Erschöpft öffnete ich die Augen, alles um mich herum war verschwommen. Wo war ich? Was war denn passiert? Da holte mich auch schon die Erinnerung des erlebten mit Edward im Klassenzimmer ein. Er hatte mich mit meinen eigenen Schnürsenkel festgebunden und dann mit seinem Ledergürtel geschlagen. Immer und immer wieder! Und dann, dann hatte er mir meinen wunden Po mit einer Salbe eingerieben und mich versucht zu trösten. Der Kerl war doch schizophren!
Ich blinzelte ein paar Mal und so nach und nach wurden die Konturen schärfen. Es dauerte noch ein paar Sekunden, dann realisierte ich, dass ich in meinem Zimmer war und in meinem Bett lag. Ein Glück, man hatte mich netterweise in mein Bett gebracht, damit ich mich von all dem Stress und Terror erholen konnte.
Ich drehte mich kurz um, bis mir einfiel, dass mein Hinterteil wahrscheinlich total entzündet und empfindlich sein würde. Aber der Schmerz, auf den ich wartete, nachdem ich mich auf den Rücken gelegt hatte, blieb erstaunlicherweise aus. Ich hatte das doch nicht alles geträumt, also warum war mein Hintern nicht wund? Wie konnte das sein?
Dankbar das ich nicht das geringste spürte, setzte ich mich auf und blickte mich fragend in meinem Zimmer um. Wie spät war es wohl? Da ich noch keine Uhr hier erblickt hatte, versuchte ich mich an anderen Dingen zu orientieren. Die Fenster waren mit Fensterläden abgedeckt und ein dicker Vorhang hing auch davor. Aber das hatte hier ja nichts zu sagen, denn alles war komplett verrammelt. Das Licht, welches durch den Türspalt zum Flur durchschien, war auch das gleiche wie immer. Aber ich hörte keine Musik, also war es noch kein Abend. Erst wenn abends die Bar voll wurde, wurde die Musik richtig aufgedreht!
Klasse, der Tag war also noch nicht rum!
Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, hörte ich auch schon einen Schlüssel im Schloss, der mir ankündigte, dass ich Besuch bekommen würde. Aber das war ja zu erwarten, Privatsphäre und Zeit für sich, gab es hier nicht. Es war, als ob sie gerochen hätten, dass ich wieder wach war. Bitte nicht Edward, war der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als sich die Tür öffnete. Gebannt hielt ich meine Augen auf die Tür gerichtet, musste meinen Kopf aber wegdrehen, als das helle Deckenlicht angeschaltet wurde. Es dauerte ein wenig, bis ich mich an das Licht gewöhnt hatte und aufblicken konnte. Ich sah direkt in zwei dunkle, gelangweilte Augen.
„Hallo Isabella, dass wurde aber auch Zeit!“
Du mich auch Arschloch! Was dachte dieser entmannte Dreckskerl eigentlich? Ich war nur ein Mensch und wurde hier wie der letzte Dreck behandelt. Meinte der etwa mein Körper würde das erfreut hinnehmen? Es war doch klar, dass das alles zu viel war und ich über kurz oder lang zusammenbrechen würde. Aber scheinbar war es das, was man wollte. Man wollte, dass ich nicht mehr konnte und aufgab, damit ich mich ihnen ergab und sie mich vollkommen brechen konnte.
Aber nicht mit mir! Ihr werdet es noch sehen!
„Hier, ich habe dir etwas zu Essen mitgebracht. Beeil dich, Tanya wartet nicht gerne!“
Tanya? Wer zur Hölle war denn jetzt Tanya? Und was hatte sie mit mir vor? Ich dachte Edward war mein Trainer. Scheinbar hatte der mich gleich wieder abgegeben und weitergereicht. Ein Glück! Vielleicht war diese Tanya ja etwas ‚menschlicher‘ drauf, als Edward. Aber gab es hier überhaupt sowas wie Menschlichkeit? Und wenn man Angela glauben durfte, hatte ich mit Edward ja richtig Glück gehabt!
Ich setzte mich richtig auf und betrachtete das Tablett, welches Laurent vor mir abstellte, während er sich mir gegenüber auf das Bett setzte. Es sah aus wie Lasagne, aber war es das auch? „Keine Angst Bella, du kannst es ruhig essen. Die Schlafmittel gibt es nur zu Beginn während der Eingewöhnungsphase und auch nur abends, damit ihr euch während des Schlafens erholen könnt.“
Irritiert guckte ich ihn an, nur abends? Während der Eingewöhnungszeit?
„Warum tut mir mein Hintern nicht weh?“ kam mir die Frage über die Lippen gerutscht, ohne dass ich es mitbekommen hatte. Aber das brannte mir wirklich unter den Nägeln, denn ich konnte es mir überhaupt nicht erklären.
„Weil Edward dir die Spezialsalbe aufgetragen hat!“
„Spezialsalbe?“
„Ja, schließlich bist du im Training und wir können es uns nicht leisten, dass du aussetzen musst, nur weil du nicht selbstständig mitdenkst!“
Mir fiel die Kinnlade runter, unser toller Schutzengel war mal wieder charmant ohne Ende. Der würde jeden Eisberg zum Schmelzen kriegen!
„Was soll das denn bitte genau heißen?“ Wenn ich schon dabei war, Fragen zu stellen und mir hier heute Schläge einzufangen, dann konnte ich es auch richtig machen.
„Das heißt, dass wir zwar auf dich aufpassen und beschützen, aber nicht das Denken für dich übernehmen! Du hättest nur in deinen Kleiderschrank gucken müssen Schätzchen, da hättest du die Kleidung schon gesehen. Es ist doch allgemein bekannt, dass man in der Schule eine Uniform tragen muss!“
Dreckiger, mieser, widerlicher…….
„Und zu der Salbe, wie Esme dir ja schon berichtet hat, ist in Vampirspeichel eine heilende Substanz drin. Diese Substanz haben wir in einer Spezialsalbe verarbeitet. Die Schläge von Edward hast du dir zwar wegen deiner Ignoranz verdient, aber wir müssen auch weiter machen. Schließlich sind wir Vermittler von Genuss hier und können es uns nicht leisten auf dich zu warten. Aber denke nicht auch nur im Entferntesten daran, dass du diese Salbe immer bekommst, wenn du bestraft wirst. Die wird wirklich nur in Ausnahmefällen verabreicht und jetzt ess auf!“
<*~*>
Laurent hatte mich erneut durch die unzähligen Flure geführt und einmal mehr fand ich mich in einem Gang wieder, den ich bis dato noch nie gesehen hatte! Wir hielten vor einer der vielen Türen und Laurent klopfte zweimal. „Herein“, ertönte eine helle, weibliche Stimme von drinnen und Laurent öffnete die Tür.
Wir waren in einem Beautyladen gelandet!
„Tanya meine Liebe“, säuselte Laurent und eine recht hübsche Frau mit langen blondroten Locken kam auf ihn zu und begrüßte ihn mit einem Küsschen links und einem Küsschen rechts. Wie süß!
„Hallo Laurent, wie geht es dir?“
„Gut Tanya, ich bringe dir Isabella vorbei.“
Tanya nahm ihren Blick von Laurent und drehte sich zu mir um. Sobald sie mich erblickte, verschwand der nette Ausdruck in ihren Augen und ihr Gesicht wurde hart. „Aha“, sagte sie arrogant, als sie den Blick über mich gleiten ließ und mich wie ein Stück Vieh betrachtete. „Ihr seid spät“, sagte sie dann wieder an Laurent gerichtet. „Das war leider Isabellas schuld, aber ich garantiere dir, es wird nie wieder vorkommen!“
Hinterhältiger Bastard! Es war definitiv nicht meine Schuld!
„So, so!“ war alles was Tanya sagte, während Laurent uns verließ und sie mich wieder mit einem ausdruckslosen, harten Gesicht anstarrte.
Wunderbar, was erwartete mich denn jetzt?
„So, dann zieh dich mal aus, damit wir deinen Körper haarfrei kriegen, denn keiner will sich durch Wolle wühlen!“ kam es eiskalt aus ihrem Mund.
Haarfrei? Was wollte sie denn damit sagen?
„Los, heut noch. Nur weil du bei Laurent trödeln kannst, heißt dass nicht, das du das auch bei mir machen kannst! Ausziehen, ich mache zwischenzeitlich schonmal das Wax heiß.“
Heißwax? Oh fuck! Mir wurde ganz kalt und glühend heiß zur gleichen Zeit. Wie in Trance ging ich zu dem Stuhl der in der Ecke stand und zog mir mein Shirt und die Hose aus. Widerstand war hier eh zwecklos, die saßen leider am längeren Hebel!
„Den Slip auch!“ ertönte Tanyas Stimme, als ich in Unterwäsche zu ihr gehen wollte.
Verängstigt guckte ich sie an, die Unterwäsche auch?! Scheiße, das würde wehtun! Augen zu und durch dachte ich mir dann, denn ich hatte hier schon ganz andere Sachen geschafft. Als ich dann komplett nackt vor ihr stand, wies sie mich an, mich auf den davor vorgesehenen Stuhl zu legen. Komischerweise fühlte ich die Scham, wie ich sie zu Beginn gefühlt hatte, nicht mehr, man gewöhnte sich wohl an alles!
Während Tanya sich an ihre Arbeit machte, versuchte ich an etwas Schönes zu denken und mich von dem, was hier gerade passierte abzulenken. Leider hatte ich nicht viele schöne Erinnerungen in meinem Gedächtnis gespeichert und die, die ich hütete, waren wirklich viel zu besonders, als bei dieser Gelegenheit herhalten zu müssen. Aber zu meinem Glück, war die Behandlung selber weniger schmerzvoll wie erwartet, nur der Intimbereich brannte wie Sau!
Als ich damit fertig war, wurde ich mit einer kühlen Salbe eingecremt und fragte mich, ob es die gleiche Salbe war, mit der Edward mich heute Morgen eingerieben hatte, denn umgehend hörte auch der letzte Schmerz auf. Dann durfte ich mich wieder anziehen, war aber noch nicht fertig. Tanya orderte an, dass ich mich auf den Stuhl vor dem Spiegel setzen sollte. Sie begutachtete meine Haare und nahm sie immer wieder in die Hand und sah sich einzelne Strähnen genauestens an. „Die Haare sind ok, schöner Schnitt, gesund gewachsen, kein Spliss und wirklich schöne Fülle!“ Ihrem Ton konnte man entnehmen, dass ihr das gar nicht gefiel, denn damit musste sie meine Haare lassen, wie sie waren und sie konnte sich nicht austoben!
Als nächstes kam mein Gesicht an die Reihe. „Du hast schöne Haut! Aber auch dir würde Make-up wirklich nicht schaden!“ sagte sie und sah mich mit einem abfälligen Blick an. „Hast du schonmal Make-up benutzt?“
Ich schüttelte meinen Kopf. Ich hatte nie auf so Zeugs gestanden und selbst wenn, am Ende hatte ich eh kein Geld gehabt um mir welches zu kaufen!
„Also was Edward an dir findet ist mir echt ein Rätsel!“
Hatte ich richtig gehört? Unweigerlich wurde ich nervös. Ja, er war einer dieser Sadistischen Vampire, aber dennoch der schönste Mann dem ich je begegnet war und mein Körper reagiert einfach auf ihn. Ich konnte es nicht verhindern. So unlogisch und dumm und naiv und weiß ich nicht alles es auch war, er gefiel mir und er machte mich nervös. Im gutem wie im bösen Sinne!
Tanya tobte sich mit Make-up an mir aus, benutzte jede Menge Sachen, die ich bis dato weder gesehen, noch den Namen von gehört hatte. Aber sie war recht nett, soweit es denn möglich war, und erklärte mir genau was sie tat und wie ich das selber nachmachen konnte. Ich bezweifelte zwar, dass ich das jemals hinbekommen würde, aber ich hörte aufmerksam zu und beobachtete ihr Handbewegungen genau und versuchte mir einzuprägen, wie man welche Sachen nutzte.
Es dauerte vielleicht 20 Minuten, bis Tanya mit mir fertig war und ich sah aus wie ein neuer Mensch. So hatte ich mich selber noch nie gesehen. Nicht nur das ich älter aussah, nein, ich sah aus als ob ich ein Filmstar war. Meine Augen leuchteten wie zwei Sterne in meinem Gesicht, meine blasse Haut schimmerte edel und meine Lippen glänzten in einem hellen nude Ton. Ich sah schön aus. Wirklich schön.
„Et voilá! Nun bist du fertig und kannst zu deiner nächsten Trainingsstunde gehen!“
Verblüfft sah ich Tanya an. Noch eine? Die heute Morgen hat mir schon gereicht! Außerdem, wieso wusste sie das?! Aber hier wussten ja immer alle Bescheid, nur ich war der Trottel der im Dunklen gelassen wurde und dafür dann auch noch bestraft wurde.
„Laurent wartet draußen auf dich, er wird dich zu Edward führen!“
Ohne ein weiteres Wort, stand ich auf, zog mich an und verließ den Raum. Ich mein, was hätte ich denn auch sagen sollen? Danke schön? War nett dich kennen zu lernen? Bis zum nächsten Mal? Außerdem schien sie keine Reaktion von mir zu erwarten, denn sie hatte sich schon in den Nebenraum geschlichen.
Laurent stand, wie angekündigt, draußen und wartete brav. Wie ein Schoßhund. Hatte der den ganzen Tag denn nichts anderes zu tun? Als er mein neues Ich sah, wurden seine Augen ganz groß und ich spürte wie sich Unbehagen in mir breit machte. Zum Glück war er kastriert, also dürfte mir da eigentlich keine Gefahr drohen, aber Männer blieben nun mal Männer!
„Bist du bereit für die nächste Trainingstunde?“ fragte er dann recht ruhig.
„An sich schon, nur ich glaube ich muss mich noch umziehen!“ sagte ich und erntete ein anerkennendes Nicken von ihm. Hallo? Für wie blöd haltet ihr mich? Einmal mag ich auf diesen Trick reingefallen sein, aber ein weiteres Mal werde ich euch diese Genugtuung nicht geben, dass konntet ihr mir glauben!
„Laurent führte mich zurück in mein Zimmer und ich musste erstaunt feststellen, dass ich wirklich eine Schuluniform im Schrank hängen hatte. Die war mir vorher nie aufgefallen! Aber als ich sie mir greifen wollte, hielt Laurent meinen Arm fest und schüttelte nur seinen Kopf. Was sollte das denn heißen? Heute keine Schule mehr? Statt der Uniform griff er zu einem weißen Kleid und hielt es mir unter die Nase. Es war wunderschön und ich hatte absolut keinen Schimmer, warum ich es anziehen sollte. Außerdem würde ich es wahrscheinlich nur dreckig machen.
Laurent wartete einmal mehr draußen vor der Tür, als ich dieses traumhaft schöne Kleid anzog. Es saß wie angegossen und ich hatte das gleiche Gefühl wie damals, als ich auf den Prom gegangen bin. Nur das ich heute ein verdammt schönes und wahrscheinlich teures Kleid anhatte, zu Recht gemacht war und perfekt aussah, und das ich mich mit einem schönen Mann treffen würde. Nur das ich nicht zum tanzen auf einen Ball ging, ich war auf dem Weg in die Höhle des Löwen.
Laurent, der mich wieder mit großen hungrigen Augen angestarrt hatte und nicht eine Sekunde aus dem Blick gelassen hatte, hatte mich wieder in den Trakt der Trainingsräume geführt. Nur das wir diesmal vor einem anderen Raum stehen blieben. Wenn ich mich recht erinnerte, dann war dies der Spiegelraum! Als er die Tür öffnete und mich hineinließ, wusste ich dass es genauso war.
Innen war es wieder schummrig dunkel und man sah erneut den Nebel über den Boden kriechen. Hinter mir gab es einen Knall und ich zuckte kurz zusammen, als Laurent von außen wieder die Tür geschlossen hatte. Nun war ich hier, allein in diesem Raum und wartete auf Edward. Oder war er etwa schon hier und wartete nur auf mich?
Langsam und vorsichtig schritt ich tiefer in den Raum hinein. Ich kniff die Augen zusammen, in der Hoffnung dann besser sehen zu können, was aber nur bedingt glückte. Meine Augen mussten sich erst an das Dunkel hier drinnen gewöhnen, so war es beim letzten Mal auch gewesen. Rechts neben mit tauchte das Sofa auf, also musste ich fast in der Mitte des Raumes sein. Edward hatte ich weder gesehen, noch gehört. Aber diese Fledermaus konnte sich ja auch im Dunkeln versteckt haben.
Ich stand einige Minuten dort und betrachtete diesen Raum und sah immer wieder mein Spiegelbild, welches mir perfekt geschminkt entgegenblickte. Zu Beginn musste ich genauer in den Spiegel schaun, um zu bemerken, dass das wirklich ich war. Ich sah irgendwie immer noch so aus wie vorher, aber ganz anders. Es war ungewohnt, aber auch hervorragend.
„Hallo meine Schöne“, ertönte Edwards Stimme irgendwo im Raum.
Nervös blickte ich mich um, sah ihn aber nirgends. Nur Nebel, der sich um die einzelnen Spiegel schlängelte und gelegentlich das Licht bracht, welches so sporadisch von der Decke schien. Ich hatte gar keine Tür gehört, also war er wohl die ganze Zeit hier gewesen und hatte mich beobachtet. Einerseits bereitete mir diese Tatsache Angst, aber ein kleiner, dummer Teil von mir fühlte sich geschmeichelt.
Auf einmal spürte ich eine Hand meinen Rücken entlang nach unten fahren. Ich zuckte kurz zusammen und mein Körper spannte sich an. Nach der Erfahrung heute Morgen war ich auf so ziemlich alles gefasst. Krampfhaft blickte ich in den Spiegel mir gegenüber, aber alles was ich sah, war ich selber. Edward konnte ich nicht erkennen. Nachdem er mit der Hand an meinem Steißbein angekommen war, fuhr die Hand meine Taille entlang nach vorne. Gebannt beobachtete ich sie, wie sie auf einmal im Spiegel auftauchte, ich bildete es mir also wirklich nicht ein. Es passierte wahrhaftig!
Und genau in dem Moment trat Edward hinter mich und ich konnte ihn im Spiegel betrachten. Er war ganz in schwarz gekleidet, wahrscheinlich hatte ich ihn deswegen übersehen, denn selbst jetzt, wo ich wusste das er da war, konnte ich nur sein Gesicht erkennen. Seine blasse, edle Haut mit den hohen Wangenknochen und den leuchtend grünen Augen.
„Du siehst umwerfend aus, meine kleine Isabella!“
Seine Worte waren ein heiseres Flüstern, welche kaum wahrnehmbar waren, aber ich hatte sie gehört. Und ob ich wollte oder nicht, sie ließen meinen Körper erwachen, denn ein Kribbeln bildete sich in meiner Magengegend, welches durch sein, fast schon überheblichen Grinsen, welches mir vom Spiegel entgegenblicke, nur noch verstärkt wurde.
Seine Hand, welche auf meinem Bauch gelegen hatte, bewegte sich langsam südlich, schob sich mein rechtes Bein herab. Was hatte er vor? Seine linke Hand hatte zwischenzeitlich den Weg zu meiner Taille gefunden und sich darauf niedergelassen. Er hielt mich nicht fest, aber ich wusste genau, ich konnte nicht entfliehen. Wahrscheinlich würde er schon richtig zupacken, bevor ich den ersten Schritt gewagt hatte.
Doch ehe ich über Flucht nachdenken konnte, hatte Edward mein linken Ohrläppchen in den Mund genommen und fing an daran zu saugen und leicht mit den Zähnen dran zu knabbern. Ein ungläubiges Keuchen entwich mir, denn das Gefühl welches sich dadurch in mir breit machte, war so extrem, das mir unendlich heiß wurde. Ich war erregt! Scheiße!
„Hmm….. was rieche ich denn da….. gefällt dir das etwa?“
Heisere Worte von einer dunklen, sehr männlichen Stimme, die sich ihren Weg in mein Ohr suchten, während seine rechte Hand unter mein Kleid schlüpfte und anfing, mein Bein hinauf zuwandern. Ich wollte das alles nicht, aber es fühlte sich gut an, irgendwie sogar richtig. Wie gelähmt stand ich dort und sah mir selber zu, wie meine Wangen sich immer mehr röteten und meine Lippen voller Erwartung offen standen.
Edwards grüne Augen sahen über den Umweg des Spiegels direkt in meine, während mein Ohrläppchen wieder in seinem Mund verschwand. Es lag etwas Selbstgefälliges, aber auch etwas Zufriedenes in seinem Blick, dessen Intensität ich einfach nicht entkam. Erst als seine Finger meine Weiblichkeit gefunden hatten und er mir sanft über meine Mitte strich, schloss ich meine Augen, diese ganzen Gefühle, die ganzen Empfindungen, dass alles war zu viel.
Nach ein paar Sekunden verstärkte Edward den Druck, fand recht schnell mein Zentrum und fuhr immer und immer wieder über meine Klitoris. Unweigerlich ging mein Atem schneller und meine Beine wurden weicher, als die Emotionen, die seine Finger in mir auslösten immer größer wurden. Es war falsch sich dem hier hinzugeben, denn damit hatten sie mich in der Hand, aber ich brauchte dieses Ventil einfach, um loszulassen.
„Genieße es mein kleiner Schatz, ich will das du dich gut fühlst!“
Mit diesen Worten erhöhte er sein Tempo nochmals, so dass ich verzweifelt auf meine Unterlippe biss, aus Angst laut zu stöhnen. Diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Aber als er dann anfing fast schon zärtlich an meinem Hals zu knabbern, überkam mich mein Orgasmus und ich musste mich an ihn lehnen, da ich meinen Beinen nicht mehr traute.
Noch benommen von diesem gewaltigen Erlebnis, versuchte ich wieder Herr meiner Sinne zu werden. Edward, der mich immer noch von hinten umklammert hielt, kicherte leicht, denn ich spürte seinen Brustkorb vibrieren. „Glückwunsch mein kleiner Engel, das war deine erste richtige Trainingsstunde und du hast sie mit Bravour gemeistert. Laurent wird dich jetzt zurückbringen, damit du dich ausruhen kannst, denn morgen machen wir gleich weiter. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue!“



