Bella PoV
„Ich kann es kaum erwarten!“ kam es dann heiser über seine Lippen, dann war er weg.
Damit eilte er davon, ich vermutete, dass er geradewegs Jasper hinterher lief. Dieser Mann oder eher, diese beiden Männer oder Vampire, was auch immer, waren mir ein absolutes Rätsel. Mal waren sie aufbrausend, Jasper zumindest, dann wieder eiskalt und berechnend oder einfach total wahnsinnig. Ich war ziemlich verwirrt und durcheinander. Man konnte die beiden auf keinen Fall in eine Schublade stecken. Zuerst wirkte Jasper mehr wie ein Tier als ein Mensch und jetzt zeigte er sich so besorgt um Alice. Die Frage die dahinter steckte beunruhigte mich über alle Maßen. War er besorgt um Alice’ Willen oder wollte er nur seinen „Besitz“ schützen? Ich hoffte für Alice, dass es ersteres war. Jedenfalls war es nicht zu übersehen, dass er was für Alice übrig hatte.
Ich eilte zu ihr, stellte das Wasser ab und hüllte sie in großes, weißes Badehandtuch ein. Sie kauerte immer noch auf dem Boden der Dusche und zitterte am ganzen Körper.
„Komm Kleines, jetzt lass uns dich erstmal trocknen und dir was Warmes anziehen. Ich sterbe außerdem vor Hunger! Du auch?“
Ich versuchte so normal wie möglich zu klingen. Es nützte keinem von uns wenn ich jetzt auch noch ausflippen würde. Natürlich hatte ich keinen Hunger. Wir saßen auf unbestimmte Zeit hier fest und so grausam der Gedanke auch war, wir mussten uns hier arrangieren sonst würden wir nicht lange überleben und ich hatte keinesfalls vor, Carlisle und seine Drohung zu unterschätzen.
Zitternd hielt Alice das Handtuch vor ihrer Brust zusammen und mit riesigen Augen sah sich mich an.
„Bella, er hat mich benutzt.“
Ich nahm sie behutsam in den Arm und führte sie zu meinem Bett. Die Ärmste zitterte und ich hielt sie einfach nur fest. Ich versuchte nicht in sie zu dringen, wenn sie soweit war, würde sie schon reden. Aber ich ahnte schon, dass ihr hier etwas passiert war, was über die "Norm" ging.
Die Tür öffnete sich und Laurent brachte unser Essen. „So Ladys, hier ist euer Dinner. Guten Appetit!“ teilte er uns emotionslos mit und machte sich sogleich wieder auf den Rückweg. Ich starrte das Essen an wie ein giftiges Insekt. Ein Wort hämmerte in meinem Schädel, wie ein irres Mantra: Schlafmittel!
Was, wenn sie uns schon wieder betäuben wollten?
„Alice, Essen….“ Sie hob den Kopf und wir sahen uns an.
„Wir können das nicht anrühren Bella, die wollen uns bestimmt wieder betäuben und wer weiß welche Experimente die mit uns dann durchführen wollen!“
Sie zitterte wieder und ich strich ihr beruhigend über den Rücken. „Keine Sorge Alice, ich werde keinen Bissen davon anrühren, wir müssen wohl vorerst mit dem Frühstück und dem Mittagssnack auskommen. Die werden ja wohl nicht so dämlich sein uns vor allen zu betäuben…obwohl, denen trau ich alles zu….“
Die Nacht verlief, zum Glück, traumlos. Wofür ich sehr dankbar war, wer brauchte schon Träume. Sie waren zu nichts nütze außer um dich unglücklich zu machen, denn hatte man einen guten Traum, dann war man enttäuscht, wenn man daraus erwachte. Hatte man einen Albtraum, dann war eh alles verloren.
Ich lag noch in meinem Bett und dachte daran was der heutige Tag alles bringen mochte. Heute wäre meine erste Trainingsstunde mit Edward und mein Magen krampfte sich vor Angst zusammen, was hatte er wohl geplant? Ich konnte nicht umhin darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, wenn ich Edward im „normalen“ Leben kennengelernt hätte, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. Er würde mich ignorieren und hätte bestimmt an jedem Finger zehn Freundinnnen. Obwohl, die hatte er bestimmt auch so, bei diesem Aussehen.
Ich seufzte "Alice, aufstehen!"
Das Frühstück verlief wie am Tag davor. Ich hatte einen leichten Vitamin C Mangel, deswegen wurden mir viele Südfrüchte auf meinen Teller gepackt, dich ich auch dankbar hinunter schlang. Als Laurent gestern Abend wieder die Teller holen kam fragte er nicht nach, er räumte einfach ab und wünschte uns eine gute Nacht. Merkwürdig.
Nachdem wir unser Frühstück beendet hatten, schauten wir auf den riesigen Kurs/ und Trainingsplan der im Frühstücksraum hing, dort war mit leuchtend roter Farbe vermerkt:
~ Alice Training mit James: Dark Room 09:00 - 10:00
~ Isabella Training mit Edward: Klassenzimmer 09:00 - 10:00
Ich ließ meinen Blick über die Tafel schweifen und las die verschiedenen Termineinträge für die ganzen Mädchen. Da war fast alles dabei, von Tanztraining über Vampirlehre bis hin zur Kosmetikschulung. Doch ein Termin fesselte mich ganz besonders und zwar nicht im positiven Sinne. In fetten roten Buchstaben stand auf der Tafel:
~ Jessica 19:00-20:00 Wissensüberprüfung mit Carlisle
Mein Gefühl sagte mir, dass über kurz oder lang jedes der Mädchen sich dieser Wissensprüfung bei Carlisle unterziehen musste. Wann war ich wohl an der Reihe und was würde dann passieren? Schaudernd erinnerte ich mich an die "Kostprobe" die Carlisle von uns einforderte...
Neben mir stand ein großes Mädchen mit Mandelaugen und rabenschwarzen Haar, sie schien ebenfalls den "Kursplan" zu studieren. Sie sprach mich an "Hey, weißt du wer diese Isabella ist? Die hat ja Training mit Edward! Oh man, hat die ein Glück, ich würde alles dafür geben nur mal mit ihm reden zu dürfen."
Jetzt wurde ich neugierig, anscheinend wusste sie mehr über den geheimnisvollen Edward. "Warum wenn ich fragen darf? Ist er so toll?" Beim letzten Wort zeichnete ich Gänsefüßchen in die Luft. Sie blickte mich gespielt geschockt an und presste sich die Hand auf die Brust.
"Toll? Schätzchen, der Typ soll der absolute Sex Gott sein, jedenfalls wird das erzählt...es wundert mich, dass er Training gibt."
Ich trat näher an sie heran, "Was", ich schluckte. "Was macht er denn, wenn er kein Training gibt?"
Das Mädchen zuckte mit den Schultern, "das weiß niemand so genau, offiziell heißt es, er würde sich um die Buchhaltung des Clubs kümmern, aber dieser Mann hat eine so hocherotische Ausstrahlung, ich kann mir nicht helfen aber hinter einem Schreibtisch mit stapelhohen Akten kann ich ihn mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Typ hat irgendein Geheimnis, das habe ich im Gefühl! Ach sag mal, wie heißt ihr zwei eigentlich? Ihr seid neu, oder? Mein Name ist Angela."
Gott, die plapperte ja an einem Stück, aber es war das erste Mal hier, dass uns ehrlich gemeinte Freundlichkeit entgegengebracht wurde. Welch ein Wunder, es gibt doch Leben auf diesem Planeten! Ehe ich antworten konnte antwortete schon Alice: "Das ist Bella und ich bin Alice, vielleicht kannst du uns ein paar Tipps im Umgang mit "der Chefetage" hier geben, du scheinst ja schon länger hier zu sein?"
Angela machte große Augen. "Moment mal. Bella? Isabella?"
Ich nickte betreten.
"Krass. Da wünsch ich doch mal viel Vergnügen Edward, ich beneide dich. Menno, ich bekomm immer diesen doofen Felix. Er meint immer noch das er mir was "beibringen" könnte obwohl ich ihn schon zum Orgasmus bringen kann, wenn ich nur meinen Schlafzimmerblick aufsetze, naja aber er behandelt einen wenigstens immer gut. Nicht so wie andere hier!"
Alice und ich wechselten schnell einen Blick und Al fragte: "Welche anderen?"
Angela blickte sich schnell um und senkte verschwörerisch die Stimme. "Ich kann nicht viel dazu sagen, hier haben die Wände Ohren und die Strafen sind hart. Aber nehmt euch vor James und Alec in acht und Jasper ist auch merkwürdig mit seinen Vorlieben...so jetzt muss ich aber zum Tanzkurs, heute steht eine neue Choreo an."
Damit winkte sie uns fröhlich zu und war durch die Tür verschwunden, Alice Blick war ganz starr gewirden. Komisches Mädchen, es schien ihr hier überhaupt nichts auszumachen, sie wirkte geradezu so als ob sie freiwillig hier war und sogar als ob ihr das auch noch Spaß machen würde. Vielleicht waren nicht alle Mädchen hier verschleppt worden?
Ich nahm mir jedenfalls vor so schnell wie möglich nochmal mit Angela ins Gespräch zu kommen. Ich vertraute ihr keineswegs, niemandem außer Alice traute ich hier, aber dennoch, sie strahlte etwas freundliches, etwas lebenslustiges aus und das konnten wir, weiß Gott, gut gebrauchen.
Es wurde Zeit, jetzt trennten sich Alice und meine Wege. Wir umarmten uns fest und ermahnten uns gegenseitig durchzuhalten. Dann machte sie sich auf zu ihrer ersten Trainingsstunde mit James, ich betete zu Gott, dass sie heil wieder dort rauskam und ich begab mich mit Laurent, der immer wie ein Schatten an mir zu kleben schien, auf in das "Klassenzimmer".
Während wir die Gänge entlang schritten wuchs in mir wieder die Angst vor dem was vor mir lag und ich hatte auch unheimliche Angst um Alice. Irgendetwas war mit Alice passiert, ich hatte nicht vergessen, wie apathisch sie damals auf dem Bett saß, als wir uns kennenlernten und dann gestern abend der Zusammenbruch unter der Dusche, sie wollte es mir erzählen aber irgendetwas hielt sie zurück.
Traute sie mir nicht genug? Der Gedanke, Alice könnte mir misstrauen oder vor mir Angst haben, versetzte mir einen heftigen Stich in meine Brust. Wenn wir einander nicht mehr trauen könnten, dann wäre alles verloren. Alice war das Einzige hier, was mir das Leben naja, erträglich war das falsche Wort, eher mich vor dem dunklen Abgrund bewahrte auf den ich zu schlitterte.
"Wir sind da, ich warte hier auf dich", mit dieser Aussage machte Laurent halt vor dem Klassenzimmer, sein Ausdruck war nüchtern, wie immer. Ob er mit seiner "Männlichkeit" auch seine Emotionen verloren hatte?
Ich atmete tief durch und betätigte den Türgriff. Das Klassenzimmer war genauso wie ich es in Erinnerung hatte, die ordentlich aufgereihten Stuhlbänke, die amerikanische Flagge in der Ecke und der grünen Tafel. Edward saß locker auf dem Lehrerpult und er sah wundervoll aus. Sein beigefarbener Cashmerpulli schmiegte sich wie eine zweite Haut an seinen Oberkörper, was seine Muskeln nur noch umso mehr betonten. Dazu trug er eine schwarze Stoffhose und Lederschuhe.
Er blickte mich ausdruckslos an. Ich schloss die Tür. "Hallo Edward", grüßte ich ihn schüchtern. War es richtig, dass ich ihn zuerst ansprach? Ich wollte ihm nicht den geringsten Grund zur Bestrafung liefern.
Er stand vom Pult auf und kam auf mich zu. Sein Blick immer noch kalt und ausdruckslos. Er musterte mich von Kopf bis Fuß und begann mich zu umkreisen, ganz langsam. Er hatte immer noch kein einziges Wort gesagt und langsam bekam ich wirklich Angst. Irgendwas war hier falsch, irgendwas hatte ich nicht richtig gemacht.
Nachdem er seine "Runde" beendet hatte nahm er mein Kinn zwischen seinem Daumen und Zeigefinger gefangen, so wie es Väter machen wenn sie die Verfehlungen ihrer Sprösslinge besprechen wollten. Seine Augen, die sonst so lebhaft funkelten waren zu grünen Eisklötzen geworden, nicht die geringste Emotion konnte ich in ihnen lesen.
Meine Angst nahm zu und Adrenalin jagte durch meine Adern. Ich wusste ja noch nicht mal was ich falsch gemacht hatte und erst recht nicht was mich nach meinem "Fehltritt" erwartete. Würde er mich schlagen? Mich sexuell demütigen?
Edward schloss die Augen, ich wusste er konnte das Adrenalin in meinem Blut wittern. Er schien sich kontrollieren zu wollen, denn er rieb unaufhörlich über seinen Nasenrücken mit der anderen Hand.
"Isabella, was fällt dir eigentlich ein? Glaubst du ich habe meine Zeit gestohlen? Du kommst hier mit deinen schäbigen Straßenklamotten rein und erwartest das ich so", er ließ seinen Blick nochmals auf mir auf und ab gleiten, " mit dir trainiere?" Er erhob nicht die Stimme, dass war nicht nötig. Es lag auch so genug Stahl in seinem Ton.
Das war es also, ich hatte mich nicht umgezogen! Aber woher sollte ich das wissen? Woher die Kleider bekommen, die ich hier tragen sollte? "Edward ich wusste nicht..." versuchte ich mich zu erklären, aber er hob gebieterisch eine Hand und brachte mich so zum verstummen.
"Ich habe jetzt keine Zeit, dass mit dir zu diskutieren. Frag demnächst Laurent, dazu ist er schließlich da. Und jetzt setz dich, damit wir anfangen können!" Er wies auf einen der Schülerpulte. Wie, das war's? Keine Bestrafung? Ich atmete erleichtert auf. Edward wurde mir immer sympathischer, er hatte zwar immer noch diese eiskalte Aura um sich herum, aber wenigstens wollte er mich nicht verletzen, nicht körperlich jedenfalls. Nichts desto trotz fühlte ich mich wie auf einem Drahtseil, ein falscher Schritt und ich würde ins Verderben stürzen.
Edward setzte sich mir gegenüber, er hatte einen Stapel Papiere auf dem Schoß und reichte mir einen davon. "Isabella, ich werde dir heute nur ein paar Fragen stellen, nichts Schlimmes also entspann dich!" Der schmeichelnde, samtene Ton in seiner Stimme war wieder da, unglaublich wie sehr sich ein Mensch, äh ein Vampir, innerhalb von ein paar Sekunden ändern kann. Wahnsinn, mir wurde ganz schwindelig davon.
Fragen beantworten? Ok, da gab es schlimmeres. Ich nickte "Ja, Edward. Ok!" Er lächelte wieder sein atemberaubendes Raubtier-Lächeln.
"Ganz locker, Kleine! Ich möchte das du dabei an die erste Beziehung und/oder den ersten sexuellen Kontakt den du hattest denkst! Füll einfach nur den Bogen aus!"
Es war ein Fragebogen mit multiple choice Antworten und ich kreuzte, wahrheitsgemäß an. Ich hatte doch eh nichts zu verlieren. Wenn ich lügen würde würden sie es eh merken.
Frage 1:
Kannst du dir vorstellen, mit deinem Partner darüber zu sprechen, was du dir im Bett wünschst?
Wenn mein Partner mit dem Thema anfängt, wahrscheinlich schon.
Ja, natürlich. Damit mein Partner weiß, was mir gefällt.
Nein, das traue ich mich überhaupt nicht. X
Frage 2:
Schämst du dich dabei, dich nackt vor deinem Partner zu zeigen?
Ich verkrampfe mich meistens, wenn mein Partner mich anfassen will. X
Ja, ich mag meinen Körper nicht besonders und würde ihn vor keinem nackt zeigen.
Nein, ich vertraue meinem Partner und schäme mich nicht.
Frage 3:
Hast du bereits sexuelle Erfahrungen gemacht?
Nein, ich habe noch nicht mal einen Zungenkuss probiert.
Ja, in Sachen Petting bin ich geübt.
Ein bisschen Petting habe ich schon gemacht. X
Frage 4:
Habt ihr auch mal über das Thema Sex gesprochen?
Ja, ich kann mit meinem Partner über alles offen reden.
Ich habe meinen Partner darauf angesprochen, aber bisher erst einmal.
Nein, das ist mir irgendwie peinlich. X
Frage 5:
Auf einer Party wird dir ein Junge/ein Mädchen vorgestellt und du wechselst ein paar Sätze mit ihm/ihr. Wo schaust du dabei hin?
Ich sehe ihm/ihr in die Augen - so erkenne ich am besten, was für ein Mensch er/sie ist. X
Ich sehe ihm/ihr beim Sprechen auf die Lippen.
Ich sehe ihm/ihr auf einen Knopf oder auf irgendeinen anderen neutralen Punkt.
Frage 6:
Du blätterst in einem Magazin und kommst zu den Seiten für sexuelle Aufklärung. Und nun?
Das lese ich ganz gern, obwohl es mich mehr amüsiert als interessiert.
Das lese ich immer mit Begeisterung. Schließlich gibt es immer etwas Interessantes, das man noch nicht weiß.
Ich lese das nur, wenn es keiner mitbekommt. X
Frage 7:
Hat dein Partner dich schon zum Höhepunkt gebracht?
Nein, aber ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird. X
Ja klar, es war toll.
Nein, den Gedanken finde ich auch etwas unangenehm.
Frage 8:
Hast du dir schon mal Sex mit deinem Partner vorgestellt?
Nein, das will ich mir nicht vorstellen.
Ja, ich träume oft davon.
Einmal, aber mir fehlt dazu die Fantasie X
Frage 9:
Hast du schon versucht, deinen Partner zu verführen?
Ja klar, aber natürlich (erstmal) nur zum Petting.
Nein, um Gottes Willen!
Ich hatte es vor, habe dann aber doch kurz vorher gekniffen. X
Frage 10:
Glaubst du selber, dass du für Sex bereit wärst?
Ich denke eher nicht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher. X
Ja, ich bin mir zu 100% sicher.
Frage 11:
Wo sollte denn euer erstes Mal stattfinden und wie?
Bloß nicht bei mir im Zimmer! Aber auf jeden Fall im Bett, mehr weiß ich nicht.
Ähm.. Im Bett?
Bei ihm/ihr zu Hause, im Bett, ganz kuschelig, mit Kerzen und Musik. X
Mit hochrotem Kopf reichte ich Edward den Fragebogen und er verstaute ihn fix in seiner Ledermappe ohne einmal einen Blick darauf zu werfen. Bestimmt wollte er ihn in Ruhe studieren. Ich hoffte er würde jetzt das Ende der Stunde einläuten, es war sehr zermürbend ihm so ausgeliefert zu sein. Ständig war ich auf der Hut und betete zu Gott, keine Fehler zu machen.
"Sehr gut Isabella. Bevor wir jetzt Schluss machen, haben wir ja noch eine Kleinigkeit zu klären wegen deines heutigen Fehltritts. Zieh deine Hose aus!" Sein Ton war kühl, autoritär.
Ich schluckte einen dicken Kloß hinunter. Also doch, Edward würde mich bestrafen. Wie konnte ich nur einen Moment glauben, ich würde nicht bestraft werden. Das waren alles Psychopathen hier.
Zitternd öffnete ich meine Hose und streifte die Hosenbeine von meinen Beinen. Edward kniete sich hin und löste die Schleife seiner Schuhe, langsam begann er den Schnürsenkel aus dem Schuh zu ziehen.
"Komm her!" er winkte mich an sich ran, seine Stimme immer noch kalt wie Eis. Mir brach der Schweiß aus, was würde jetzt kommen?
"Leg dich über das Pult, Isabella. Halt dich an dem Rand fest."
Ich gehorchte zitternd. Ich musste schwer schlucken, als ich so entblößt vor Edward auf dem Pult lag, der Rücken ihm zugewandt. Er drehte eine Runde um das Pult und band mir schließlich die Handgelenke mit dem Schnürriemen zusammen. Nicht allzu fest aber fest genug, ich konnte mich nicht befreien.
Mit pochendem Herzen hielt ich den Atem an als ich seine Hand an meinem Hintern spürte. Sanft strich er über meine Rundungen, liebkoste sie fast. Ich hörte ihn seufzen. "Isabella, es ist eine Schande. Ich will es wirklich nicht tun aber du musst verstehen, dass Fehltritte solcher Art hart und schnell bestraft werden. Unser Etablissement ist wie ein Uhrwerk und alle Zahnrädchen darin müssen perfekt zu einer bestimmten Zeit ineinander greifen. Ich hoffe du verstehst das!"
Verstehen? Ich verstand gar nichts mehr! Was schwafelte er da? Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, ich war außer mir vor Angst und wünschte mir mittlerweile nur noch dass es vorbei war.
Edward drückte mir einen Kuss auf den Po und richtete sich dann auf. Ich konnte mich nicht umdrehen aber ich hörte wie er langsam seinen Gürtel öffnete und ihn aus den Schlaufen zog. Mein Magen krampfte sich zusammen und ich zitterte am ganzen Körper. Der Gürtel sauste zischend durch die Luft. Ich kniff die Augen zusammen, wappnete mich für den Schmerz. Mit einem lauten Klatschen traf der Ledergürtel auf meine Haut und augenblicklich durchfuhr mich ein unglaublich brennender Schmerz. Ich schrie vor Pein, meine Augen füllten sich mit Tränen. Wieder und immer wieder schlug er auf mich ein. Alles verschwamm, ich nahm nichts mehr war außer dem schrecklichen Schmerz der sich durch meinen Körper fraß.
"Du", wieder ein Schlag, "musst", Schlag, "verstehen", Schlag, "Isabella!" Er presste diese Worte heraus als ob sie ihm die größte Lust bereiteten oder ihn unsagbar quälten. Welches es davon war, vermochte ich nicht zu sagen.
Ich spürte noch ein letztes Mal den Gürtel. Dann war Ruhe. Ich hörte ihn heftig atmen und er platzierte den Gürtel wieder an seinem eigentlichen Platz.
Ich konnte mich nicht rühren, jede Bewegung verursachte mir höllische Schmerzen. Er kam um den Tisch herum und löste meine Fesseln, ich sackte augenblicklich zusammen wie ein nasser Sack, spürte aber wie er mich stützte. Ich wollte sein Berührung nicht, ich wollte seine Hände nicht auf meinem Körper haben aber ich ließ es über mich ergehen, teils weil ich keine Kraft mehr hatte und teils weil es wieder falsch wäre, auf keinen Fall wollte ich nochmals so bestraft werden. Ich würde alles tun.
Edward kramte in seiner Tasche rum und rieb mir irgendeine cremige Substanz auf den Po und den unteren Rücken. Er hielt mich immer noch fest und ich bäumte mich vor Schmerz auf. Unaufhörlich liefen Tränen über mein Gesicht. Aber ich bekam das alles nicht wirklich mit!
"Sch, sch Isabella. Ist ja gut! Ich weiß das tut weh, aber gleich wird es dir schon besser gehen!" Er war wirklich total wahnsinnig, zuerst verprügelt er mich bis zum geht nicht mehr und jetzt pflegt er mich?
Als ich versuchte mich aufrecht hinzustellen, mir noch einen Rest meiner Würde zu bewahren, knickten mir die Beine um und Dunkelheit umfing mich.

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