Bella war weg. Sie war mit diesem komischen Edward verschwunden. Hoffentlich passierte ihr nichts. Im Schneidersitz saß ich auf Bellas Bett. Ich scheute mich in mein Zimmer zu gehen, warum wusste ich auch nicht genau. Wahrscheinlich weil in diesem Zimmer hier immer noch Bellas Präsenz hing. Bella. Gott sei Dank standen wir das zusammen durch, sie war mein Fels in der Brandung. Sie kam mir so stark und entschlossen vor und dennoch war ich nicht sicher ob das nur Fassade war. Möglicherweise war sie genau so traumatisiert wie ich, doch sie ließ es sich nicht anmerken. Unsicher was ich tun sollte starrte ich Löcher in die Luft und schaukelte meinen Körper vor und zurück.
Nach einer Weile beschloss ich erstmal duschen zu gehen. Keine Ahnung warum aber seit wir hier waren fühlte ich mich die ganze Zeit schmutzig, als wäre überall Dreck an mir. Kein Wunder wenn man wie Dreck behandelt wird, in mir stieg wieder Übelkeit auf als ich an die Vorfälle mit James und Carlisle dachte. Über den Übergriff von James hatte ich nie ein Wort verloren, noch nicht mal mit Bella hatte ich darüber gesprochen, es war mir so peinlich und ich schämte mich abgrundtief, während ich das Wasser andrehte kehrte ich noch einmal in Gedanken zum Tag meiner Schande zurück.
*** Flashback ***
„So, Prinzessin. Dann wollen wir doch mal zusehen, dass wir dich verschönern! Leg dich mal auf die Liege da drüben!“
Der fremde Mann mit den blonden Haaren zeigte auf eine Krankenliege die an der Wand stand. Vor lauter Angst wurden meine Knie ganz weich aber ich riss mich zusammen und legte meinen Körper auf die kalte Bare. Mich kriegen sie nicht klein!
Der Mann, ich glaube Carlisle nannte ihn James, beugte sich über irgendwelche Instrumente, die ich nicht sehen konnte. Was meinte er nur mit „verschönern“? Ein Piercing oder ein Tattoo? Ich hatte eine Ahnung, dass es keins von beiden seien würde…James drehte sich um und schnallte mir, so schnell das ich es fast gar nicht erkennen konnte, meine Arme über den Kopf zusammen. Er desinfizierte die Innenseite meines Oberarmes mit einem getränkten Wattepad. Er hielt irgendwas in der anderen Hand, ich konnte nicht erkennen was.
„Jetzt halt schön still, Prinzessin. Ich will nicht abrutschen und dir dein hübsches Gesicht verbrennen!“
Verbrennen? Was meinte er denn mit verbrennen?! Weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht denn augenblicklich spürte ich einen Wahnsinnsschmerz im meinem Arm. Ein Zischen ging durch die Luft und ich roch verbranntes Fleisch. Mein Fleisch! Um Gottes Willen, sie brandmarkten mich! Der Schmerz war nicht aufzuhalten, unerträglich heiß verbiss er sich in meinem Körper, es ging über alles was ich je gefühlt hatte! Ich konnte es nicht mehr aushalten und wollte nur noch dass es aufhörte, mir schwanden langsam die Sinne und dankbar fiel ich in die Dunkelheit.
„So jetzt aber aufgewacht meine Hübsche!“
Mühsam öffnete ich meine Augen und stellte fest, dass ich immer noch halb nackt und angebunden auf dieser schrecklichen Liege lag. Mein Körper schien nur noch aus Schmerz zu bestehen und besonders mein Arm machte den Eindruck als wolle er auf der Stelle bersten vor lauter Schmerz.
Als erstes fiel mein Blick auf James, der mir gegenüber auf einem Stuhl saß. Er hatte seine Hose aufgeknüpft und seinen Schwanz in der Hand, seine große Faust glitt an ihm auf und ab, er war vollständig erigiert. Jetzt wurde mir richtig schlecht, schlecht vor Schmerz und schlecht vor Angst. James grinste mich diabolisch an.
„Ah Prinzessin, du bist so wunderschön, wie du da schlafend auf der Bare lagst. Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Schade dass du nicht bei Bewusstsein warst, aber ich verspreche dir. Das holen wir nach!“
Er stand auf und nahm sich ein Kleenex, vom Tisch hinter ihm, dann kam er auf mich zu. Ich verstand gar nichts mehr und versuchte angstvoll zurück zu weichen, ein grauenvoller Schmerz in meinem verletzen Arm lies mich jedoch innehalten.
„Da du es ja noch nicht besser weißt, Süße, werde ich das jetzt mal erledigen aber sei versichert, dass es das erste und letzte Mal sein wird!“
Er wischte mit dem Kleenex über meinen entblößten Bauch eine weiße Flüssigkeit weg. Was war ….NEIN! James hatte doch nicht etwa masturbiert und auf mich ejakuliert während ich ohnmächtig war!? Das war das perverseste, ekligste und demütigenste was ich je erlebt hatte. Ich wollte auf der Stelle vor Scham sterben.
James packte meinen verbrannten Arm und drückte zu, schlagartig schwanden mir vor Schmerz die Sinne ich hörte ihn aber noch drohen: „Solltest du mit jemanden über unser kleines Tete a Tete sprechen, würdest du dir wünschen, deine Hure von Mutter hätte dich niemals schreiend in diese Welt geboren!“
Dann driftete ich ab.
*** Flashback Ende ***
„Alice? Alice, was ist mit dir?“
Von irgendwo hörte ich diese Stimme, konnte aber nicht zuordnen woher. Ich hockte auf dem Boden der Dusche, die Knie angewinkelt und die Arme darum geschlungen, meine typische Schutzhaltung. Wie kam ich hierher? Ach ja, ich wollte ja duschen gehen...Das Wasser prasselte auf meinen entblößten Körper und schließlich hob ich den Blick. Dieser Jasper starrte auf mich runter mit einem so hungrigen Ausdruck in den Augen, wie ich ihn noch nie gesehen hatte....
Bella PoV
Ich raste in Richtung dieses riesigen Irrgartens davon und war einer erwachsenen Panikattacke nahe. Meine Füße jagten über den grasbewachsenen Boden, ich flog, ich schien schneller zu laufen als ich eigentlich konnte. Pures Adrenalin schoss durch meine Adern. Hinter mir hörte ich jedoch keinerlei Geräusche, offenbar wollte er mir einen Vorsprung lassen, sonst würde sich das ja für ihn nicht lohnen, er hätte mich in null Komma nix eingefangen.
Wie großzügig.
Mittlerweile war es dunklen und das Labyrinth war mit Nebel durchzogen, nur hier und da leuchteten ein paar spärliche Laternen, die in den Gängen befestigt waren. Verzweifelt suchte ich nach einem Ausgang, nach oben ging schon mal nichts, die Buchsbaumhecken waren mit Sicherheit 5m hoch und sich da durchquetschen ging auch nicht. Mist. Mein Herz pumpte als wollte es mir aus der Brust springen. Ich hatte solche Angst, mein Atem kam nur noch abgehackt. Panisch blieb ich stehen und blickte mich hektisch nach allen Seiten um, jedoch konnte ich nichts erkennen.
Fast nichts...
Irgendwann blieb ich stehen und blickte mich irritiert um, ich wusste nicht wo ich war, wusste nicht wo er war. Folgte er mir eigentlich? Ich hielt die Luft an und versuchte zu hören, wo er sich gerade aufhielt. Aber so sehr ich mich auch anstrengte und lauschte, ich hörte gar nichts. Nichts. Die Nacht war totenstill, man hörte noch nicht mals den Wind.
„Hallo meine Schöne“, hauchte er mir dann von hinten ins Ohr und ich schrie kurz auf und flüchete, ohne nachzudenken, in den Gang vor mir.
Er war hinter mir, er hatte mich beinahe geschnappt! Verdammt. Ich hatte ihn noch nicht mal kommen hören. Wie hatte er das geschafft? Dass er sich so angeschlichen hatte? Egal, ich rannte wie von Sinnen durch die vor mir liegenden Gängen. Ein leichter Windstoß fuhr mir in die Haare und lies meine Nackenhaare sich aufstellen. Ich vernahm ein leises Knurren, welches sich recht nah anhörte, ich aber nicht genau lokalisieren konnte.
Ich jagte um Ecken und Sträucher, lies kleine Wassergräben hinter mir und geriet immer tiefer in dieses verflixte Labyrinth hinein. Die Hecken schienen immer näher zu kommen und die Luft wurde dünner, durch den Nebel konnte ich kaum etwas sehen und als mein Fuß auf etwas Unebenes trat, konnte ich mich nicht halten und stolperte. Ich versuchte noch das Gleichgewicht zu bewahren und ruderte wie verrückt mit den Armen, aber der Sturz konnte ich nicht verhindern und landete längelang auf dem feuchtnassen Boden.
Keuchend richtete ich mich wieder auf und guckte mich um, ob er irgendwo in der Nähe war. Zu meinem Glück war weit und breit nichts zu sehen, außer dem immer dichter werdenden Nebel. Erleichterung machte sich in mir breit, als ich nach 2 Minuten immer noch alleine war und dieser Edward noch nicht aufgetaucht war. Leicht schwankend stand ich auf und versuchte mein Gelichgewicht wiederzufinden, als ich einen Stich in meinem Knie spürte.
Ich hatte mir das Knie aufgeschlagen und das Blut quoll aus der Schürfwunde.
Scheiße, ich war auf der Flucht vor einem Vampir und hatte eine offene, blutende Wunde. Spätestens das dürfte ihm doch den Weg zu mir zeigen. Humpelnd lief ich weiter und versuchte einen Ausweg zu finden. Verirrte mich immer weiter in diesem Irrgarten und drang immer tiefer in die Gänge und Wege ein.
Mittlerweile lief ich nicht mehr, sondern schritt nur noch vor mich hin, da ich einfach keine Kraft mehr hatte, um noch weiter zu rennen. Meine Beine waren schwer wie Blei, aber wenigsten war die Wunde einigermaßen getrocknet.
Ich bog gerade um die nächste Ecke und hoffte endlich den rettenden Ausweg bald zu finden, als ich mit etwas harten kollidierte. Instinktiv schloss ich die Augen, als ich merkte, wie etwas meine Taille umschlag und betete, dass dies nur ein weiterer böser Albtraum war. Als nichts weiter passierte öffnete ich die Augen wieder und musste feststellen, dass ich mich in Edwards Armen befand, schon wieder.
Ängstlich blickte ich zu ihm auf, wusste nicht, was jetzt passieren würde. Er hatte mich gefangen und ich war verloren. Würde er mich jetzt bestrafen? Jetzt von mir trinken, so wie es Esme gesagt hatte?
„Isabella, hast du dir wehgetan?“ fragte er schon fast besorgt und ging vor mir in die Knie. Was machte er denn jetzt? Er blickte auf die Schürfwunde an meinem Knie, stricht sanft mit einem Finger darüber und begutachtete sie genau. Oh Gott! „Hm“, kam es dann von ihm und er richtete sich wieder auf. „Du riechst verdammt lecker!“ flüsterte er dann schon fast und strich mir dabei eine Strähne hinters Ohr.
Ich versuchte ihm nicht in die Augen zu blicken, denn sein Blick machte mich nur noch nervöser, nahm mich gefangen. Dann packte er mich am Arm und führte mich zu einer steinernen Bank, die mir noch gar nicht aufgefallen war, in dieser dunkeln, nebligen Nacht.
Edward lies mich los und setzte sich auf die Bank, ich war gerade im Begriff mich neben ihn zu setzen doch er hielt mich auf „Nein, setz dich auf meinen Schoß, unsere Körper müssen sich aneinander gewöhnen!“ Das meinte der doch jetzt nicht ernst? Aber natürlich, meinte er es ernst, diese Wesen machen anscheinend keine Witze.
Zaghaft setzte ich mich seitlich auf seinen Schoß und versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Er fing an leise zu lachen „Nein, nein Isabella, setz dich rittlings auf mich."
Ok, das war jetzt definitiv zu viel verlangt. Ich blickte Edward ängstlich an und suchte nach dem Schalk in seinem waldgrünen Blick, aber auch hier wieder Fehlanzeige. Er meinte es todernst und klopfte sich schon ungeduldig auf den Schoß.
"Komm schon, Isabella hab keine Angst. Wenn du gehorchst habe ich keinen Grund dir wehzutun!"
Mir wehzutun? Mir blieb nichts anderes übrig als das zu tun, was er verlangte, ich wollte nicht schon wieder Schmerzen erleiden, also rutschte ich auf seinem Schoß so herum, dass ich rittlings auf ihm saß und unsere Gesichter nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren. .
"Siehst du, ist doch gar nicht so schlimm!" lächelte er zufrieden.
Ich nickte. Streng genommen war es ja auch nicht schlimm, nur ich hätte es niemals freiwillig getan, ich litt über alle Maßen darunter das sie mir meine Freiheit, meinen freien Willen nahmen, in jeder Hinsicht! Wenn sie befahlen: "Spring!", dann durfte ich höchstens noch fragen "Wie hoch?"
"Das hast du gut gemacht, Isabella! Der erste Schritt ist geschafft, doch ich möchte noch etwas weitergehen. Sei ganz locker! Entspann dich, dir wir nichts geschehen. Lass es einfach passieren!"
Entspannen! Super Tipp! Des Rätsels Lösung! Warum bin ich nicht eher darauf gekommen?
Wir blickten uns in die Augen und Edward legte sanft seine Hände auf meinen Rücken. Ok, das konnte ich aushalten, wenn es so bleiben würde. Doch, natürlich, blieb es nicht so, denn seine Hände wanderten langsam aber stetig nach unten, dann umfasste er heftig meinen Po mit beiden Händen und drückte mich so an seinen Unterleib. Ich erstarrte in der Erwartung auf eine Erektion zu treffen, und schluckte hart, als ich fühlte wie erregt er war. Und wie groß. Scheiße!
Mein Magen zog sich zusammen, wenn ich daran dachte, was nun passieren würde. Würde er mich jetzt hier vergewaltigen? Aber senkte er nur langsam seinen Kopf und verteilte kleine Küsse auf meinen Hals und meinem Schlüsselbein, was mir, zu meiner eigenen Überraschung, kleine Stromstöße durch meine Venen jagte und obwohl es ziemlich kalt war, wurde mir heiß und mein Atem wurde erneut schneller.
Verflucht, ich wollte das so nicht, ich wollte nicht dazu gezwungen werden!
Edwards Duft, fiel mir auf, war einfach unbeschreiblich und jetzt, da ich ihm so nah war, fast unerträglich. Ein männlicher, herber Duft doch mit einer Note Sanftheit darin. Wie Chili mit Schokolade. Der pure Gegensatz.
Schließlich löste ‚mein Trainer‘ seine Umarmung und drückte mir einen letzten kleinen Kuss auf das Schlüsselbein. Erleichtert und doch etwas enttäuscht, da diese doch recht schöne Berührung vorbei war, kletterte ich fix wieder auf festen Boden.
"Sehr gut, Isabella! Du hast dich gut geschlagen für die erste sexuelle Konfrontation, das nächste Mal gehen wir dann etwas weiter, jetzt werde ich dich aber erstmal wieder zu Alice zurückbringen!"

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