Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 30. April 2010

Kapitel 15

Bella PoV


Erschöpft öffnete ich die Augen, alles um mich herum war verschwommen. Wo war ich? Was war denn passiert? Da holte mich auch schon die Erinnerung des erlebten mit Edward im Klassenzimmer ein. Er hatte mich mit meinen eigenen Schnürsenkel festgebunden und dann mit seinem Ledergürtel geschlagen. Immer und immer wieder! Und dann, dann hatte er mir meinen wunden Po mit einer Salbe eingerieben und mich versucht zu trösten. Der Kerl war doch schizophren!

Ich blinzelte ein paar Mal und so nach und nach wurden die Konturen schärfen. Es dauerte noch ein paar Sekunden, dann realisierte ich, dass ich in meinem Zimmer war und in meinem Bett lag. Ein Glück, man hatte mich netterweise in mein Bett gebracht, damit ich mich von all dem Stress und Terror erholen konnte.

Ich drehte mich kurz um, bis mir einfiel, dass mein Hinterteil wahrscheinlich total entzündet und empfindlich sein würde. Aber der Schmerz, auf den ich wartete, nachdem ich mich auf den Rücken gelegt hatte, blieb erstaunlicherweise aus. Ich hatte das doch nicht alles geträumt, also warum war mein Hintern nicht wund? Wie konnte das sein?

Dankbar das ich nicht das geringste spürte, setzte ich mich auf und blickte mich fragend in meinem Zimmer um. Wie spät war es wohl? Da ich noch keine Uhr hier erblickt hatte, versuchte ich mich an anderen Dingen zu orientieren. Die Fenster waren mit Fensterläden abgedeckt und ein dicker Vorhang hing auch davor. Aber das hatte hier ja nichts zu sagen, denn alles war komplett verrammelt. Das Licht, welches durch den Türspalt zum Flur durchschien, war auch das gleiche wie immer. Aber ich hörte keine Musik, also war es noch kein Abend. Erst wenn abends die Bar voll wurde, wurde die Musik richtig aufgedreht!

Klasse, der Tag war also noch nicht rum!

Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, hörte ich auch schon einen Schlüssel im Schloss, der mir ankündigte, dass ich Besuch bekommen würde. Aber das war ja zu erwarten, Privatsphäre und Zeit für sich, gab es hier nicht. Es war, als ob sie gerochen hätten, dass ich wieder wach war. Bitte nicht Edward, war der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als sich die Tür öffnete. Gebannt hielt ich meine Augen auf die Tür gerichtet, musste meinen Kopf aber wegdrehen, als das helle Deckenlicht angeschaltet wurde. Es dauerte ein wenig, bis ich mich an das Licht gewöhnt hatte und aufblicken konnte. Ich sah direkt in zwei dunkle, gelangweilte Augen.

„Hallo Isabella, dass wurde aber auch Zeit!“

Du mich auch Arschloch! Was dachte dieser entmannte Dreckskerl eigentlich? Ich war nur ein Mensch und wurde hier wie der letzte Dreck behandelt. Meinte der etwa mein Körper würde das erfreut hinnehmen? Es war doch klar, dass das alles zu viel war und ich über kurz oder lang zusammenbrechen würde. Aber scheinbar war es das, was man wollte. Man wollte, dass ich nicht mehr konnte und aufgab, damit ich mich ihnen ergab und sie mich vollkommen brechen konnte.

Aber nicht mit mir! Ihr werdet es noch sehen!

„Hier, ich habe dir etwas zu Essen mitgebracht. Beeil dich, Tanya wartet nicht gerne!“

Tanya? Wer zur Hölle war denn jetzt Tanya? Und was hatte sie mit mir vor? Ich dachte Edward war mein Trainer. Scheinbar hatte der mich gleich wieder abgegeben und weitergereicht. Ein Glück! Vielleicht war diese Tanya ja etwas ‚menschlicher‘ drauf, als Edward. Aber gab es hier überhaupt sowas wie Menschlichkeit? Und wenn man Angela glauben durfte, hatte ich mit Edward ja richtig Glück gehabt!

Ich setzte mich richtig auf und betrachtete das Tablett, welches Laurent vor mir abstellte, während er sich mir gegenüber auf das Bett setzte. Es sah aus wie Lasagne, aber war es das auch? „Keine Angst Bella, du kannst es ruhig essen. Die Schlafmittel gibt es nur zu Beginn während der Eingewöhnungsphase und auch nur abends, damit ihr euch während des Schlafens erholen könnt.“

Irritiert guckte ich ihn an, nur abends? Während der Eingewöhnungszeit?

„Warum tut mir mein Hintern nicht weh?“ kam mir die Frage über die Lippen gerutscht, ohne dass ich es mitbekommen hatte. Aber das brannte mir wirklich unter den Nägeln, denn ich konnte es mir überhaupt nicht erklären.

„Weil Edward dir die Spezialsalbe aufgetragen hat!“

„Spezialsalbe?“

„Ja, schließlich bist du im Training und wir können es uns nicht leisten, dass du aussetzen musst, nur weil du nicht selbstständig mitdenkst!“

Mir fiel die Kinnlade runter, unser toller Schutzengel war mal wieder charmant ohne Ende. Der würde jeden Eisberg zum Schmelzen kriegen!

„Was soll das denn bitte genau heißen?“ Wenn ich schon dabei war, Fragen zu stellen und mir hier heute Schläge einzufangen, dann konnte ich es auch richtig machen.

„Das heißt, dass wir zwar auf dich aufpassen und beschützen, aber nicht das Denken für dich übernehmen! Du hättest nur in deinen Kleiderschrank gucken müssen Schätzchen, da hättest du die Kleidung schon gesehen. Es ist doch allgemein bekannt, dass man in der Schule eine Uniform tragen muss!“

Dreckiger, mieser, widerlicher…….

„Und zu der Salbe, wie Esme dir ja schon berichtet hat, ist in Vampirspeichel eine heilende Substanz drin. Diese Substanz haben wir in einer Spezialsalbe verarbeitet. Die Schläge von Edward hast du dir zwar wegen deiner Ignoranz verdient, aber wir müssen auch weiter machen. Schließlich sind wir Vermittler von Genuss hier und können es uns nicht leisten auf dich zu warten. Aber denke nicht auch nur im Entferntesten daran, dass du diese Salbe immer bekommst, wenn du bestraft wirst. Die wird wirklich nur in Ausnahmefällen verabreicht und jetzt ess auf!“


<*~*>


Laurent hatte mich erneut durch die unzähligen Flure geführt und einmal mehr fand ich mich in einem Gang wieder, den ich bis dato noch nie gesehen hatte! Wir hielten vor einer der vielen Türen und Laurent klopfte zweimal. „Herein“, ertönte eine helle, weibliche Stimme von drinnen und Laurent öffnete die Tür.

Wir waren in einem Beautyladen gelandet!

„Tanya meine Liebe“, säuselte Laurent und eine recht hübsche Frau mit langen blondroten Locken kam auf ihn zu und begrüßte ihn mit einem Küsschen links und einem Küsschen rechts. Wie süß!

„Hallo Laurent, wie geht es dir?“

„Gut Tanya, ich bringe dir Isabella vorbei.“

Tanya nahm ihren Blick von Laurent und drehte sich zu mir um. Sobald sie mich erblickte, verschwand der nette Ausdruck in ihren Augen und ihr Gesicht wurde hart. „Aha“, sagte sie arrogant, als sie den Blick über mich gleiten ließ und mich wie ein Stück Vieh betrachtete. „Ihr seid spät“, sagte sie dann wieder an Laurent gerichtet. „Das war leider Isabellas schuld, aber ich garantiere dir, es wird nie wieder vorkommen!“

Hinterhältiger Bastard! Es war definitiv nicht meine Schuld!

„So, so!“ war alles was Tanya sagte, während Laurent uns verließ und sie mich wieder mit einem ausdruckslosen, harten Gesicht anstarrte.

Wunderbar, was erwartete mich denn jetzt?

„So, dann zieh dich mal aus, damit wir deinen Körper haarfrei kriegen, denn keiner will sich durch Wolle wühlen!“ kam es eiskalt aus ihrem Mund.

Haarfrei? Was wollte sie denn damit sagen?

„Los, heut noch. Nur weil du bei Laurent trödeln kannst, heißt dass nicht, das du das auch bei mir machen kannst! Ausziehen, ich mache zwischenzeitlich schonmal das Wax heiß.“

Heißwax? Oh fuck! Mir wurde ganz kalt und glühend heiß zur gleichen Zeit. Wie in Trance ging ich zu dem Stuhl der in der Ecke stand und zog mir mein Shirt und die Hose aus. Widerstand war hier eh zwecklos, die saßen leider am längeren Hebel!

„Den Slip auch!“ ertönte Tanyas Stimme, als ich in Unterwäsche zu ihr gehen wollte.

Verängstigt guckte ich sie an, die Unterwäsche auch?! Scheiße, das würde wehtun! Augen zu und durch dachte ich mir dann, denn ich hatte hier schon ganz andere Sachen geschafft. Als ich dann komplett nackt vor ihr stand, wies sie mich an, mich auf den davor vorgesehenen Stuhl zu legen. Komischerweise fühlte ich die Scham, wie ich sie zu Beginn gefühlt hatte, nicht mehr, man gewöhnte sich wohl an alles!

Während Tanya sich an ihre Arbeit machte, versuchte ich an etwas Schönes zu denken und mich von dem, was hier gerade passierte abzulenken. Leider hatte ich nicht viele schöne Erinnerungen in meinem Gedächtnis gespeichert und die, die ich hütete, waren wirklich viel zu besonders, als bei dieser Gelegenheit herhalten zu müssen. Aber zu meinem Glück, war die Behandlung selber weniger schmerzvoll wie erwartet, nur der Intimbereich brannte wie Sau!

Als ich damit fertig war, wurde ich mit einer kühlen Salbe eingecremt und fragte mich, ob es die gleiche Salbe war, mit der Edward mich heute Morgen eingerieben hatte, denn umgehend hörte auch der letzte Schmerz auf. Dann durfte ich mich wieder anziehen, war aber noch nicht fertig. Tanya orderte an, dass ich mich auf den Stuhl vor dem Spiegel setzen sollte. Sie begutachtete meine Haare und nahm sie immer wieder in die Hand und sah sich einzelne Strähnen genauestens an. „Die Haare sind ok, schöner Schnitt, gesund gewachsen, kein Spliss und wirklich schöne Fülle!“ Ihrem Ton konnte man entnehmen, dass ihr das gar nicht gefiel, denn damit musste sie meine Haare lassen, wie sie waren und sie konnte sich nicht austoben!

Als nächstes kam mein Gesicht an die Reihe. „Du hast schöne Haut! Aber auch dir würde Make-up wirklich nicht schaden!“ sagte sie und sah mich mit einem abfälligen Blick an. „Hast du schonmal Make-up benutzt?“

Ich schüttelte meinen Kopf. Ich hatte nie auf so Zeugs gestanden und selbst wenn, am Ende hatte ich eh kein Geld gehabt um mir welches zu kaufen!

„Also was Edward an dir findet ist mir echt ein Rätsel!“

Hatte ich richtig gehört? Unweigerlich wurde ich nervös. Ja, er war einer dieser Sadistischen Vampire, aber dennoch der schönste Mann dem ich je begegnet war und mein Körper reagiert einfach auf ihn. Ich konnte es nicht verhindern. So unlogisch und dumm und naiv und weiß ich nicht alles es auch war, er gefiel mir und er machte mich nervös. Im gutem wie im bösen Sinne!

Tanya tobte sich mit Make-up an mir aus, benutzte jede Menge Sachen, die ich bis dato weder gesehen, noch den Namen von gehört hatte. Aber sie war recht nett, soweit es denn möglich war, und erklärte mir genau was sie tat und wie ich das selber nachmachen konnte. Ich bezweifelte zwar, dass ich das jemals hinbekommen würde, aber ich hörte aufmerksam zu und beobachtete ihr Handbewegungen genau und versuchte mir einzuprägen, wie man welche Sachen nutzte.

Es dauerte vielleicht 20 Minuten, bis Tanya mit mir fertig war und ich sah aus wie ein neuer Mensch. So hatte ich mich selber noch nie gesehen. Nicht nur das ich älter aussah, nein, ich sah aus als ob ich ein Filmstar war. Meine Augen leuchteten wie zwei Sterne in meinem Gesicht, meine blasse Haut schimmerte edel und meine Lippen glänzten in einem hellen nude Ton. Ich sah schön aus. Wirklich schön.

„Et voilá! Nun bist du fertig und kannst zu deiner nächsten Trainingsstunde gehen!“

Verblüfft sah ich Tanya an. Noch eine? Die heute Morgen hat mir schon gereicht! Außerdem, wieso wusste sie das?! Aber hier wussten ja immer alle Bescheid, nur ich war der Trottel der im Dunklen gelassen wurde und dafür dann auch noch bestraft wurde.

„Laurent wartet draußen auf dich, er wird dich zu Edward führen!“

Ohne ein weiteres Wort, stand ich auf, zog mich an und verließ den Raum. Ich mein, was hätte ich denn auch sagen sollen? Danke schön? War nett dich kennen zu lernen? Bis zum nächsten Mal? Außerdem schien sie keine Reaktion von mir zu erwarten, denn sie hatte sich schon in den Nebenraum geschlichen.

Laurent stand, wie angekündigt, draußen und wartete brav. Wie ein Schoßhund. Hatte der den ganzen Tag denn nichts anderes zu tun? Als er mein neues Ich sah, wurden seine Augen ganz groß und ich spürte wie sich Unbehagen in mir breit machte. Zum Glück war er kastriert, also dürfte mir da eigentlich keine Gefahr drohen, aber Männer blieben nun mal Männer!

„Bist du bereit für die nächste Trainingstunde?“ fragte er dann recht ruhig.

„An sich schon, nur ich glaube ich muss mich noch umziehen!“ sagte ich und erntete ein anerkennendes Nicken von ihm. Hallo? Für wie blöd haltet ihr mich? Einmal mag ich auf diesen Trick reingefallen sein, aber ein weiteres Mal werde ich euch diese Genugtuung nicht geben, dass konntet ihr mir glauben!

„Laurent führte mich zurück in mein Zimmer und ich musste erstaunt feststellen, dass ich wirklich eine Schuluniform im Schrank hängen hatte. Die war mir vorher nie aufgefallen! Aber als ich sie mir greifen wollte, hielt Laurent meinen Arm fest und schüttelte nur seinen Kopf. Was sollte das denn heißen? Heute keine Schule mehr? Statt der Uniform griff er zu einem weißen Kleid und hielt es mir unter die Nase. Es war wunderschön und ich hatte absolut keinen Schimmer, warum ich es anziehen sollte. Außerdem würde ich es wahrscheinlich nur dreckig machen.

Laurent wartete einmal mehr draußen vor der Tür, als ich dieses traumhaft schöne Kleid anzog. Es saß wie angegossen und ich hatte das gleiche Gefühl wie damals, als ich auf den Prom gegangen bin. Nur das ich heute ein verdammt schönes und wahrscheinlich teures Kleid anhatte, zu Recht gemacht war und perfekt aussah, und das ich mich mit einem schönen Mann treffen würde. Nur das ich nicht zum tanzen auf einen Ball ging, ich war auf dem Weg in die Höhle des Löwen.

Laurent, der mich wieder mit großen hungrigen Augen angestarrt hatte und nicht eine Sekunde aus dem Blick gelassen hatte, hatte mich wieder in den Trakt der Trainingsräume geführt. Nur das wir diesmal vor einem anderen Raum stehen blieben. Wenn ich mich recht erinnerte, dann war dies der Spiegelraum! Als er die Tür öffnete und mich hineinließ, wusste ich dass es genauso war.

Innen war es wieder schummrig dunkel und man sah erneut den Nebel über den Boden kriechen. Hinter mir gab es einen Knall und ich zuckte kurz zusammen, als Laurent von außen wieder die Tür geschlossen hatte. Nun war ich hier, allein in diesem Raum und wartete auf Edward. Oder war er etwa schon hier und wartete nur auf mich?

Langsam und vorsichtig schritt ich tiefer in den Raum hinein. Ich kniff die Augen zusammen, in der Hoffnung dann besser sehen zu können, was aber nur bedingt glückte. Meine Augen mussten sich erst an das Dunkel hier drinnen gewöhnen, so war es beim letzten Mal auch gewesen. Rechts neben mit tauchte das Sofa auf, also musste ich fast in der Mitte des Raumes sein. Edward hatte ich weder gesehen, noch gehört. Aber diese Fledermaus konnte sich ja auch im Dunkeln versteckt haben.

Ich stand einige Minuten dort und betrachtete diesen Raum und sah immer wieder mein Spiegelbild, welches mir perfekt geschminkt entgegenblickte. Zu Beginn musste ich genauer in den Spiegel schaun, um zu bemerken, dass das wirklich ich war. Ich sah irgendwie immer noch so aus wie vorher, aber ganz anders. Es war ungewohnt, aber auch hervorragend.

„Hallo meine Schöne“, ertönte Edwards Stimme irgendwo im Raum.

Nervös blickte ich mich um, sah ihn aber nirgends. Nur Nebel, der sich um die einzelnen Spiegel schlängelte und gelegentlich das Licht bracht, welches so sporadisch von der Decke schien. Ich hatte gar keine Tür gehört, also war er wohl die ganze Zeit hier gewesen und hatte mich beobachtet. Einerseits bereitete mir diese Tatsache Angst, aber ein kleiner, dummer Teil von mir fühlte sich geschmeichelt.

Auf einmal spürte ich eine Hand meinen Rücken entlang nach unten fahren. Ich zuckte kurz zusammen und mein Körper spannte sich an. Nach der Erfahrung heute Morgen war ich auf so ziemlich alles gefasst. Krampfhaft blickte ich in den Spiegel mir gegenüber, aber alles was ich sah, war ich selber. Edward konnte ich nicht erkennen. Nachdem er mit der Hand an meinem Steißbein angekommen war, fuhr die Hand meine Taille entlang nach vorne. Gebannt beobachtete ich sie, wie sie auf einmal im Spiegel auftauchte, ich bildete es mir also wirklich nicht ein. Es passierte wahrhaftig!

Und genau in dem Moment trat Edward hinter mich und ich konnte ihn im Spiegel betrachten. Er war ganz in schwarz gekleidet, wahrscheinlich hatte ich ihn deswegen übersehen, denn selbst jetzt, wo ich wusste das er da war, konnte ich nur sein Gesicht erkennen. Seine blasse, edle Haut mit den hohen Wangenknochen und den leuchtend grünen Augen.

„Du siehst umwerfend aus, meine kleine Isabella!“

Seine Worte waren ein heiseres Flüstern, welche kaum wahrnehmbar waren, aber ich hatte sie gehört. Und ob ich wollte oder nicht, sie ließen meinen Körper erwachen, denn ein Kribbeln bildete sich in meiner Magengegend, welches durch sein, fast schon überheblichen Grinsen, welches mir vom Spiegel entgegenblicke, nur noch verstärkt wurde.

Seine Hand, welche auf meinem Bauch gelegen hatte, bewegte sich langsam südlich, schob sich mein rechtes Bein herab. Was hatte er vor? Seine linke Hand hatte zwischenzeitlich den Weg zu meiner Taille gefunden und sich darauf niedergelassen. Er hielt mich nicht fest, aber ich wusste genau, ich konnte nicht entfliehen. Wahrscheinlich würde er schon richtig zupacken, bevor ich den ersten Schritt gewagt hatte.

Doch ehe ich über Flucht nachdenken konnte, hatte Edward mein linken Ohrläppchen in den Mund genommen und fing an daran zu saugen und leicht mit den Zähnen dran zu knabbern. Ein ungläubiges Keuchen entwich mir, denn das Gefühl welches sich dadurch in mir breit machte, war so extrem, das mir unendlich heiß wurde. Ich war erregt! Scheiße!

„Hmm….. was rieche ich denn da….. gefällt dir das etwa?“

Heisere Worte von einer dunklen, sehr männlichen Stimme, die sich ihren Weg in mein Ohr suchten, während seine rechte Hand unter mein Kleid schlüpfte und anfing, mein Bein hinauf zuwandern. Ich wollte das alles nicht, aber es fühlte sich gut an, irgendwie sogar richtig. Wie gelähmt stand ich dort und sah mir selber zu, wie meine Wangen sich immer mehr röteten und meine Lippen voller Erwartung offen standen.

Edwards grüne Augen sahen über den Umweg des Spiegels direkt in meine, während mein Ohrläppchen wieder in seinem Mund verschwand. Es lag etwas Selbstgefälliges, aber auch etwas Zufriedenes in seinem Blick, dessen Intensität ich einfach nicht entkam. Erst als seine Finger meine Weiblichkeit gefunden hatten und er mir sanft über meine Mitte strich, schloss ich meine Augen, diese ganzen Gefühle, die ganzen Empfindungen, dass alles war zu viel.

Nach ein paar Sekunden verstärkte Edward den Druck, fand recht schnell mein Zentrum und fuhr immer und immer wieder über meine Klitoris. Unweigerlich ging mein Atem schneller und meine Beine wurden weicher, als die Emotionen, die seine Finger in mir auslösten immer größer wurden. Es war falsch sich dem hier hinzugeben, denn damit hatten sie mich in der Hand, aber ich brauchte dieses Ventil einfach, um loszulassen.

„Genieße es mein kleiner Schatz, ich will das du dich gut fühlst!“

Mit diesen Worten erhöhte er sein Tempo nochmals, so dass ich verzweifelt auf meine Unterlippe biss, aus Angst laut zu stöhnen. Diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Aber als er dann anfing fast schon zärtlich an meinem Hals zu knabbern, überkam mich mein Orgasmus und ich musste mich an ihn lehnen, da ich meinen Beinen nicht mehr traute.

Noch benommen von diesem gewaltigen Erlebnis, versuchte ich wieder Herr meiner Sinne zu werden. Edward, der mich immer noch von hinten umklammert hielt, kicherte leicht, denn ich spürte seinen Brustkorb vibrieren. „Glückwunsch mein kleiner Engel, das war deine erste richtige Trainingsstunde und du hast sie mit Bravour gemeistert. Laurent wird dich jetzt zurückbringen, damit du dich ausruhen kannst, denn morgen machen wir gleich weiter. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue!“

Freitag, 23. April 2010

Kapitel 14

Bella PoV

Ich kann es kaum erwarten!“ kam es dann heiser über seine Lippen, dann war er weg.



Damit eilte er davon, ich vermutete, dass er geradewegs Jasper hinterher lief. Dieser Mann oder eher, diese beiden Männer oder Vampire, was auch immer, waren mir ein absolutes Rätsel. Mal waren sie aufbrausend, Jasper zumindest, dann wieder eiskalt und berechnend oder einfach total wahnsinnig. Ich war ziemlich verwirrt und durcheinander. Man konnte die beiden auf keinen Fall in eine Schublade stecken. Zuerst wirkte Jasper mehr wie ein Tier als ein Mensch und jetzt zeigte er sich so besorgt um Alice. Die Frage die dahinter steckte beunruhigte mich über alle Maßen. War er besorgt um Alice’ Willen oder wollte er nur seinen „Besitz“ schützen? Ich hoffte für Alice, dass es ersteres war. Jedenfalls war es nicht zu übersehen, dass er was für Alice übrig hatte.

Ich eilte zu ihr, stellte das Wasser ab und hüllte sie in großes, weißes Badehandtuch ein. Sie kauerte immer noch auf dem Boden der Dusche und zitterte am ganzen Körper.

„Komm Kleines, jetzt lass uns dich erstmal trocknen und dir was Warmes anziehen. Ich sterbe außerdem vor Hunger! Du auch?“

Ich versuchte so normal wie möglich zu klingen. Es nützte keinem von uns wenn ich jetzt auch noch ausflippen würde. Natürlich hatte ich keinen Hunger. Wir saßen auf unbestimmte Zeit hier fest und so grausam der Gedanke auch war, wir mussten uns hier arrangieren sonst würden wir nicht lange überleben und ich hatte keinesfalls vor, Carlisle und seine Drohung zu unterschätzen.

Zitternd hielt Alice das Handtuch vor ihrer Brust zusammen und mit riesigen Augen sah sich mich an.

„Bella, er hat mich benutzt.“

Ich nahm sie behutsam in den Arm und führte sie zu meinem Bett. Die Ärmste zitterte und ich hielt sie einfach nur fest. Ich versuchte nicht in sie zu dringen, wenn sie soweit war, würde sie schon reden. Aber ich ahnte schon, dass ihr hier etwas passiert war, was über die "Norm" ging.

Die Tür öffnete sich und Laurent brachte unser Essen. „So Ladys, hier ist euer Dinner. Guten Appetit!“ teilte er uns emotionslos mit und machte sich sogleich wieder auf den Rückweg. Ich starrte das Essen an wie ein giftiges Insekt. Ein Wort hämmerte in meinem Schädel, wie ein irres Mantra: Schlafmittel!

Was, wenn sie uns schon wieder betäuben wollten?

„Alice, Essen….“ Sie hob den Kopf und wir sahen uns an.

„Wir können das nicht anrühren Bella, die wollen uns bestimmt wieder betäuben und wer weiß welche Experimente die mit uns dann durchführen wollen!“

Sie zitterte wieder und ich strich ihr beruhigend über den Rücken. „Keine Sorge Alice, ich werde keinen Bissen davon anrühren, wir müssen wohl vorerst mit dem Frühstück und dem Mittagssnack auskommen. Die werden ja wohl nicht so dämlich sein uns vor allen zu betäuben…obwohl, denen trau ich alles zu….“

Die Nacht verlief, zum Glück, traumlos. Wofür ich sehr dankbar war, wer brauchte schon Träume. Sie waren zu nichts nütze außer um dich unglücklich zu machen, denn hatte man einen guten Traum, dann war man enttäuscht, wenn man daraus erwachte. Hatte man einen Albtraum, dann war eh alles verloren.

Ich lag noch in meinem Bett und dachte daran was der heutige Tag alles bringen mochte. Heute wäre meine erste Trainingsstunde mit Edward und mein Magen krampfte sich vor Angst zusammen, was hatte er wohl geplant? Ich konnte nicht umhin darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, wenn ich Edward im „normalen“ Leben kennengelernt hätte, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. Er würde mich ignorieren und hätte bestimmt an jedem Finger zehn Freundinnnen. Obwohl, die hatte er bestimmt auch so, bei diesem Aussehen.

Ich seufzte "Alice, aufstehen!"

Das Frühstück verlief wie am Tag davor. Ich hatte einen leichten Vitamin C Mangel, deswegen wurden mir viele Südfrüchte auf meinen Teller gepackt, dich ich auch dankbar hinunter schlang. Als Laurent gestern Abend wieder die Teller holen kam fragte er nicht nach, er räumte einfach ab und wünschte uns eine gute Nacht. Merkwürdig.

Nachdem wir unser Frühstück beendet hatten, schauten wir auf den riesigen Kurs/ und Trainingsplan der im Frühstücksraum hing, dort war mit leuchtend roter Farbe vermerkt:

~ Alice Training mit James: Dark Room 09:00 - 10:00

~ Isabella Training mit Edward: Klassenzimmer 09:00 - 10:00

Ich ließ meinen Blick über die Tafel schweifen und las die verschiedenen Termineinträge für die ganzen Mädchen. Da war fast alles dabei, von Tanztraining über Vampirlehre bis hin zur Kosmetikschulung. Doch ein Termin fesselte mich ganz besonders und zwar nicht im positiven Sinne. In fetten roten Buchstaben stand auf der Tafel:

~ Jessica 19:00-20:00 Wissensüberprüfung mit Carlisle

Mein Gefühl sagte mir, dass über kurz oder lang jedes der Mädchen sich dieser Wissensprüfung bei Carlisle unterziehen musste. Wann war ich wohl an der Reihe und was würde dann passieren? Schaudernd erinnerte ich mich an die "Kostprobe" die Carlisle von uns einforderte...

Neben mir stand ein großes Mädchen mit Mandelaugen und rabenschwarzen Haar, sie schien ebenfalls den "Kursplan" zu studieren. Sie sprach mich an "Hey, weißt du wer diese Isabella ist? Die hat ja Training mit Edward! Oh man, hat die ein Glück, ich würde alles dafür geben nur mal mit ihm reden zu dürfen."

Jetzt wurde ich neugierig, anscheinend wusste sie mehr über den geheimnisvollen Edward. "Warum wenn ich fragen darf? Ist er so toll?" Beim letzten Wort zeichnete ich Gänsefüßchen in die Luft. Sie blickte mich gespielt geschockt an und presste sich die Hand auf die Brust.

"Toll? Schätzchen, der Typ soll der absolute Sex Gott sein, jedenfalls wird das erzählt...es wundert mich, dass er Training gibt."

Ich trat näher an sie heran, "Was", ich schluckte. "Was macht er denn, wenn er kein Training gibt?"

Das Mädchen zuckte mit den Schultern, "das weiß niemand so genau, offiziell heißt es, er würde sich um die Buchhaltung des Clubs kümmern, aber dieser Mann hat eine so hocherotische Ausstrahlung, ich kann mir nicht helfen aber hinter einem Schreibtisch mit stapelhohen Akten kann ich ihn mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Typ hat irgendein Geheimnis, das habe ich im Gefühl! Ach sag mal, wie heißt ihr zwei eigentlich? Ihr seid neu, oder? Mein Name ist Angela."

Gott, die plapperte ja an einem Stück, aber es war das erste Mal hier, dass uns ehrlich gemeinte Freundlichkeit entgegengebracht wurde. Welch ein Wunder, es gibt doch Leben auf diesem Planeten! Ehe ich antworten konnte antwortete schon Alice: "Das ist Bella und ich bin Alice, vielleicht kannst du uns ein paar Tipps im Umgang mit "der Chefetage" hier geben, du scheinst ja schon länger hier zu sein?"

Angela machte große Augen. "Moment mal. Bella? Isabella?"

Ich nickte betreten.

"Krass. Da wünsch ich doch mal viel Vergnügen Edward, ich beneide dich. Menno, ich bekomm immer diesen doofen Felix. Er meint immer noch das er mir was "beibringen" könnte obwohl ich ihn schon zum Orgasmus bringen kann, wenn ich nur meinen Schlafzimmerblick aufsetze, naja aber er behandelt einen wenigstens immer gut. Nicht so wie andere hier!"

Alice und ich wechselten schnell einen Blick und Al fragte: "Welche anderen?"

Angela blickte sich schnell um und senkte verschwörerisch die Stimme. "Ich kann nicht viel dazu sagen, hier haben die Wände Ohren und die Strafen sind hart. Aber nehmt euch vor James und Alec in acht und Jasper ist auch merkwürdig mit seinen Vorlieben...so jetzt muss ich aber zum Tanzkurs, heute steht eine neue Choreo an."

Damit winkte sie uns fröhlich zu und war durch die Tür verschwunden, Alice Blick war ganz starr gewirden. Komisches Mädchen, es schien ihr hier überhaupt nichts auszumachen, sie wirkte geradezu so als ob sie freiwillig hier war und sogar als ob ihr das auch noch Spaß machen würde. Vielleicht waren nicht alle Mädchen hier verschleppt worden?

Ich nahm mir jedenfalls vor so schnell wie möglich nochmal mit Angela ins Gespräch zu kommen. Ich vertraute ihr keineswegs, niemandem außer Alice traute ich hier, aber dennoch, sie strahlte etwas freundliches, etwas lebenslustiges aus und das konnten wir, weiß Gott, gut gebrauchen.

Es wurde Zeit, jetzt trennten sich Alice und meine Wege. Wir umarmten uns fest und ermahnten uns gegenseitig durchzuhalten. Dann machte sie sich auf zu ihrer ersten Trainingsstunde mit James, ich betete zu Gott, dass sie heil wieder dort rauskam und ich begab mich mit Laurent, der immer wie ein Schatten an mir zu kleben schien, auf in das "Klassenzimmer".

Während wir die Gänge entlang schritten wuchs in mir wieder die Angst vor dem was vor mir lag und ich hatte auch unheimliche Angst um Alice. Irgendetwas war mit Alice passiert, ich hatte nicht vergessen, wie apathisch sie damals auf dem Bett saß, als wir uns kennenlernten und dann gestern abend der Zusammenbruch unter der Dusche, sie wollte es mir erzählen aber irgendetwas hielt sie zurück.

Traute sie mir nicht genug? Der Gedanke, Alice könnte mir misstrauen oder vor mir Angst haben, versetzte mir einen heftigen Stich in meine Brust. Wenn wir einander nicht mehr trauen könnten, dann wäre alles verloren. Alice war das Einzige hier, was mir das Leben naja, erträglich war das falsche Wort, eher mich vor dem dunklen Abgrund bewahrte auf den ich zu schlitterte.

"Wir sind da, ich warte hier auf dich", mit dieser Aussage machte Laurent halt vor dem Klassenzimmer, sein Ausdruck war nüchtern, wie immer. Ob er mit seiner "Männlichkeit" auch seine Emotionen verloren hatte?

Ich atmete tief durch und betätigte den Türgriff. Das Klassenzimmer war genauso wie ich es in Erinnerung hatte, die ordentlich aufgereihten Stuhlbänke, die amerikanische Flagge in der Ecke und der grünen Tafel. Edward saß locker auf dem Lehrerpult und er sah wundervoll aus. Sein beigefarbener Cashmerpulli schmiegte sich wie eine zweite Haut an seinen Oberkörper, was seine Muskeln nur noch umso mehr betonten. Dazu trug er eine schwarze Stoffhose und Lederschuhe.

Er blickte mich ausdruckslos an. Ich schloss die Tür. "Hallo Edward", grüßte ich ihn schüchtern. War es richtig, dass ich ihn zuerst ansprach? Ich wollte ihm nicht den geringsten Grund zur Bestrafung liefern.

Er stand vom Pult auf und kam auf mich zu. Sein Blick immer noch kalt und ausdruckslos. Er musterte mich von Kopf bis Fuß und begann mich zu umkreisen, ganz langsam. Er hatte immer noch kein einziges Wort gesagt und langsam bekam ich wirklich Angst. Irgendwas war hier falsch, irgendwas hatte ich nicht richtig gemacht.

Nachdem er seine "Runde" beendet hatte nahm er mein Kinn zwischen seinem Daumen und Zeigefinger gefangen, so wie es Väter machen wenn sie die Verfehlungen ihrer Sprösslinge besprechen wollten. Seine Augen, die sonst so lebhaft funkelten waren zu grünen Eisklötzen geworden, nicht die geringste Emotion konnte ich in ihnen lesen.

Meine Angst nahm zu und Adrenalin jagte durch meine Adern. Ich wusste ja noch nicht mal was ich falsch gemacht hatte und erst recht nicht was mich nach meinem "Fehltritt" erwartete. Würde er mich schlagen? Mich sexuell demütigen?

Edward schloss die Augen, ich wusste er konnte das Adrenalin in meinem Blut wittern. Er schien sich kontrollieren zu wollen, denn er rieb unaufhörlich über seinen Nasenrücken mit der anderen Hand.

"Isabella, was fällt dir eigentlich ein? Glaubst du ich habe meine Zeit gestohlen? Du kommst hier mit deinen schäbigen Straßenklamotten rein und erwartest das ich so", er ließ seinen Blick nochmals auf mir auf und ab gleiten, " mit dir trainiere?" Er erhob nicht die Stimme, dass war nicht nötig. Es lag auch so genug Stahl in seinem Ton.

Das war es also, ich hatte mich nicht umgezogen! Aber woher sollte ich das wissen? Woher die Kleider bekommen, die ich hier tragen sollte? "Edward ich wusste nicht..." versuchte ich mich zu erklären, aber er hob gebieterisch eine Hand und brachte mich so zum verstummen.

"Ich habe jetzt keine Zeit, dass mit dir zu diskutieren. Frag demnächst Laurent, dazu ist er schließlich da. Und jetzt setz dich, damit wir anfangen können!" Er wies auf einen der Schülerpulte. Wie, das war's? Keine Bestrafung? Ich atmete erleichtert auf. Edward wurde mir immer sympathischer, er hatte zwar immer noch diese eiskalte Aura um sich herum, aber wenigstens wollte er mich nicht verletzen, nicht körperlich jedenfalls. Nichts desto trotz fühlte ich mich wie auf einem Drahtseil, ein falscher Schritt und ich würde ins Verderben stürzen.

Edward setzte sich mir gegenüber, er hatte einen Stapel Papiere auf dem Schoß und reichte mir einen davon. "Isabella, ich werde dir heute nur ein paar Fragen stellen, nichts Schlimmes also entspann dich!" Der schmeichelnde, samtene Ton in seiner Stimme war wieder da, unglaublich wie sehr sich ein Mensch, äh ein Vampir, innerhalb von ein paar Sekunden ändern kann. Wahnsinn, mir wurde ganz schwindelig davon.
Fragen beantworten? Ok, da gab es schlimmeres. Ich nickte "Ja, Edward. Ok!" Er lächelte wieder sein atemberaubendes Raubtier-Lächeln.

"Ganz locker, Kleine! Ich möchte das du dabei an die erste Beziehung und/oder den ersten sexuellen Kontakt den du hattest denkst! Füll einfach nur den Bogen aus!"

Es war ein Fragebogen mit multiple choice Antworten und ich kreuzte, wahrheitsgemäß an. Ich hatte doch eh nichts zu verlieren. Wenn ich lügen würde würden sie es eh merken.


Frage 1:
Kannst du dir vorstellen, mit deinem Partner darüber zu sprechen, was du dir im Bett wünschst?

Wenn mein Partner mit dem Thema anfängt, wahrscheinlich schon.
Ja, natürlich. Damit mein Partner weiß, was mir gefällt.
Nein, das traue ich mich überhaupt nicht.   X



Frage 2:
Schämst du dich dabei, dich nackt vor deinem Partner zu zeigen?

Ich verkrampfe mich meistens, wenn mein Partner mich anfassen will.    X
Ja, ich mag meinen Körper nicht besonders und würde ihn vor keinem nackt zeigen.
Nein, ich vertraue meinem Partner und schäme mich nicht.




Frage 3:
Hast du bereits sexuelle Erfahrungen gemacht?

Nein, ich habe noch nicht mal einen Zungenkuss probiert.
Ja, in Sachen Petting bin ich geübt.
Ein bisschen Petting habe ich schon gemacht.   X



Frage 4:
Habt ihr auch mal über das Thema Sex gesprochen?
Ja, ich kann mit meinem Partner über alles offen reden.
Ich habe meinen Partner darauf angesprochen, aber bisher erst einmal.
Nein, das ist mir irgendwie peinlich.   X



Frage 5:
Auf einer Party wird dir ein Junge/ein Mädchen vorgestellt und du wechselst ein paar Sätze mit ihm/ihr. Wo schaust du dabei hin?

Ich sehe ihm/ihr in die Augen - so erkenne ich am besten, was für ein Mensch er/sie ist.   X
Ich sehe ihm/ihr beim Sprechen auf die Lippen.
Ich sehe ihm/ihr auf einen Knopf oder auf irgendeinen anderen neutralen Punkt.



Frage 6:
Du blätterst in einem Magazin und kommst zu den Seiten für sexuelle Aufklärung. Und nun?

Das lese ich ganz gern, obwohl es mich mehr amüsiert als interessiert.
Das lese ich immer mit Begeisterung. Schließlich gibt es immer etwas Interessantes, das man noch nicht weiß.
Ich lese das nur, wenn es keiner mitbekommt.   X



Frage 7:
Hat dein Partner dich schon zum Höhepunkt gebracht?

Nein, aber ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird.   X
Ja klar, es war toll.
Nein, den Gedanken finde ich auch etwas unangenehm.



Frage 8:
Hast du dir schon mal Sex mit deinem Partner vorgestellt?

Nein, das will ich mir nicht vorstellen.
Ja, ich träume oft davon.
Einmal, aber mir fehlt dazu die Fantasie    X



Frage 9:
Hast du schon versucht, deinen Partner zu verführen?

Ja klar, aber natürlich (erstmal) nur zum Petting.
Nein, um Gottes Willen!
Ich hatte es vor, habe dann aber doch kurz vorher gekniffen.    X



Frage 10:
Glaubst du selber, dass du für Sex bereit wärst?

Ich denke eher nicht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher.   X
Ja, ich bin mir zu 100% sicher.



Frage 11:
Wo sollte denn euer erstes Mal stattfinden und wie?

Bloß nicht bei mir im Zimmer! Aber auf jeden Fall im Bett, mehr weiß ich nicht.
Ähm.. Im Bett?
Bei ihm/ihr zu Hause, im Bett, ganz kuschelig, mit Kerzen und Musik.   X



Mit hochrotem Kopf reichte ich Edward den Fragebogen und er verstaute ihn fix in seiner Ledermappe ohne einmal einen Blick darauf zu werfen. Bestimmt wollte er ihn in Ruhe studieren. Ich hoffte er würde jetzt das Ende der Stunde einläuten, es war sehr zermürbend ihm so ausgeliefert zu sein. Ständig war ich auf der Hut und betete zu Gott, keine Fehler zu machen.

"Sehr gut Isabella. Bevor wir jetzt Schluss machen, haben wir ja noch eine Kleinigkeit zu klären wegen deines heutigen Fehltritts. Zieh deine Hose aus!" Sein Ton war kühl, autoritär.
Ich schluckte einen dicken Kloß hinunter. Also doch, Edward würde mich bestrafen. Wie konnte ich nur einen Moment glauben, ich würde nicht bestraft werden. Das waren alles Psychopathen hier.

Zitternd öffnete ich meine Hose und streifte die Hosenbeine von meinen Beinen. Edward kniete sich hin und löste die Schleife seiner Schuhe, langsam begann er den Schnürsenkel aus dem Schuh zu ziehen.

"Komm her!" er winkte mich an sich ran, seine Stimme immer noch kalt wie Eis. Mir brach der Schweiß aus, was würde jetzt kommen?

"Leg dich über das Pult, Isabella. Halt dich an dem Rand fest."

Ich gehorchte zitternd. Ich musste schwer schlucken, als ich so entblößt vor Edward auf dem Pult lag, der Rücken ihm zugewandt. Er drehte eine Runde um das Pult und band mir schließlich die Handgelenke mit dem Schnürriemen zusammen. Nicht allzu fest aber fest genug, ich konnte mich nicht befreien.

Mit pochendem Herzen hielt ich den Atem an als ich seine Hand an meinem Hintern spürte. Sanft strich er über meine Rundungen, liebkoste sie fast. Ich hörte ihn seufzen. "Isabella, es ist eine Schande. Ich will es wirklich nicht tun aber du musst verstehen, dass Fehltritte solcher Art hart und schnell bestraft werden. Unser Etablissement ist wie ein Uhrwerk und alle Zahnrädchen darin müssen perfekt zu einer bestimmten Zeit ineinander greifen. Ich hoffe du verstehst das!"

Verstehen? Ich verstand gar nichts mehr! Was schwafelte er da? Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, ich war außer mir vor Angst und wünschte mir mittlerweile nur noch dass es vorbei war.

Edward drückte mir einen Kuss auf den Po und richtete sich dann auf. Ich konnte mich nicht umdrehen aber ich hörte wie er langsam seinen Gürtel öffnete und ihn aus den Schlaufen zog. Mein Magen krampfte sich zusammen und ich zitterte am ganzen Körper. Der Gürtel sauste zischend durch die Luft. Ich kniff die Augen zusammen, wappnete mich für den Schmerz. Mit einem lauten Klatschen traf der Ledergürtel auf meine Haut und augenblicklich durchfuhr mich ein unglaublich brennender Schmerz. Ich schrie vor Pein, meine Augen füllten sich mit Tränen. Wieder und immer wieder schlug er auf mich ein. Alles verschwamm, ich nahm nichts mehr war außer dem schrecklichen Schmerz der sich durch meinen Körper fraß.

"Du", wieder ein Schlag, "musst", Schlag, "verstehen", Schlag, "Isabella!" Er presste diese Worte heraus als ob sie ihm die größte Lust bereiteten oder ihn unsagbar quälten. Welches es davon war, vermochte ich nicht zu sagen.

Ich spürte noch ein letztes Mal den Gürtel. Dann war Ruhe. Ich hörte ihn heftig atmen und er platzierte den Gürtel wieder an seinem eigentlichen Platz.

Ich konnte mich nicht rühren, jede Bewegung verursachte mir höllische Schmerzen. Er kam um den Tisch herum und löste meine Fesseln, ich sackte augenblicklich zusammen wie ein nasser Sack, spürte aber wie er mich stützte. Ich wollte sein Berührung nicht, ich wollte seine Hände nicht auf meinem Körper haben aber ich ließ es über mich ergehen, teils weil ich keine Kraft mehr hatte und teils weil es wieder falsch wäre, auf keinen Fall wollte ich nochmals so bestraft werden. Ich würde alles tun.

Edward kramte in seiner Tasche rum und rieb mir irgendeine cremige Substanz auf den Po und den unteren Rücken. Er hielt mich immer noch fest und ich bäumte mich vor Schmerz auf. Unaufhörlich liefen Tränen über mein Gesicht. Aber ich bekam das alles nicht wirklich mit!

"Sch, sch Isabella. Ist ja gut! Ich weiß das tut weh, aber gleich wird es dir schon besser gehen!" Er war wirklich total wahnsinnig, zuerst verprügelt er mich bis zum geht nicht mehr und jetzt pflegt er mich?

Als ich versuchte mich aufrecht hinzustellen, mir noch einen Rest meiner Würde zu bewahren, knickten mir die Beine um und Dunkelheit umfing mich.







Freitag, 9. April 2010

Kapitel 13

Alice PoV



Jasper stand genau vor der Dusche und schaute durch die halbbeschlagene Duschwand, die uns noch trennet, auf mich herab. Seine eisblauen Augen tanzten immer noch vor lauter Vorfreude über meine nackte Haut, nahmen jeden einzelnen Zentimeter in unter die Lupe. Unweigerlich begann ich zu zittern und mir wurde speiübel.

Was würde er jetzt wohl machen? Über mich herfallen? Mich vergewaltigen?

Wobei dieser Bastard Carlisle sagte, ich bräuchte erstmal keinen Geschlechtsverkehr haben, da ich noch Jungfrau sein. Wahrscheinlich würden sie mich an den Höchstbietenden verhökern. Aber wusste dieser Psycho hier das auch? Wusste er, dass er sich nicht an mir vergreifen durfte? Schließlich war doch James mein Trainer. Aber mal ganz ehrlich, das war auch nicht gerade eine glorreiche Aussicht. Nicht nachdem er mich als Wichsvorlage benutzt hatte, während ich durch seine Folter ohnmächtig geworden war!

Heiße Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen und mischten sich mit dem Wasser aus der Dusche, welches immer noch in Strömen auf mich herab prasselte. Ich wollte hier weg! Ich wollte einfach nur noch nach Hause in mein Bett! Was zur Hölle war bloß passiert, dass ich hier in dieser Hölle gelandet war? Gestern war mein einziger Gedanke, was machst du morgen. Heute wusste ich noch nicht mals, ob es für mich überhaupt ein Morgen gab!

Ich hörte wie die Duschkabine geöffnet wurde, traute aber nicht hinzusehen. Ich versteifte mich nur noch mehr auf dem kühlen Boden, bedeckte meine Blöße so gut es ging und versuchte nicht den Weinkrampf, der gerade über mich herein brach, die Oberhand gewinnen zu lassen, denn es hatte eh keinen Sinn. Ich war Jasper ausgeliefert. Keiner würde mir helfen!

„Warum weinst du?“

Auf diese Frage war ich überhaupt nicht vorbereitet gewesen und ich hob verwirrt den Kopf. Jasper war genau vor mir in die Knie gegangen, so dass sein Kopf in etwa auf gleicher Höhe wie meiner war. Das warme Wasser der Dusche erfasste ihn zur Hälfte und seine blonden Locken klebten feucht an seinem Gesicht und das dunkle Shirt, welches er trug, hatte sich auch schon mit Wasser vollgesogen. Seine Augen waren aber fest auf mich gerichtet und er wirkte, als ob er das Wasser nicht wahrnehmen würde.

„Ich habe dich gefragt, warum du weinst?“ wiederholte er dann etwas energischer, aber seine Stimme war weiterhin recht sanft.

Was sollte ich ihm denn darauf antworten? War die Lage nicht offensichtlich? Man hatte mich gekidnappt, gefoltert und man würde mich, früher oder später, zum Sex zwingen. Und, als ob das nicht reichen würde, sollte ich mein Blut hergeben, als ob ich eine Blutbank wäre. Wie konnte ich da nicht früher oder später zusammenbrechen und weinen? Aber für ihn zählten diese Punkte wohl nicht, denn für ihn war es ja Alltag, Menschen zu verschleppen und auszubeuten!

„Willst du es mir denn nicht sagen Alice?“ seine Stimme wurde fordernder!

„Ähm, ich….. also“, ich wusste einfach nicht, was ich antworten sollte, ohne mich damit selber in Teufels Küche zu bringen!

„Ist es wegen James?“

„Ja!“

Es war zwar nicht ausschließlich wegen James, aber er war einer der vielen Faktoren, die mich zum Zerbrechen brachten und bevor ich etwas Unbedachtes sagte, ließ ich ihn in dem Glauben, dass James alleine der Grund wäre, warum ich in der Dusche auf dem Boden hockte und unerbitterlich weinte und am ganzen Körper zitterte! Es war wohl das Geschickteste!

Doch kaum hatte ich mich versehen, da machte Jasper einen Satz auf mich zu und lag auf einmal halb auf mir. Meinen Kopf hatte er zwischen seine Hände genommen, aber sein Gesicht lag in meiner Halsbeuge. Oh scheiße, jetzt war es soweit, er würde mich beißen! Ob es wehtun würde? Mein Herz hämmerte und pumpte mein Blut nur so vor lauter Angst durch meinen Körper. Der Weinkrampf hatte abrupt aufgehört, aber mir entwich immer wieder ein Winseln aus dem Mund, ich hatte Todesangst!

Was wenn er mich jetzt aussaugt, wie das Mädchen, welches blutleer im Irrgarten gelegen hatte?

Vielleicht war es aber auch das Beste was mir hier passieren konnte.

Ein schneller Tod!

Ich betete, dass es nicht allzu weh tun würde und dass er schnell war. Das er schnell zubeißen würde und schnell alles aus mir heraussaugen würde. Vielleicht würde ich dann ganz langsam einschlafen. Das wäre doch ein passabler Tod, für die ganze Scheiße, die ich hier in der kurzen Zeit erlebt hatte! Bella würde es bestimmt ohne mich schaffen, sie war stark! Und sie würde hier raus kommen, dass wusste ich!

Ich zitterte mittlerweile wie Espenlaub und das Wasser aus der Dusche wurde auch immer kälter, aber anstatt den Schmerz zu spüren, auf den ich wartete, fühlte ich nur etwas Warmes und sehr feuchtes an meinem Hals. Jasper leckte mir mit seiner Zunge über meine Halsschlagader. Immer und immer wieder! War das eine Art Vorspiel? Ein Vorspiel bevor man zubiss?

Scheiße, ich wollte es doch einfach hinter mich bringen!

„Jasper? Was tust du denn da?“

Erschrocken wich Jasper von mir zurück und ich saß wieder alleine unter der kühlen Dusche. Ich versuchte mich intuitiv klein zu machen, es sollte mich nicht noch jemand so sehen, es reichte wenn es Jasper gesehen hatte, wie sehr man mich schon gebrochen hatte.



Bella PoV


Edward erhob sich und griff nach meiner Hand. Und wie ein Schlag traf mich dieses Kribbeln, welches erneut aus dieser Berührung hervorging. Ich hatte geglaubt, dass sich diese Anziehung, die zumindest ich am Anfang gespürt hatte, mittlerweile verflogen war nachdem ich ihn etwas kennengelernt hatte, aber ich hatte mich geirrt, sie war wieder da. Und nicht nur das, sie war auch noch genau so stark. Es wollte irgendwie nicht in meinen Kopf, egal wie sehr ich darüber nachdachte.

Was war es nur, dass meinen Körper so aus der Fassung brachte und so auf diesen Vampir reagieren ließ?

Dummerweise war ich zu sehr mit meinen Überlegungen über dieses so angenehme Prickeln beschäftigt gewesen, das ich nicht auf den Weg geachtet hatte, denn Edward hatte uns beide bereits aus dem Irrgarten herausgeführt. Mist. Das war die Gelegenheit gewesen, mir den Weg zu merken, damit ich beim nächsten Mal wenigsten eine kleine, wenn auch sehr unrealistische Chance, gehabt hätte.

Vor der Tür zurück in die Hölle namens Bloody Bite blieb Edward stehen und drehte sich zu mir um. Seine Hand ließ meine los, aber nur um sie mir um die Taille zu legen und mich fest an ihn zu ziehen. Und er war immer noch erschreckend erregt, denn ich spürte seine harte Männlichkeit gegen meinen Bauch drücken.

„Weißt du Isabella, ich glaube wir beide werden ein gutes Team bilden!“

Ich konnte ihn nur anstarren, wusste einfach nicht wie ich reagieren sollte, was ich sagen sollte. Also blickte ich ihm in seine Augen, die selbst in dieser mittlerweile dunklen Nacht immer noch wunderbar grün funkelten. Sie brodelten richtig. Es hatte etwas magisches, etwas hypnotisches an sich, denn wenn ich in dieses Grün schaute, fühlte ich mich einfach ruhig, sicher und beschützt.

Erst Edwards diabolisches Grinsen, ließ mich aus meiner kindischen Schwärmerei aufwachen und zurückzucken. Oh Gott, was tat ich denn hier? Er war der Feind und ich himmelte seine schönen Augen an!

„Isabella, wehr dich nicht dagegen. Ich spüre es auch!“

Oh Gott, was wollte er mir denn damit sagen? Meinte er etwa er spürte auch dieses wohlige Kribbeln, wenn er meine Hand nahm. Dieses schöne Gefühl, welches mir durch alle Glieder fuhr? Oder meinte er, er spürte wie dämlich ich war und auf ihn reinzufallen drohte? Wie ich mich seltsamerweise zu ihm hingezogen fühlte?

„Was spürst du auch?"
Die Frage kam forscher über meine Lippen als ich es selber erwartet hatte und hoffte, er würde es nicht als Frechheit werten. Noch mehr Aufregung brauchte ich für heute nicht. Die Untersuchung vor dem Frühstück, die Themenräume und diese kleine Jagd eben waren wirklich genug für mich!

Aber anstatt mir zu antworten, beugte er nur seinen Kopf zu mir herunter und drückte mir seine Lippen auf meinen Hals. Genauer gesagt, auf meine Halsschlagader. Oh bitte nicht. Das Adrenalin pumpte einmal mehr nur so durch meinen Körper hindurch, einen Vampir in die Nähe seiner Halsschlagader zu lassen war nicht wirklich das was ich wollte. Wer konnte schon wissen, ob er nicht einfach zubeißen würde?

Und wie aufs Kommando, spürte ich die Spitzen seiner Fänge über meine dünne Haut schaben, aber nur sehr sachte. Er schien darauf zu achten, dass er mir nicht wehtun wollte. Oder aber, noch nicht von mir zu trinken, weil Carlisle es ihm verboten hatte. Hier war schließlich alles möglich.

„Hmm, du glaubst gar nicht wie anregend es ist, deinen Puls an meiner Zunge zu spüren kleine, süße Isabella!“

Ich schluckte hart, denn mir wurde schlagartig bewusst, dass ich ihn durch meine Angst nur noch erregter machte, ihn nur noch durstiger auf mein Blut machte. Es war ein verdammter Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gab. Aber gegen meine Furcht vor dem Unbekannten, was wohl kommen mochte, konnte ich nicht ankämpfen.

„Aber ich glaube, ich sollte dich zurückbringen. Es war ein anstrengender und auch sehr aufregender Tag für dich, du musst müde sein und ich will nicht zu viel von dir verlangen. Außerdem haben wir ja noch jede Menge Zeit, die wir miteinander verbringen werden.“

Ich hatte die Fähigkeit zu sprechen immer noch nicht wiedergefunden, sondern stand immer noch stocksteif in seiner Umarmung, und nickte kaum merklich. Seine Erregung hatte in der ganzen Zeit kein Stück nachgelassen und drückte immer noch voller Stolz gegen mich, was mir Unbehagen bereitete, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass er hart war und sich nicht an mir vergreifen würde. Schließlich war dies doch einer der Gründe, warum man mich entführt hatte. Und nicht nur das, er sollte ES ja auch mit mir trainieren. Er sollte mir zeigen, was Männern, Vampiren beim Sex gefiel.

Aber er machte keine Anstalten, das Training heute wirklich beginnen zu lassen.

„Komm, ich bringe dich jetzt zurück in dein Zimmer!"

Damit entließ er mich aus der festen, aber irgendwie doch so warmen und schützenden Umarmung und schnappte sich meine Hand. Sofort war dieses Summen in meinen Venen wieder da und breitete sich wohlig in mir aus. Spürte es wirklich auch so, wie ich es tat? Falls ja, wäre ich noch nicht ganz verloren, denn dann hatte ich eine Chance!

Der Weg durch die Gänge verlief ruhig, keiner von uns beiden redete und es war wieder so, wie auf dem Hinweg vorhin, als wir schweigend nebeneinander liefen. Es war erneut die angenehme und beruhigende Stille, die man mit nur wenigen Leuten teilen konnte.

Als wir an meinem Zimmer angekommen waren, öffnete Edward umgehend die Tür und führte mich hinein. Er hatte gerade die Tür hinter sich zugemacht und verschlossen, als mir die offene Badezimmertür von Alice und meinem Gemeinschaftsbad auffiel und ich das Wasserrauschen wahrnahm. Alice schien unter der Dusche zu sein und ich sehnte mich ebenfalls nach einer reinigenden Erfrischung, denn nach diesem Tag, mit allem was ich erlebt hatte, fühlte ich mich irgendwie dreckig!

Doch ehe ich es wirklich wahrnehmen konnte, war Edward an mir vorbeigestürmt und im Badezimmer verschwunden. Er würde doch wohl nicht….

„Jasper? Was tust du denn da?“

Seine Stimme war ruhig, aber die Tatsache, dass er Jasper erwähnte, verwandelte meine Beine in Wackelpudding! Alice. Oh scheiße, was machte er bloß bei ihr. Ohne großartig nachzudenken rannte ich ebenfalls ins Bad und sah Alice auf dem Duschboden hocken, zusammengerollt wie ein kleiner Ball und sie zitterte am ganzen Körper. Jasper stand davor, aber seine Klamotten waren halb nass, also musste er bei ihr unter der Dusche gewesen sein. Er hatte sie bedrängt. Dieser kranke Widerling hat sich an sie rangemacht!

„Sie hat geweint, ich wollte sie nur beruhigen!“

„Aber Jasper, das sind Menschen, die beruhigt man anders als uns!“

Beruhigen? Wie beruhigte man denn einen Vampir?

„Was weiß ich davon wie man Menschen beruhigt? Aber sie ist aufgebracht wegen James und sie hat Angst vor ihm. Ich muss dringend mit Carlisle reden!“

Ohne Edward, Alice oder mich eines weiteren Blickes zu würdigen lief er Schnurstraks an und vorbei und ich hörte die Tür in meinem Zimmer.

„Kümmer dich um deine Freundin kleine Isabella, sie braucht dich!“ sagte Edward sanft und seine Augen hatten einen menschlichen Touch, man sah Mitgefühl in ihnen. Scheinbar war er doch kein gefühlskalter Arsch. Dann trat er vor mich und nahm mein Gesicht in seine Hände. „Laurent wird euch gleich euer Abendessen bringen und wir beide sehen uns morgen wieder. Ich werde im Klassenzimmer auf dich warten!“ Dann drückte er mir, zu meiner Überraschung, seine Lippen auf den Mund und küsste mich sanft.

„Ich kann es kaum erwarten!“ kam es dann heiser über seine Lippen.

Samstag, 3. April 2010

Kapitel 12

Alice PoV


Bella war weg. Sie war mit diesem komischen Edward verschwunden. Hoffentlich passierte ihr nichts. Im Schneidersitz saß ich auf Bellas Bett. Ich scheute mich in mein Zimmer zu gehen, warum wusste ich auch nicht genau. Wahrscheinlich weil in diesem Zimmer hier immer noch Bellas Präsenz hing. Bella. Gott sei Dank standen wir das zusammen durch, sie war mein Fels in der Brandung. Sie kam mir so stark und entschlossen vor und dennoch war ich nicht sicher ob das nur Fassade war. Möglicherweise war sie genau so traumatisiert wie ich, doch sie ließ es sich nicht anmerken. Unsicher was ich tun sollte starrte ich Löcher in die Luft und schaukelte meinen Körper vor und zurück.

Nach einer Weile beschloss ich erstmal duschen zu gehen. Keine Ahnung warum aber seit wir hier waren fühlte ich mich die ganze Zeit schmutzig, als wäre überall Dreck an mir. Kein Wunder wenn man wie Dreck behandelt wird, in mir stieg wieder Übelkeit auf als ich an die Vorfälle mit James und Carlisle dachte. Über den Übergriff von James hatte ich nie ein Wort verloren, noch nicht mal mit Bella hatte ich darüber gesprochen, es war mir so peinlich und ich schämte mich abgrundtief, während ich das Wasser andrehte kehrte ich noch einmal in Gedanken zum Tag meiner Schande zurück.




*** Flashback ***


„So, Prinzessin. Dann wollen wir doch mal zusehen, dass wir dich verschönern! Leg dich mal auf die Liege da drüben!“

Der fremde Mann mit den blonden Haaren zeigte auf eine Krankenliege die an der Wand stand. Vor lauter Angst wurden meine Knie ganz weich aber ich riss mich zusammen und legte meinen Körper auf die kalte Bare. Mich kriegen sie nicht klein!

Der Mann, ich glaube Carlisle nannte ihn James, beugte sich über irgendwelche Instrumente, die ich nicht sehen konnte. Was meinte er nur mit „verschönern“? Ein Piercing oder ein Tattoo? Ich hatte eine Ahnung, dass es keins von beiden seien würde…James drehte sich um und schnallte mir, so schnell das ich es fast gar nicht erkennen konnte, meine Arme über den Kopf zusammen. Er desinfizierte die Innenseite meines Oberarmes mit einem getränkten Wattepad. Er hielt irgendwas in der anderen Hand, ich konnte nicht erkennen was.

„Jetzt halt schön still, Prinzessin. Ich will nicht abrutschen und dir dein hübsches Gesicht verbrennen!“

Verbrennen? Was meinte er denn mit verbrennen?! Weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht denn augenblicklich spürte ich einen Wahnsinnsschmerz im meinem Arm. Ein Zischen ging durch die Luft und ich roch verbranntes Fleisch. Mein Fleisch! Um Gottes Willen, sie brandmarkten mich! Der Schmerz war nicht aufzuhalten, unerträglich heiß verbiss er sich in meinem Körper, es ging über alles was ich je gefühlt hatte! Ich konnte es nicht mehr aushalten und wollte nur noch dass es aufhörte, mir schwanden langsam die Sinne und dankbar fiel ich in die Dunkelheit.

„So jetzt aber aufgewacht meine Hübsche!“

Mühsam öffnete ich meine Augen und stellte fest, dass ich immer noch halb nackt und angebunden auf dieser schrecklichen Liege lag. Mein Körper schien nur noch aus Schmerz zu bestehen und besonders mein Arm machte den Eindruck als wolle er auf der Stelle bersten vor lauter Schmerz.

Als erstes fiel mein Blick auf James, der mir gegenüber auf einem Stuhl saß. Er hatte seine Hose aufgeknüpft und seinen Schwanz in der Hand, seine große Faust glitt an ihm auf und ab, er war vollständig erigiert. Jetzt wurde mir richtig schlecht, schlecht vor Schmerz und schlecht vor Angst. James grinste mich diabolisch an.

„Ah Prinzessin, du bist so wunderschön, wie du da schlafend auf der Bare lagst. Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Schade dass du nicht bei Bewusstsein warst, aber ich verspreche dir. Das holen wir nach!“

Er stand auf und nahm sich ein Kleenex, vom Tisch hinter ihm, dann kam er auf mich zu. Ich verstand gar nichts mehr und versuchte angstvoll zurück zu weichen, ein grauenvoller Schmerz in meinem verletzen Arm lies mich jedoch innehalten.

„Da du es ja noch nicht besser weißt, Süße, werde ich das jetzt mal erledigen aber sei versichert, dass es das erste und letzte Mal sein wird!“

Er wischte mit dem Kleenex über meinen entblößten Bauch eine weiße Flüssigkeit weg. Was war ….NEIN! James hatte doch nicht etwa masturbiert und auf mich ejakuliert während ich ohnmächtig war!? Das war das perverseste, ekligste und demütigenste was ich je erlebt hatte. Ich wollte auf der Stelle vor Scham sterben.

James packte meinen verbrannten Arm und drückte zu, schlagartig schwanden mir vor Schmerz die Sinne ich hörte ihn aber noch drohen: „Solltest du mit jemanden über unser kleines Tete a Tete sprechen, würdest du dir wünschen, deine Hure von Mutter hätte dich niemals schreiend in diese Welt geboren!“

Dann driftete ich ab.



*** Flashback Ende ***


„Alice? Alice, was ist mit dir?“

Von irgendwo hörte ich diese Stimme, konnte aber nicht zuordnen woher. Ich hockte auf dem Boden der Dusche, die Knie angewinkelt und die Arme darum geschlungen, meine typische Schutzhaltung. Wie kam ich hierher? Ach ja, ich wollte ja duschen gehen...Das Wasser prasselte auf meinen entblößten Körper und schließlich hob ich den Blick. Dieser Jasper starrte auf mich runter mit einem so hungrigen Ausdruck in den Augen, wie ich ihn noch nie gesehen hatte....




Bella PoV


Ich raste in Richtung dieses riesigen Irrgartens davon und war einer erwachsenen Panikattacke nahe. Meine Füße jagten über den grasbewachsenen Boden, ich flog, ich schien schneller zu laufen als ich eigentlich konnte. Pures Adrenalin schoss durch meine Adern. Hinter mir hörte ich jedoch keinerlei Geräusche, offenbar wollte er mir einen Vorsprung lassen, sonst würde sich das ja für ihn nicht lohnen, er hätte mich in null Komma nix eingefangen.

Wie großzügig.

Mittlerweile war es dunklen und das Labyrinth war mit Nebel durchzogen, nur hier und da leuchteten ein paar spärliche Laternen, die in den Gängen befestigt waren. Verzweifelt suchte ich nach einem Ausgang, nach oben ging schon mal nichts, die Buchsbaumhecken waren mit Sicherheit 5m hoch und sich da durchquetschen ging auch nicht. Mist. Mein Herz pumpte als wollte es mir aus der Brust springen. Ich hatte solche Angst, mein Atem kam nur noch abgehackt. Panisch blieb ich stehen und blickte mich hektisch nach allen Seiten um, jedoch konnte ich nichts erkennen.

Fast nichts...

Irgendwann blieb ich stehen und blickte mich irritiert um, ich wusste nicht wo ich war, wusste nicht wo er war. Folgte er mir eigentlich? Ich hielt die Luft an und versuchte zu hören, wo er sich gerade aufhielt. Aber so sehr ich mich auch anstrengte und lauschte, ich hörte gar nichts. Nichts. Die Nacht war totenstill, man hörte noch nicht mals den Wind.

„Hallo meine Schöne“, hauchte er mir dann von hinten ins Ohr und ich schrie kurz auf und flüchete, ohne nachzudenken, in den Gang vor mir.

Er war hinter mir, er hatte mich beinahe geschnappt! Verdammt. Ich hatte ihn noch nicht mal kommen hören. Wie hatte er das geschafft? Dass er sich so angeschlichen hatte? Egal, ich rannte wie von Sinnen durch die vor mir liegenden Gängen. Ein leichter Windstoß fuhr mir in die Haare und lies meine Nackenhaare sich aufstellen. Ich vernahm ein leises Knurren, welches sich recht nah anhörte, ich aber nicht genau lokalisieren konnte.

Ich jagte um Ecken und Sträucher, lies kleine Wassergräben hinter mir und geriet immer tiefer in dieses verflixte Labyrinth hinein. Die Hecken schienen immer näher zu kommen und die Luft wurde dünner, durch den Nebel konnte ich kaum etwas sehen und als mein Fuß auf etwas Unebenes trat, konnte ich mich nicht halten und stolperte. Ich versuchte noch das Gleichgewicht zu bewahren und ruderte wie verrückt mit den Armen, aber der Sturz konnte ich nicht verhindern und landete längelang auf dem feuchtnassen Boden.

Keuchend richtete ich mich wieder auf und guckte mich um, ob er irgendwo in der Nähe war. Zu meinem Glück war weit und breit nichts zu sehen, außer dem immer dichter werdenden Nebel. Erleichterung machte sich in mir breit, als ich nach 2 Minuten immer noch alleine war und dieser Edward noch nicht aufgetaucht war. Leicht schwankend stand ich auf und versuchte mein Gelichgewicht wiederzufinden, als ich einen Stich in meinem Knie spürte.

Ich hatte mir das Knie aufgeschlagen und das Blut quoll aus der Schürfwunde.

Scheiße, ich war auf der Flucht vor einem Vampir und hatte eine offene, blutende Wunde. Spätestens das dürfte ihm doch den Weg zu mir zeigen. Humpelnd lief ich weiter und versuchte einen Ausweg zu finden. Verirrte mich immer weiter in diesem Irrgarten und drang immer tiefer in die Gänge und Wege ein.

Mittlerweile lief ich nicht mehr, sondern schritt nur noch vor mich hin, da ich einfach keine Kraft mehr hatte, um noch weiter zu rennen. Meine Beine waren schwer wie Blei, aber wenigsten war die Wunde einigermaßen getrocknet.

Ich bog gerade um die nächste Ecke und hoffte endlich den rettenden Ausweg bald zu finden, als ich mit etwas harten kollidierte. Instinktiv schloss ich die Augen, als ich merkte, wie etwas meine Taille umschlag und betete, dass dies nur ein weiterer böser Albtraum war. Als nichts weiter passierte öffnete ich die Augen wieder und musste feststellen, dass ich mich in Edwards Armen befand, schon wieder.

Ängstlich blickte ich zu ihm auf, wusste nicht, was jetzt passieren würde. Er hatte mich gefangen und ich war verloren. Würde er mich jetzt bestrafen? Jetzt von mir trinken, so wie es Esme gesagt hatte?

„Isabella, hast du dir wehgetan?“ fragte er schon fast besorgt und ging vor mir in die Knie. Was machte er denn jetzt? Er blickte auf die Schürfwunde an meinem Knie, stricht sanft mit einem Finger darüber und begutachtete sie genau. Oh Gott! „Hm“, kam es dann von ihm und er richtete sich wieder auf. „Du riechst verdammt lecker!“ flüsterte er dann schon fast und strich mir dabei eine Strähne hinters Ohr.

Ich versuchte ihm nicht in die Augen zu blicken, denn sein Blick machte mich nur noch nervöser, nahm mich gefangen. Dann packte er mich am Arm und führte mich zu einer steinernen Bank, die mir noch gar nicht aufgefallen war, in dieser dunkeln, nebligen Nacht.

Edward lies mich los und setzte sich auf die Bank, ich war gerade im Begriff mich neben ihn zu setzen doch er hielt mich auf „Nein, setz dich auf meinen Schoß, unsere Körper müssen sich aneinander gewöhnen!“ Das meinte der doch jetzt nicht ernst? Aber natürlich, meinte er es ernst, diese Wesen machen anscheinend keine Witze.

Zaghaft setzte ich mich seitlich auf seinen Schoß und versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Er fing an leise zu lachen „Nein, nein Isabella, setz dich rittlings auf mich."

Ok, das war jetzt definitiv zu viel verlangt. Ich blickte Edward ängstlich an und suchte nach dem Schalk in seinem waldgrünen Blick, aber auch hier wieder Fehlanzeige. Er meinte es todernst und klopfte sich schon ungeduldig auf den Schoß.

"Komm schon, Isabella hab keine Angst. Wenn du gehorchst habe ich keinen Grund dir wehzutun!"

Mir wehzutun? Mir blieb nichts anderes übrig als das zu tun, was er verlangte, ich wollte nicht schon wieder Schmerzen erleiden, also rutschte ich auf seinem Schoß so herum, dass ich rittlings auf ihm saß und unsere Gesichter nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren. .
"Siehst du, ist doch gar nicht so schlimm!" lächelte er zufrieden.

Ich nickte. Streng genommen war es ja auch nicht schlimm, nur ich hätte es niemals freiwillig getan, ich litt über alle Maßen darunter das sie mir meine Freiheit, meinen freien Willen nahmen, in jeder Hinsicht! Wenn sie befahlen: "Spring!", dann durfte ich höchstens noch fragen "Wie hoch?"

"Das hast du gut gemacht, Isabella! Der erste Schritt ist geschafft, doch ich möchte noch etwas weitergehen. Sei ganz locker! Entspann dich, dir wir nichts geschehen. Lass es einfach passieren!"

Entspannen! Super Tipp! Des Rätsels Lösung! Warum bin ich nicht eher darauf gekommen?

Wir blickten uns in die Augen und Edward legte sanft seine Hände auf meinen Rücken. Ok, das konnte ich aushalten, wenn es so bleiben würde. Doch, natürlich, blieb es nicht so, denn seine Hände wanderten langsam aber stetig nach unten, dann umfasste er heftig meinen Po mit beiden Händen und drückte mich so an seinen Unterleib. Ich erstarrte in der Erwartung auf eine Erektion zu treffen, und schluckte hart, als ich fühlte wie erregt er war. Und wie groß. Scheiße!

Mein Magen zog sich zusammen, wenn ich daran dachte, was nun passieren würde. Würde er mich jetzt hier vergewaltigen? Aber senkte er nur langsam seinen Kopf und verteilte kleine Küsse auf meinen Hals und meinem Schlüsselbein, was mir, zu meiner eigenen Überraschung, kleine Stromstöße durch meine Venen jagte und obwohl es ziemlich kalt war, wurde mir heiß und mein Atem wurde erneut schneller.

Verflucht, ich wollte das so nicht, ich wollte nicht dazu gezwungen werden!

Edwards Duft, fiel mir auf, war einfach unbeschreiblich und jetzt, da ich ihm so nah war, fast unerträglich. Ein männlicher, herber Duft doch mit einer Note Sanftheit darin. Wie Chili mit Schokolade. Der pure Gegensatz.

Schließlich löste ‚mein Trainer‘ seine Umarmung und drückte mir einen letzten kleinen Kuss auf das Schlüsselbein. Erleichtert und doch etwas enttäuscht, da diese doch recht schöne Berührung vorbei war, kletterte ich fix wieder auf festen Boden.

"Sehr gut, Isabella! Du hast dich gut geschlagen für die erste sexuelle Konfrontation, das nächste Mal gehen wir dann etwas weiter, jetzt werde ich dich aber erstmal wieder zu Alice zurückbringen!"