Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 9. April 2010

Kapitel 13

Alice PoV



Jasper stand genau vor der Dusche und schaute durch die halbbeschlagene Duschwand, die uns noch trennet, auf mich herab. Seine eisblauen Augen tanzten immer noch vor lauter Vorfreude über meine nackte Haut, nahmen jeden einzelnen Zentimeter in unter die Lupe. Unweigerlich begann ich zu zittern und mir wurde speiübel.

Was würde er jetzt wohl machen? Über mich herfallen? Mich vergewaltigen?

Wobei dieser Bastard Carlisle sagte, ich bräuchte erstmal keinen Geschlechtsverkehr haben, da ich noch Jungfrau sein. Wahrscheinlich würden sie mich an den Höchstbietenden verhökern. Aber wusste dieser Psycho hier das auch? Wusste er, dass er sich nicht an mir vergreifen durfte? Schließlich war doch James mein Trainer. Aber mal ganz ehrlich, das war auch nicht gerade eine glorreiche Aussicht. Nicht nachdem er mich als Wichsvorlage benutzt hatte, während ich durch seine Folter ohnmächtig geworden war!

Heiße Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen und mischten sich mit dem Wasser aus der Dusche, welches immer noch in Strömen auf mich herab prasselte. Ich wollte hier weg! Ich wollte einfach nur noch nach Hause in mein Bett! Was zur Hölle war bloß passiert, dass ich hier in dieser Hölle gelandet war? Gestern war mein einziger Gedanke, was machst du morgen. Heute wusste ich noch nicht mals, ob es für mich überhaupt ein Morgen gab!

Ich hörte wie die Duschkabine geöffnet wurde, traute aber nicht hinzusehen. Ich versteifte mich nur noch mehr auf dem kühlen Boden, bedeckte meine Blöße so gut es ging und versuchte nicht den Weinkrampf, der gerade über mich herein brach, die Oberhand gewinnen zu lassen, denn es hatte eh keinen Sinn. Ich war Jasper ausgeliefert. Keiner würde mir helfen!

„Warum weinst du?“

Auf diese Frage war ich überhaupt nicht vorbereitet gewesen und ich hob verwirrt den Kopf. Jasper war genau vor mir in die Knie gegangen, so dass sein Kopf in etwa auf gleicher Höhe wie meiner war. Das warme Wasser der Dusche erfasste ihn zur Hälfte und seine blonden Locken klebten feucht an seinem Gesicht und das dunkle Shirt, welches er trug, hatte sich auch schon mit Wasser vollgesogen. Seine Augen waren aber fest auf mich gerichtet und er wirkte, als ob er das Wasser nicht wahrnehmen würde.

„Ich habe dich gefragt, warum du weinst?“ wiederholte er dann etwas energischer, aber seine Stimme war weiterhin recht sanft.

Was sollte ich ihm denn darauf antworten? War die Lage nicht offensichtlich? Man hatte mich gekidnappt, gefoltert und man würde mich, früher oder später, zum Sex zwingen. Und, als ob das nicht reichen würde, sollte ich mein Blut hergeben, als ob ich eine Blutbank wäre. Wie konnte ich da nicht früher oder später zusammenbrechen und weinen? Aber für ihn zählten diese Punkte wohl nicht, denn für ihn war es ja Alltag, Menschen zu verschleppen und auszubeuten!

„Willst du es mir denn nicht sagen Alice?“ seine Stimme wurde fordernder!

„Ähm, ich….. also“, ich wusste einfach nicht, was ich antworten sollte, ohne mich damit selber in Teufels Küche zu bringen!

„Ist es wegen James?“

„Ja!“

Es war zwar nicht ausschließlich wegen James, aber er war einer der vielen Faktoren, die mich zum Zerbrechen brachten und bevor ich etwas Unbedachtes sagte, ließ ich ihn in dem Glauben, dass James alleine der Grund wäre, warum ich in der Dusche auf dem Boden hockte und unerbitterlich weinte und am ganzen Körper zitterte! Es war wohl das Geschickteste!

Doch kaum hatte ich mich versehen, da machte Jasper einen Satz auf mich zu und lag auf einmal halb auf mir. Meinen Kopf hatte er zwischen seine Hände genommen, aber sein Gesicht lag in meiner Halsbeuge. Oh scheiße, jetzt war es soweit, er würde mich beißen! Ob es wehtun würde? Mein Herz hämmerte und pumpte mein Blut nur so vor lauter Angst durch meinen Körper. Der Weinkrampf hatte abrupt aufgehört, aber mir entwich immer wieder ein Winseln aus dem Mund, ich hatte Todesangst!

Was wenn er mich jetzt aussaugt, wie das Mädchen, welches blutleer im Irrgarten gelegen hatte?

Vielleicht war es aber auch das Beste was mir hier passieren konnte.

Ein schneller Tod!

Ich betete, dass es nicht allzu weh tun würde und dass er schnell war. Das er schnell zubeißen würde und schnell alles aus mir heraussaugen würde. Vielleicht würde ich dann ganz langsam einschlafen. Das wäre doch ein passabler Tod, für die ganze Scheiße, die ich hier in der kurzen Zeit erlebt hatte! Bella würde es bestimmt ohne mich schaffen, sie war stark! Und sie würde hier raus kommen, dass wusste ich!

Ich zitterte mittlerweile wie Espenlaub und das Wasser aus der Dusche wurde auch immer kälter, aber anstatt den Schmerz zu spüren, auf den ich wartete, fühlte ich nur etwas Warmes und sehr feuchtes an meinem Hals. Jasper leckte mir mit seiner Zunge über meine Halsschlagader. Immer und immer wieder! War das eine Art Vorspiel? Ein Vorspiel bevor man zubiss?

Scheiße, ich wollte es doch einfach hinter mich bringen!

„Jasper? Was tust du denn da?“

Erschrocken wich Jasper von mir zurück und ich saß wieder alleine unter der kühlen Dusche. Ich versuchte mich intuitiv klein zu machen, es sollte mich nicht noch jemand so sehen, es reichte wenn es Jasper gesehen hatte, wie sehr man mich schon gebrochen hatte.



Bella PoV


Edward erhob sich und griff nach meiner Hand. Und wie ein Schlag traf mich dieses Kribbeln, welches erneut aus dieser Berührung hervorging. Ich hatte geglaubt, dass sich diese Anziehung, die zumindest ich am Anfang gespürt hatte, mittlerweile verflogen war nachdem ich ihn etwas kennengelernt hatte, aber ich hatte mich geirrt, sie war wieder da. Und nicht nur das, sie war auch noch genau so stark. Es wollte irgendwie nicht in meinen Kopf, egal wie sehr ich darüber nachdachte.

Was war es nur, dass meinen Körper so aus der Fassung brachte und so auf diesen Vampir reagieren ließ?

Dummerweise war ich zu sehr mit meinen Überlegungen über dieses so angenehme Prickeln beschäftigt gewesen, das ich nicht auf den Weg geachtet hatte, denn Edward hatte uns beide bereits aus dem Irrgarten herausgeführt. Mist. Das war die Gelegenheit gewesen, mir den Weg zu merken, damit ich beim nächsten Mal wenigsten eine kleine, wenn auch sehr unrealistische Chance, gehabt hätte.

Vor der Tür zurück in die Hölle namens Bloody Bite blieb Edward stehen und drehte sich zu mir um. Seine Hand ließ meine los, aber nur um sie mir um die Taille zu legen und mich fest an ihn zu ziehen. Und er war immer noch erschreckend erregt, denn ich spürte seine harte Männlichkeit gegen meinen Bauch drücken.

„Weißt du Isabella, ich glaube wir beide werden ein gutes Team bilden!“

Ich konnte ihn nur anstarren, wusste einfach nicht wie ich reagieren sollte, was ich sagen sollte. Also blickte ich ihm in seine Augen, die selbst in dieser mittlerweile dunklen Nacht immer noch wunderbar grün funkelten. Sie brodelten richtig. Es hatte etwas magisches, etwas hypnotisches an sich, denn wenn ich in dieses Grün schaute, fühlte ich mich einfach ruhig, sicher und beschützt.

Erst Edwards diabolisches Grinsen, ließ mich aus meiner kindischen Schwärmerei aufwachen und zurückzucken. Oh Gott, was tat ich denn hier? Er war der Feind und ich himmelte seine schönen Augen an!

„Isabella, wehr dich nicht dagegen. Ich spüre es auch!“

Oh Gott, was wollte er mir denn damit sagen? Meinte er etwa er spürte auch dieses wohlige Kribbeln, wenn er meine Hand nahm. Dieses schöne Gefühl, welches mir durch alle Glieder fuhr? Oder meinte er, er spürte wie dämlich ich war und auf ihn reinzufallen drohte? Wie ich mich seltsamerweise zu ihm hingezogen fühlte?

„Was spürst du auch?"
Die Frage kam forscher über meine Lippen als ich es selber erwartet hatte und hoffte, er würde es nicht als Frechheit werten. Noch mehr Aufregung brauchte ich für heute nicht. Die Untersuchung vor dem Frühstück, die Themenräume und diese kleine Jagd eben waren wirklich genug für mich!

Aber anstatt mir zu antworten, beugte er nur seinen Kopf zu mir herunter und drückte mir seine Lippen auf meinen Hals. Genauer gesagt, auf meine Halsschlagader. Oh bitte nicht. Das Adrenalin pumpte einmal mehr nur so durch meinen Körper hindurch, einen Vampir in die Nähe seiner Halsschlagader zu lassen war nicht wirklich das was ich wollte. Wer konnte schon wissen, ob er nicht einfach zubeißen würde?

Und wie aufs Kommando, spürte ich die Spitzen seiner Fänge über meine dünne Haut schaben, aber nur sehr sachte. Er schien darauf zu achten, dass er mir nicht wehtun wollte. Oder aber, noch nicht von mir zu trinken, weil Carlisle es ihm verboten hatte. Hier war schließlich alles möglich.

„Hmm, du glaubst gar nicht wie anregend es ist, deinen Puls an meiner Zunge zu spüren kleine, süße Isabella!“

Ich schluckte hart, denn mir wurde schlagartig bewusst, dass ich ihn durch meine Angst nur noch erregter machte, ihn nur noch durstiger auf mein Blut machte. Es war ein verdammter Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gab. Aber gegen meine Furcht vor dem Unbekannten, was wohl kommen mochte, konnte ich nicht ankämpfen.

„Aber ich glaube, ich sollte dich zurückbringen. Es war ein anstrengender und auch sehr aufregender Tag für dich, du musst müde sein und ich will nicht zu viel von dir verlangen. Außerdem haben wir ja noch jede Menge Zeit, die wir miteinander verbringen werden.“

Ich hatte die Fähigkeit zu sprechen immer noch nicht wiedergefunden, sondern stand immer noch stocksteif in seiner Umarmung, und nickte kaum merklich. Seine Erregung hatte in der ganzen Zeit kein Stück nachgelassen und drückte immer noch voller Stolz gegen mich, was mir Unbehagen bereitete, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass er hart war und sich nicht an mir vergreifen würde. Schließlich war dies doch einer der Gründe, warum man mich entführt hatte. Und nicht nur das, er sollte ES ja auch mit mir trainieren. Er sollte mir zeigen, was Männern, Vampiren beim Sex gefiel.

Aber er machte keine Anstalten, das Training heute wirklich beginnen zu lassen.

„Komm, ich bringe dich jetzt zurück in dein Zimmer!"

Damit entließ er mich aus der festen, aber irgendwie doch so warmen und schützenden Umarmung und schnappte sich meine Hand. Sofort war dieses Summen in meinen Venen wieder da und breitete sich wohlig in mir aus. Spürte es wirklich auch so, wie ich es tat? Falls ja, wäre ich noch nicht ganz verloren, denn dann hatte ich eine Chance!

Der Weg durch die Gänge verlief ruhig, keiner von uns beiden redete und es war wieder so, wie auf dem Hinweg vorhin, als wir schweigend nebeneinander liefen. Es war erneut die angenehme und beruhigende Stille, die man mit nur wenigen Leuten teilen konnte.

Als wir an meinem Zimmer angekommen waren, öffnete Edward umgehend die Tür und führte mich hinein. Er hatte gerade die Tür hinter sich zugemacht und verschlossen, als mir die offene Badezimmertür von Alice und meinem Gemeinschaftsbad auffiel und ich das Wasserrauschen wahrnahm. Alice schien unter der Dusche zu sein und ich sehnte mich ebenfalls nach einer reinigenden Erfrischung, denn nach diesem Tag, mit allem was ich erlebt hatte, fühlte ich mich irgendwie dreckig!

Doch ehe ich es wirklich wahrnehmen konnte, war Edward an mir vorbeigestürmt und im Badezimmer verschwunden. Er würde doch wohl nicht….

„Jasper? Was tust du denn da?“

Seine Stimme war ruhig, aber die Tatsache, dass er Jasper erwähnte, verwandelte meine Beine in Wackelpudding! Alice. Oh scheiße, was machte er bloß bei ihr. Ohne großartig nachzudenken rannte ich ebenfalls ins Bad und sah Alice auf dem Duschboden hocken, zusammengerollt wie ein kleiner Ball und sie zitterte am ganzen Körper. Jasper stand davor, aber seine Klamotten waren halb nass, also musste er bei ihr unter der Dusche gewesen sein. Er hatte sie bedrängt. Dieser kranke Widerling hat sich an sie rangemacht!

„Sie hat geweint, ich wollte sie nur beruhigen!“

„Aber Jasper, das sind Menschen, die beruhigt man anders als uns!“

Beruhigen? Wie beruhigte man denn einen Vampir?

„Was weiß ich davon wie man Menschen beruhigt? Aber sie ist aufgebracht wegen James und sie hat Angst vor ihm. Ich muss dringend mit Carlisle reden!“

Ohne Edward, Alice oder mich eines weiteren Blickes zu würdigen lief er Schnurstraks an und vorbei und ich hörte die Tür in meinem Zimmer.

„Kümmer dich um deine Freundin kleine Isabella, sie braucht dich!“ sagte Edward sanft und seine Augen hatten einen menschlichen Touch, man sah Mitgefühl in ihnen. Scheinbar war er doch kein gefühlskalter Arsch. Dann trat er vor mich und nahm mein Gesicht in seine Hände. „Laurent wird euch gleich euer Abendessen bringen und wir beide sehen uns morgen wieder. Ich werde im Klassenzimmer auf dich warten!“ Dann drückte er mir, zu meiner Überraschung, seine Lippen auf den Mund und küsste mich sanft.

„Ich kann es kaum erwarten!“ kam es dann heiser über seine Lippen.

1 Kommentar:

  1. Wow ich hab mir heute abend alles durchgelesen und ich bin total gefesselt von der Geschichte :)
    Hoffe es geht bald weiter :)

    Dobert

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