere Sachen geschafft. Als ich dann komplett nackt vor ihr stand, wies sie mich an, mich auf den davor vorgesehenen Stuhl zu legen. Komischerweise fühlte ich die Scham, wie ich sie zu Beginn gefühlt hatte, nicht mehr, man gewöhnte sich wohl an alles!

Während Tanya sich an ihre Arbeit machte, versuchte ich an etwas Schönes zu denken und mich von dem, was hier gerade passierte abzulenken. Leider hatte ich nicht viele schöne Erinnerungen in meinem Gedächtnis gespeichert und die, die ich hütete, waren wirklich viel zu besonders, als bei dieser Gelegenheit herhalten zu müssen. Aber zu meinem Glück, war die Behandlung selber weniger schmerzvoll wie erwartet, nur der Intimbereich brannte wie Sau!

Als ich damit fertig war, wurde ich mit einer kühlen Salbe eingecremt und fragte mich, ob es die gleiche Salbe war, mit der Edward mich heute Morgen eingerieben hatte, denn umgehend hörte auch der letzte Schmerz auf. Dann durfte ich mich wieder anziehen, war aber noch nicht fertig. Tanya orderte an, dass ich mich auf den Stuhl vor dem Spiegel setzen sollte. Sie begutachtete meine Haare und nahm sie immer wieder in die Hand und sah sich einzelne Strähnen genauestens an. „Die Haare sind ok, schöner Schnitt, gesund gewachsen, kein Spliss und wirklich schöne Fülle!“ Ihrem Ton konnte man entnehmen, dass ihr das gar nicht gefiel, denn damit musste sie meine Haare lassen, wie sie waren und sie konnte sich nicht austoben!

Als nächstes kam mein Gesicht an die Reihe. „Du hast schöne Haut! Aber auch dir würde Make-up wirklich nicht schaden!“ sagte sie und sah mich mit einem abfälligen Blick an. „Hast du schonmal Make-up benutzt?“

Ich schüttelte meinen Kopf. Ich hatte nie auf so Zeugs gestanden und selbst wenn, am Ende hatte ich eh kein Geld gehabt um mir welches zu kaufen!

„Also was Edward an dir findet ist mir echt ein Rätsel!“

Hatte ich richtig gehört? Unweigerlich wurde ich nervös. Ja, er war einer dieser Sadistischen Vampire, aber dennoch der schönste Mann dem ich je begegnet war und mein Körper reagiert einfach auf ihn. Ich konnte es nicht verhindern. So unlogisch und dumm und naiv und weiß ich nicht alles es auch war, er gefiel mir und er machte mich nervös. Im gutem wie im bösen Sinne!

Tanya tobte sich mit Make-up an mir aus, benutzte jede Menge Sachen, die ich bis dato weder gesehen, noch den Namen von gehört hatte. Aber sie war recht nett, soweit es denn möglich war, und erklärte mir genau was sie tat und wie ich das selber nachmachen konnte. Ich bezweifelte zwar, dass ich das jemals hinbekommen würde, aber ich hörte aufmerksam zu und beobachtete ihr Handbewegungen genau und versuchte mir einzuprägen, wie man welche Sachen nutzte.

Es dauerte vielleicht 20 Minuten, bis Tanya mit mir fertig war und ich sah aus wie ein neuer Mensch. So hatte ich mich selber noch nie gesehen. Nicht nur das ich älter aussah, nein, ich sah aus als ob ich ein Filmstar war. Meine Augen leuchteten wie zwei Sterne in meinem Gesicht, meine blasse Haut schimmerte edel und meine Lippen glänzten in einem hellen nude Ton. Ich sah schön aus. Wirklich schön.

„Et voilá! Nun bist du fertig und kannst zu deiner nächsten Trainingsstunde gehen!“

Verblüfft sah ich Tanya an. Noch eine? Die heute Morgen hat mir schon gereicht! Außerdem, wieso wusste sie das?! Aber hier wussten ja immer alle Bescheid, nur ich war der Trottel der im Dunklen gelassen wurde und dafür dann auch noch bestraft wurde.

„Laurent wartet draußen auf dich, er wird dich zu Edward führen!“

Ohne ein weiteres Wort, stand ich auf, zog mich an und verließ den Raum. Ich mein, was hätte ich denn auch sagen sollen? Danke schön? War nett dich kennen zu lernen? Bis zum nächsten Mal? Außerdem schien sie keine Reaktion von mir zu erwarten, denn sie hatte sich schon in den Nebenraum geschlichen.

Laurent stand, wie angekündigt, draußen und wartete brav. Wie ein Schoßhund. Hatte der den ganzen Tag denn nichts anderes zu tun? Als er mein neues Ich sah, wurden seine Augen ganz groß und ich spürte wie sich Unbehagen in mir breit machte. Zum Glück war er kastriert, also dürfte mir da eigentlich keine Gefahr drohen, aber Männer blieben nun mal Männer!

„Bist du bereit für die nächste Trainingstunde?“ fragte er dann recht ruhig.

„An sich schon, nur ich glaube ich muss mich noch umziehen!“ sagte ich und erntete ein anerkennendes Nicken von ihm. Hallo? Für wie blöd haltet ihr mich? Einmal mag ich auf diesen Trick reingefallen sein, aber ein weiteres Mal werde ich euch diese Genugtuung nicht geben, dass konntet ihr mir glauben!

„Laurent führte mich zurück in mein Zimmer und ich musste erstaunt feststellen, dass ich wirklich eine Schuluniform im Schrank hängen hatte. Die war mir vorher nie aufgefallen! Aber als ich sie mir greifen wollte, hielt Laurent meinen Arm fest und schüttelte nur seinen Kopf. Was sollte das denn heißen? Heute keine Schule mehr? Statt der Uniform griff er zu einem weißen Kleid und hielt es mir unter die Nase. Es war wunderschön und ich hatte absolut keinen Schimmer, warum ich es anziehen sollte. Außerdem würde ich es wahrscheinlich nur dreckig machen.

Laurent wartete einmal mehr draußen vor der Tür, als ich dieses traumhaft schöne Kleid anzog. Es saß wie angegossen und ich hatte das gleiche Gefühl wie damals, als ich auf den Prom gegangen bin. Nur das ich heute ein verdammt schönes und wahrscheinlich teures Kleid anhatte, zu Recht gemacht war und perfekt aussah, und das ich mich mit einem schönen Mann treffen würde. Nur das ich nicht zum tanzen auf einen Ball ging, ich war auf dem Weg in die Höhle des Löwen.

Laurent, der mich wieder mit großen hungrigen Augen angestarrt hatte und nicht eine Sekunde aus dem Blick gelassen hatte, hatte mich wieder in den Trakt der Trainingsräume geführt. Nur das wir diesmal vor einem anderen Raum stehen blieben. Wenn ich mich recht erinnerte, dann war dies der Spiegelraum! Als er die Tür öffnete und mich hineinließ, wusste ich dass es genauso war.

Innen war es wieder schummrig dunkel und man sah erneut den Nebel über den Boden kriechen. Hinter mir gab es einen Knall und ich zuckte kurz zusammen, als Laurent von außen wieder die Tür geschlossen hatte. Nun war ich hier, allein in diesem Raum und wartete auf Edward. Oder war er etwa schon hier und wartete nur auf mich?

Langsam und vorsichtig schritt ich tiefer in den Raum hinein. Ich kniff die Augen zusammen, in der Hoffnung dann besser sehen zu können, was aber nur bedingt glückte. Meine Augen mussten sich erst an das Dunkel hier drinnen gewöhnen, so war es beim letzten Mal auch gewesen. Rechts neben mit tauchte das Sofa auf, also musste ich fast in der Mitte des Raumes sein. Edward hatte ich weder gesehen, noch gehört. Aber diese Fledermaus konnte sich ja auch im Dunkeln versteckt haben.

Ich stand einige Minuten dort und betrachtete diesen Raum und sah immer wieder mein Spiegelbild, welches mir perfekt geschminkt entgegenblickte. Zu Beginn musste ich genauer in den Spiegel schaun, um zu bemerken, dass das wirklich ich war. Ich sah irgendwie immer noch so aus wie vorher, aber ganz anders. Es war ungewohnt, aber auch hervorragend.

„Hallo meine Schöne“, ertönte Edwards Stimme irgendwo im Raum.

Nervös blickte ich mich um, sah ihn aber nirgends. Nur Nebel, der sich um die einzelnen Spiegel schlängelte und gelegentlich das Licht bracht, welches so sporadisch von der Decke schien. Ich hatte gar keine Tür gehört, also war er wohl die ganze Zeit hier gewesen und hatte mich beobachtet. Einerseits bereitete mir diese Tatsache Angst, aber ein kleiner, dummer Teil von mir fühlte sich geschmeichelt.

Auf einmal spürte ich eine Hand meinen Rücken entlang nach unten fahren. Ich zuckte kurz zusammen und mein Körper spannte sich an. Nach der Erfahrung heute Morgen war ich auf so ziemlich alles gefasst. Krampfhaft blickte ich in den Spiegel mir gegenüber, aber alles was ich sah, war ich selber. Edward konnte ich nicht erkennen. Nachdem er mit der Hand an meinem Steißbein angekommen war, fuhr die Hand meine Taille entlang nach vorne. Gebannt beobachtete ich sie, wie sie auf einmal im Spiegel auftauchte, ich bildete es mir also wirklich nicht ein. Es passierte wahrhaftig!

Und genau in dem Moment trat Edward hinter mich und ich konnte ihn im Spiegel betrachten. Er war ganz in schwarz gekleidet, wahrscheinlich hatte ich ihn deswegen übersehen, denn selbst jetzt, wo ich wusste das er da war, konnte ich nur sein Gesicht erkennen. Seine blasse, edle Haut mit den hohen Wangenknochen und den leuchtend grünen Augen.

„Du siehst umwerfend aus, meine kleine Isabella!“

Seine Worte waren ein heiseres Flüstern, welche kaum wahrnehmbar waren, aber ich hatte sie gehört. Und ob ich wollte oder nicht, sie ließen meinen Körper erwachen, denn ein Kribbeln bildete sich in meiner Magengegend, welches durch sein, fast schon überheblichen Grinsen, welches mir vom Spiegel entgegenblicke, nur noch verstärkt wurde.

Seine Hand, welche auf meinem Bauch gelegen hatte, bewegte sich langsam südlich, schob sich mein rechtes Bein herab. Was hatte er vor? Seine linke Hand hatte zwischenzeitlich den Weg zu meiner Taille gefunden und sich darauf niedergelassen. Er hielt mich nicht fest, aber ich wusste genau, ich konnte nicht entfliehen. Wahrscheinlich würde er schon richtig zupacken, bevor ich den ersten Schritt gewagt hatte.

Doch ehe ich über Flucht nachdenken konnte, hatte Edward mein linken Ohrläppchen in den Mund genommen und fing an daran zu saugen und leicht mit den Zähnen dran zu knabbern. Ein ungläubiges Keuchen entwich mir, denn das Gefühl welches sich dadurch in mir breit machte, war so extrem, das mir unendlich heiß wurde. Ich war erregt! Scheiße!

„Hmm….. was rieche ich denn da….. gefällt dir das etwa?“

Heisere Worte von einer dunklen, sehr männlichen Stimme, die sich ihren Weg in mein Ohr suchten, während seine rechte Hand unter mein Kleid schlüpfte und anfing, mein Bein hinauf zuwandern. Ich wollte das alles nicht, aber es fühlte sich gut an, irgendwie sogar richtig. Wie gelähmt stand ich dort und sah mir selber zu, wie meine Wangen sich immer mehr röteten und meine Lippen voller Erwartung offen standen.

Edwards grüne Augen sahen über den Umweg des Spiegels direkt in meine, während mein Ohrläppchen wieder in seinem Mund verschwand. Es lag etwas Selbstgefälliges, aber auch etwas Zufriedenes in seinem Blick, dessen Intensität ich einfach nicht entkam. Erst als seine Finger meine Weiblichkeit gefunden hatten und er mir sanft über meine Mitte strich, schloss ich meine Augen, diese ganzen Gefühle, die ganzen Empfindungen, dass alles war zu viel.

Nach ein paar Sekunden verstärkte Edward den Druck, fand recht schnell mein Zentrum und fuhr immer und immer wieder über meine Klitoris. Unweigerlich ging mein Atem schneller und meine Beine wurden weicher, als die Emotionen, die seine Finger in mir auslösten immer größer wurden. Es war falsch sich dem hier hinzugeben, denn damit hatten sie mich in der Hand, aber ich brauchte dieses Ventil einfach, um loszulassen.

„Genieße es mein kleiner Schatz, ich will das du dich gut fühlst!“

Mit diesen Worten erhöhte er sein Tempo nochmals, so dass ich verzweifelt auf meine Unterlippe biss, aus Angst laut zu stöhnen. Diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Aber als er dann anfing fast schon zärtlich an meinem Hals zu knabbern, überkam mich mein Orgasmus und ich musste mich an ihn lehnen, da ich meinen Beinen nicht mehr traute.

Noch benommen von diesem gewaltigen Erlebnis, versuchte ich wieder Herr meiner Sinne zu werden. Edward, der mich immer noch von hinten umklammert hielt, kicherte leicht, denn ich spürte seinen Brustkorb vibrieren. „Glückwunsch mein kleiner Engel, das war deine erste richtige Trainingsstunde und du hast sie mit Bravour gemeistert. Laurent wird dich jetzt zurückbringen, damit du dich ausruhen kannst, denn morgen machen wir gleich weiter. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue!“

Freitag, 23. April 2010

Kapitel 14

Bella PoV

Ich kann es kaum erwarten!“ kam es dann heiser über seine Lippen, dann war er weg.



Damit eilte er davon, ich vermutete, dass er geradewegs Jasper hinterher lief. Dieser Mann oder eher, diese beiden Männer oder Vampire, was auch immer, waren mir ein absolutes Rätsel. Mal waren sie aufbrausend, Jasper zumindest, dann wieder eiskalt und berechnend oder einfach total wahnsinnig. Ich war ziemlich verwirrt und durcheinander. Man konnte die beiden auf keinen Fall in eine Schublade stecken. Zuerst wirkte Jasper mehr wie ein Tier als ein Mensch und jetzt zeigte er sich so besorgt um Alice. Die Frage die dahinter steckte beunruhigte mich über alle Maßen. War er besorgt um Alice’ Willen oder wollte er nur seinen „Besitz“ schützen? Ich hoffte für Alice, dass es ersteres war. Jedenfalls war es nicht zu übersehen, dass er was für Alice übrig hatte.

Ich eilte zu ihr, stellte das Wasser ab und hüllte sie in großes, weißes Badehandtuch ein. Sie kauerte immer noch auf dem Boden der Dusche und zitterte am ganzen Körper.

„Komm Kleines, jetzt lass uns dich erstmal trocknen und dir was Warmes anziehen. Ich sterbe außerdem vor Hunger! Du auch?“

Ich versuchte so normal wie möglich zu klingen. Es nützte keinem von uns wenn ich jetzt auch noch ausflippen würde. Natürlich hatte ich keinen Hunger. Wir saßen auf unbestimmte Zeit hier fest und so grausam der Gedanke auch war, wir mussten uns hier arrangieren sonst würden wir nicht lange überleben und ich hatte keinesfalls vor, Carlisle und seine Drohung zu unterschätzen.

Zitternd hielt Alice das Handtuch vor ihrer Brust zusammen und mit riesigen Augen sah sich mich an.

„Bella, er hat mich benutzt.“

Ich nahm sie behutsam in den Arm und führte sie zu meinem Bett. Die Ärmste zitterte und ich hielt sie einfach nur fest. Ich versuchte nicht in sie zu dringen, wenn sie soweit war, würde sie schon reden. Aber ich ahnte schon, dass ihr hier etwas passiert war, was über die "Norm" ging.

Die Tür öffnete sich und Laurent brachte unser Essen. „So Ladys, hier ist euer Dinner. Guten Appetit!“ teilte er uns emotionslos mit und machte sich sogleich wieder auf den Rückweg. Ich starrte das Essen an wie ein giftiges Insekt. Ein Wort hämmerte in meinem Schädel, wie ein irres Mantra: Schlafmittel!

Was, wenn sie uns schon wieder betäuben wollten?

„Alice, Essen….“ Sie hob den Kopf und wir sahen uns an.

„Wir können das nicht anrühren Bella, die wollen uns bestimmt wieder betäuben und wer weiß welche Experimente die mit uns dann durchführen wollen!“

Sie zitterte wieder und ich strich ihr beruhigend über den Rücken. „Keine Sorge Alice, ich werde keinen Bissen davon anrühren, wir müssen wohl vorerst mit dem Frühstück und dem Mittagssnack auskommen. Die werden ja wohl nicht so dämlich sein uns vor allen zu betäuben…obwohl, denen trau ich alles zu….“

Die Nacht verlief, zum Glück, traumlos. Wofür ich sehr dankbar war, wer brauchte schon Träume. Sie waren zu nichts nütze außer um dich unglücklich zu machen, denn hatte man einen guten Traum, dann war man enttäuscht, wenn man daraus erwachte. Hatte man einen Albtraum, dann war eh alles verloren.

Ich lag noch in meinem Bett und dachte daran was der heutige Tag alles bringen mochte. Heute wäre meine erste Trainingsstunde mit Edward und mein Magen krampfte sich vor Angst zusammen, was hatte er wohl geplant? Ich konnte nicht umhin darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, wenn ich Edward im „normalen“ Leben kennengelernt hätte, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. Er würde mich ignorieren und hätte bestimmt an jedem Finger zehn Freundinnnen. Obwohl, die hatte er bestimmt auch so, bei diesem Aussehen.

Ich seufzte "Alice, aufstehen!"

Das Frühstück verlief wie am Tag davor. Ich hatte einen leichten Vitamin C Mangel, deswegen wurden mir viele Südfrüchte auf meinen Teller gepackt, dich ich auch dankbar hinunter schlang. Als Laurent gestern Abend wieder die Teller holen kam fragte er nicht nach, er räumte einfach ab und wünschte uns eine gute Nacht. Merkwürdig.

Nachdem wir unser Frühstück beendet hatten, schauten wir auf den riesigen Kurs/ und Trainingsplan der im Frühstücksraum hing, dort war mit leuchtend roter Farbe vermerkt:

~ Alice Training mit James: Dark Room 09:00 - 10:00

~ Isabella Training mit Edward: Klassenzimmer 09:00 - 10:00

Ich ließ meinen Blick über die Tafel schweifen und las die verschiedenen Termineinträge für die ganzen Mädchen. Da war fast alles dabei, von Tanztraining über Vampirlehre bis hin zur Kosmetikschulung. Doch ein Termin fesselte mich ganz besonders und zwar nicht im positiven Sinne. In fetten roten Buchstaben stand auf der Tafel:

~ Jessica 19:00-20:00 Wissensüberprüfung mit Carlisle

Mein Gefühl sagte mir, dass über kurz oder lang jedes der Mädchen sich dieser Wissensprüfung bei Carlisle unterziehen musste. Wann war ich wohl an der Reihe und was würde dann passieren? Schaudernd erinnerte ich mich an die "Kostprobe" die Carlisle von uns einforderte...

Neben mir stand ein großes Mädchen mit Mandelaugen und rabenschwarzen Haar, sie schien ebenfalls den "Kursplan" zu studieren. Sie sprach mich an "Hey, weißt du wer diese Isabella ist? Die hat ja Training mit Edward! Oh man, hat die ein Glück, ich würde alles dafür geben nur mal mit ihm reden zu dürfen."

Jetzt wurde ich neugierig, anscheinend wusste sie mehr über den geheimnisvollen Edward. "Warum wenn ich fragen darf? Ist er so toll?" Beim letzten Wort zeichnete ich Gänsefüßchen in die Luft. Sie blickte mich gespielt geschockt an und presste sich die Hand auf die Brust.

"Toll? Schätzchen, der Typ soll der absolute Sex Gott sein, jedenfalls wird das erzählt...es wundert mich, dass er Training gibt."

Ich trat näher an sie heran, "Was", ich schluckte. "Was macht er denn, wenn er kein Training gibt?"

Das Mädchen zuckte mit den Schultern, "das weiß niemand so genau, offiziell heißt es, er würde sich um die Buchhaltung des Clubs kümmern, aber dieser Mann hat eine so hocherotische Ausstrahlung, ich kann mir nicht helfen aber hinter einem Schreibtisch mit stapelhohen Akten kann ich ihn mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Typ hat irgendein Geheimnis, das habe ich im Gefühl! Ach sag mal, wie heißt ihr zwei eigentlich? Ihr seid neu, oder? Mein Name ist Angela."

Gott, die plapperte ja an einem Stück, aber es war das erste Mal hier, dass uns ehrlich gemeinte Freundlichkeit entgegengebracht wurde. Welch ein Wunder, es gibt doch Leben auf diesem Planeten! Ehe ich antworten konnte antwortete schon Alice: "Das ist Bella und ich bin Alice, vielleicht kannst du uns ein paar Tipps im Umgang mit "der Chefetage" hier geben, du scheinst ja schon länger hier zu sein?"

Angela machte große Augen. "Moment mal. Bella? Isabella?"

Ich nickte betreten.

"Krass. Da wünsch ich doch mal viel Vergnügen Edward, ich beneide dich. Menno, ich bekomm immer diesen doofen Felix. Er meint immer noch das er mir was "beibringen" könnte obwohl ich ihn schon zum Orgasmus bringen kann, wenn ich nur meinen Schlafzimmerblick aufsetze, naja aber er behandelt einen wenigstens immer gut. Nicht so wie andere hier!"

Alice und ich wechselten schnell einen Blick und Al fragte: "Welche anderen?"

Angela blickte sich schnell um und senkte verschwörerisch die Stimme. "Ich kann nicht viel dazu sagen, hier haben die Wände Ohren und die Strafen sind hart. Aber nehmt euch vor James und Alec in acht und Jasper ist auch merkwürdig mit seinen Vorlieben...so jetzt muss ich aber zum Tanzkurs, heute steht eine neue Choreo an."

Damit winkte sie uns fröhlich zu und war durch die Tür verschwunden, Alice Blick war ganz starr gewirden. Komisches Mädchen, es schien ihr hier überhaupt nichts auszumachen, sie wirkte geradezu so als ob sie freiwillig hier war und sogar als ob ihr das auch noch Spaß machen würde. Vielleicht waren nicht alle Mädchen hier verschleppt worden?

Ich nahm mir jedenfalls vor so schnell wie möglich nochmal mit Angela ins Gespräch zu kommen. Ich vertraute ihr keineswegs, niemandem außer Alice traute ich hier, aber dennoch, sie strahlte etwas freundliches, etwas lebenslustiges aus und das konnten wir, weiß Gott, gut gebrauchen.

Es wurde Zeit, jetzt trennten sich Alice und meine Wege. Wir umarmten uns fest und ermahnten uns gegenseitig durchzuhalten. Dann machte sie sich auf zu ihrer ersten Trainingsstunde mit James, ich betete zu Gott, dass sie heil wieder dort rauskam und ich begab mich mit Laurent, der immer wie ein Schatten an mir zu kleben schien, auf in das "Klassenzimmer".

Während wir die Gänge entlang schritten wuchs in mir wieder die Angst vor dem was vor mir lag und ich hatte auch unheimliche Angst um Alice. Irgendetwas war mit Alice passiert, ich hatte nicht vergessen, wie apathisch sie damals auf dem Bett saß, als wir uns kennenlernten und dann gestern abend der Zusammenbruch unter der Dusche, sie wollte es mir erzählen aber irgendetwas hielt sie zurück.

Traute sie mir nicht genug? Der Gedanke, Alice könnte mir misstrauen oder vor mir Angst haben, versetzte mir einen heftigen Stich in meine Brust. Wenn wir einander nicht mehr trauen könnten, dann wäre alles verloren. Alice war das Einzige hier, was mir das Leben naja, erträglich war das falsche Wort, eher mich vor dem dunklen Abgrund bewahrte auf den ich zu schlitterte.

"Wir sind da, ich warte hier auf dich", mit dieser Aussage machte Laurent halt vor dem Klassenzimmer, sein Ausdruck war nüchtern, wie immer. Ob er mit seiner "Männlichkeit" auch seine Emotionen verloren hatte?

Ich atmete tief durch und betätigte den Türgriff. Das Klassenzimmer war genauso wie ich es in Erinnerung hatte, die ordentlich aufgereihten Stuhlbänke, die amerikanische Flagge in der Ecke und der grünen Tafel. Edward saß locker auf dem Lehrerpult und er sah wundervoll aus. Sein beigefarbener Cashmerpulli schmiegte sich wie eine zweite Haut an seinen Oberkörper, was seine Muskeln nur noch umso mehr betonten. Dazu trug er eine schwarze Stoffhose und Lederschuhe.

Er blickte mich ausdruckslos an. Ich schloss die Tür. "Hallo Edward", grüßte ich ihn schüchtern. War es richtig, dass ich ihn zuerst ansprach? Ich wollte ihm nicht den geringsten Grund zur Bestrafung liefern.

Er stand vom Pult auf und kam auf mich zu. Sein Blick immer noch kalt und ausdruckslos. Er musterte mich von Kopf bis Fuß und begann mich zu umkreisen, ganz langsam. Er hatte immer noch kein einziges Wort gesagt und langsam bekam ich wirklich Angst. Irgendwas war hier falsch, irgendwas hatte ich nicht richtig gemacht.

Nachdem er seine "Runde" beendet hatte nahm er mein Kinn zwischen seinem Daumen und Zeigefinger gefangen, so wie es Väter machen wenn sie die Verfehlungen ihrer Sprösslinge besprechen wollten. Seine Augen, die sonst so lebhaft funkelten waren zu grünen Eisklötzen geworden, nicht die geringste Emotion konnte ich in ihnen lesen.

Meine Angst nahm zu und Adrenalin jagte durch meine Adern. Ich wusste ja noch nicht mal was ich falsch gemacht hatte und erst recht nicht was mich nach meinem "Fehltritt" erwartete. Würde er mich schlagen? Mich sexuell demütigen?

Edward schloss die Augen, ich wusste er konnte das Adrenalin in meinem Blut wittern. Er schien sich kontrollieren zu wollen, denn er rieb unaufhörlich über seinen Nasenrücken mit der anderen Hand.

"Isabella, was fällt dir eigentlich ein? Glaubst du ich habe meine Zeit gestohlen? Du kommst hier mit deinen schäbigen Straßenklamotten rein und erwartest das ich so", er ließ seinen Blick nochmals auf mir auf und ab gleiten, " mit dir trainiere?" Er erhob nicht die Stimme, dass war nicht nötig. Es lag auch so genug Stahl in seinem Ton.

Das war es also, ich hatte mich nicht umgezogen! Aber woher sollte ich das wissen? Woher die Kleider bekommen, die ich hier tragen sollte? "Edward ich wusste nicht..." versuchte ich mich zu erklären, aber er hob gebieterisch eine Hand und brachte mich so zum verstummen.

"Ich habe jetzt keine Zeit, dass mit dir zu diskutieren. Frag demnächst Laurent, dazu ist er schließlich da. Und jetzt setz dich, damit wir anfangen können!" Er wies auf einen der Schülerpulte. Wie, das war's? Keine Bestrafung? Ich atmete erleichtert auf. Edward wurde mir immer sympathischer, er hatte zwar immer noch diese eiskalte Aura um sich herum, aber wenigstens wollte er mich nicht verletzen, nicht körperlich jedenfalls. Nichts desto trotz fühlte ich mich wie auf einem Drahtseil, ein falscher Schritt und ich würde ins Verderben stürzen.

Edward setzte sich mir gegenüber, er hatte einen Stapel Papiere auf dem Schoß und reichte mir einen davon. "Isabella, ich werde dir heute nur ein paar Fragen stellen, nichts Schlimmes also entspann dich!" Der schmeichelnde, samtene Ton in seiner Stimme war wieder da, unglaublich wie sehr sich ein Mensch, äh ein Vampir, innerhalb von ein paar Sekunden ändern kann. Wahnsinn, mir wurde ganz schwindelig davon.
Fragen beantworten? Ok, da gab es schlimmeres. Ich nickte "Ja, Edward. Ok!" Er lächelte wieder sein atemberaubendes Raubtier-Lächeln.

"Ganz locker, Kleine! Ich möchte das du dabei an die erste Beziehung und/oder den ersten sexuellen Kontakt den du hattest denkst! Füll einfach nur den Bogen aus!"

Es war ein Fragebogen mit multiple choice Antworten und ich kreuzte, wahrheitsgemäß an. Ich hatte doch eh nichts zu verlieren. Wenn ich lügen würde würden sie es eh merken.


Frage 1:
Kannst du dir vorstellen, mit deinem Partner darüber zu sprechen, was du dir im Bett wünschst?

Wenn mein Partner mit dem Thema anfängt, wahrscheinlich schon.
Ja, natürlich. Damit mein Partner weiß, was mir gefällt.
Nein, das traue ich mich überhaupt nicht.   X



Frage 2:
Schämst du dich dabei, dich nackt vor deinem Partner zu zeigen?

Ich verkrampfe mich meistens, wenn mein Partner mich anfassen will.    X
Ja, ich mag meinen Körper nicht besonders und würde ihn vor keinem nackt zeigen.
Nein, ich vertraue meinem Partner und schäme mich nicht.




Frage 3:
Hast du bereits sexuelle Erfahrungen gemacht?

Nein, ich habe noch nicht mal einen Zungenkuss probiert.
Ja, in Sachen Petting bin ich geübt.
Ein bisschen Petting habe ich schon gemacht.   X



Frage 4:
Habt ihr auch mal über das Thema Sex gesprochen?
Ja, ich kann mit meinem Partner über alles offen reden.
Ich habe meinen Partner darauf angesprochen, aber bisher erst einmal.
Nein, das ist mir irgendwie peinlich.   X



Frage 5:
Auf einer Party wird dir ein Junge/ein Mädchen vorgestellt und du wechselst ein paar Sätze mit ihm/ihr. Wo schaust du dabei hin?

Ich sehe ihm/ihr in die Augen - so erkenne ich am besten, was für ein Mensch er/sie ist.   X
Ich sehe ihm/ihr beim Sprechen auf die Lippen.
Ich sehe ihm/ihr auf einen Knopf oder auf irgendeinen anderen neutralen Punkt.



Frage 6:
Du blätterst in einem Magazin und kommst zu den Seiten für sexuelle Aufklärung. Und nun?

Das lese ich ganz gern, obwohl es mich mehr amüsiert als interessiert.
Das lese ich immer mit Begeisterung. Schließlich gibt es immer etwas Interessantes, das man noch nicht weiß.
Ich lese das nur, wenn es keiner mitbekommt.   X



Frage 7:
Hat dein Partner dich schon zum Höhepunkt gebracht?

Nein, aber ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird.   X
Ja klar, es war toll.
Nein, den Gedanken finde ich auch etwas unangenehm.



Frage 8:
Hast du dir schon mal Sex mit deinem Partner vorgestellt?

Nein, das will ich mir nicht vorstellen.
Ja, ich träume oft davon.
Einmal, aber mir fehlt dazu die Fantasie    X



Frage 9:
Hast du schon versucht, deinen Partner zu verführen?

Ja klar, aber natürlich (erstmal) nur zum Petting.
Nein, um Gottes Willen!
Ich hatte es vor, habe dann aber doch kurz vorher gekniffen.    X



Frage 10:
Glaubst du selber, dass du für Sex bereit wärst?

Ich denke eher nicht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher.   X
Ja, ich bin mir zu 100% sicher.



Frage 11:
Wo sollte denn euer erstes Mal stattfinden und wie?

Bloß nicht bei mir im Zimmer! Aber auf jeden Fall im Bett, mehr weiß ich nicht.
Ähm.. Im Bett?
Bei ihm/ihr zu Hause, im Bett, ganz kuschelig, mit Kerzen und Musik.   X



Mit hochrotem Kopf reichte ich Edward den Fragebogen und er verstaute ihn fix in seiner Ledermappe ohne einmal einen Blick darauf zu werfen. Bestimmt wollte er ihn in Ruhe studieren. Ich hoffte er würde jetzt das Ende der Stunde einläuten, es war sehr zermürbend ihm so ausgeliefert zu sein. Ständig war ich auf der Hut und betete zu Gott, keine Fehler zu machen.

"Sehr gut Isabella. Bevor wir jetzt Schluss machen, haben wir ja noch eine Kleinigkeit zu klären wegen deines heutigen Fehltritts. Zieh deine Hose aus!" Sein Ton war kühl, autoritär.
Ich schluckte einen dicken Kloß hinunter. Also doch, Edward würde mich bestrafen. Wie konnte ich nur einen Moment glauben, ich würde nicht bestraft werden. Das waren alles Psychopathen hier.

Zitternd öffnete ich meine Hose und streifte die Hosenbeine von meinen Beinen. Edward kniete sich hin und löste die Schleife seiner Schuhe, langsam begann er den Schnürsenkel aus dem Schuh zu ziehen.

"Komm her!" er winkte mich an sich ran, seine Stimme immer noch kalt wie Eis. Mir brach der Schweiß aus, was würde jetzt kommen?

"Leg dich über das Pult, Isabella. Halt dich an dem Rand fest."

Ich gehorchte zitternd. Ich musste schwer schlucken, als ich so entblößt vor Edward auf dem Pult lag, der Rücken ihm zugewandt. Er drehte eine Runde um das Pult und band mir schließlich die Handgelenke mit dem Schnürriemen zusammen. Nicht allzu fest aber fest genug, ich konnte mich nicht befreien.

Mit pochendem Herzen hielt ich den Atem an als ich seine Hand an meinem Hintern spürte. Sanft strich er über meine Rundungen, liebkoste sie fast. Ich hörte ihn seufzen. "Isabella, es ist eine Schande. Ich will es wirklich nicht tun aber du musst verstehen, dass Fehltritte solcher Art hart und schnell bestraft werden. Unser Etablissement ist wie ein Uhrwerk und alle Zahnrädchen darin müssen perfekt zu einer bestimmten Zeit ineinander greifen. Ich hoffe du verstehst das!"

Verstehen? Ich verstand gar nichts mehr! Was schwafelte er da? Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, ich war außer mir vor Angst und wünschte mir mittlerweile nur noch dass es vorbei war.

Edward drückte mir einen Kuss auf den Po und richtete sich dann auf. Ich konnte mich nicht umdrehen aber ich hörte wie er langsam seinen Gürtel öffnete und ihn aus den Schlaufen zog. Mein Magen krampfte sich zusammen und ich zitterte am ganzen Körper. Der Gürtel sauste zischend durch die Luft. Ich kniff die Augen zusammen, wappnete mich für den Schmerz. Mit einem lauten Klatschen traf der Ledergürtel auf meine Haut und augenblicklich durchfuhr mich ein unglaublich brennender Schmerz. Ich schrie vor Pein, meine Augen füllten sich mit Tränen. Wieder und immer wieder schlug er auf mich ein. Alles verschwamm, ich nahm nichts mehr war außer dem schrecklichen Schmerz der sich durch meinen Körper fraß.

"Du", wieder ein Schlag, "musst", Schlag, "verstehen", Schlag, "Isabella!" Er presste diese Worte heraus als ob sie ihm die größte Lust bereiteten oder ihn unsagbar quälten. Welches es davon war, vermochte ich nicht zu sagen.

Ich spürte noch ein letztes Mal den Gürtel. Dann war Ruhe. Ich hörte ihn heftig atmen und er platzierte den Gürtel wieder an seinem eigentlichen Platz.

Ich konnte mich nicht rühren, jede Bewegung verursachte mir höllische Schmerzen. Er kam um den Tisch herum und löste meine Fesseln, ich sackte augenblicklich zusammen wie ein nasser Sack, spürte aber wie er mich stützte. Ich wollte sein Berührung nicht, ich wollte seine Hände nicht auf meinem Körper haben aber ich ließ es über mich ergehen, teils weil ich keine Kraft mehr hatte und teils weil es wieder falsch wäre, auf keinen Fall wollte ich nochmals so bestraft werden. Ich würde alles tun.

Edward kramte in seiner Tasche rum und rieb mir irgendeine cremige Substanz auf den Po und den unteren Rücken. Er hielt mich immer noch fest und ich bäumte mich vor Schmerz auf. Unaufhörlich liefen Tränen über mein Gesicht. Aber ich bekam das alles nicht wirklich mit!

"Sch, sch Isabella. Ist ja gut! Ich weiß das tut weh, aber gleich wird es dir schon besser gehen!" Er war wirklich total wahnsinnig, zuerst verprügelt er mich bis zum geht nicht mehr und jetzt pflegt er mich?

Als ich versuchte mich aufrecht hinzustellen, mir noch einen Rest meiner Würde zu bewahren, knickten mir die Beine um und Dunkelheit umfing mich.