Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 5. März 2010

Kapitel 8

Bella PoV


Dann, wieder in einer unmenschlichen Schnelligkeit, stand er bei Alice und hatte ihr ihren Kopf an den kurzen Haaren nach hinten gerissen. Ein Schrei blieb mir im Hals stecken, als er ihr genüsslich über die Hauptschlagader leckte. Und dann, war er auch schon wieder verschwunden und wir waren alleine in meinem Zimmer.


Verdammt, was war das denn schon wieder? Alice blickte ängstlich zur Tür, durch die Jasper gerade verschwunden war. „Bella, dieser Typ macht mir echt Angst! Was will der nur von mir?" Langsam fuhr sie mit der Hand über ihren Hals, über die Stelle die eben Bekanntschaft mit Jaspers Zunge gemacht hatte und verharrte so. „Ich mein’ wenn er nicht so beängstigend wäre fände ich ihn total süß! Aber irgendwie hat er was Psychopathisches an sich, echt zum Gruseln! Und was sollte diese Bemerkung über seinen Bruder?"
Ich zuckte mit den Schultern. „Alice, keine Ahnung und ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht wissen!"
Wir machten uns über unser Essen her, es schmeckte erstaunlicherweise köstlich und während wir aßen, merkten wir wie ausgehungert wir doch waren. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal was gegessen? Vor 10 Jahren? Schnell war alles verputzt und eine bleierne Müdigkeit überfiel mich fast augenblicklich, Alice ging es wohl nicht anderes denn sie stand auf und taumelte zum Bad aber an der Tür hielt sie inne und drehte sich zu mir um.
„Bella, ich…äh also…würde es dir was ausmachen wenn ich bei dir bleibe? Ich möchte nicht alleine schlafen!"
Ich rückte schwankend rüber zur Wand um ihr Platz in meinem Bett zu machen.
„Klar, Süße, kein Problem! Ich will auch nicht alleine bleiben!" gab ich zu. Der Gedanke ängstigte mich.
Sie tapste zu mir rüber, legte sich neben mich und wir beide kuschelten uns aneinander. Es war unglaublich, in der kurzen Zeit die wir zusammen verbracht hatten, war mir Alice schon richtig ans Herz gewachsen. Sie war so ein liebes Mädchen und hatte es bei Leibe nicht verdient, in so eine Hölle geworfen zu werden!
Und ich, ehrlich gesagt auch nicht.
Ok mein Leben war vor dieser Farce hier auch kein Zuckerschlecken, aber immerhin hatte ich mir immer das wichtigste für mich bewahrt, meine Freiheit! Immer, soweit ich denken konnte, auch dann noch als meine Eltern lebten, hatte ich meine Freiheit. Und jetzt war mir auch noch diese genommen worden! Ich war eine Gefangene, eine Sklavin!
Ich hatte nichts mehr, ich war leer, nur dieses zerbrechliches kleine Wesen neben mir lies mich durchhalten. Wir mussten hier raus, um jeden Preis! Und noch einmal ließ ich meine übermüdeten Augen durch „mein" Zimmer schweifen, immer auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Wir konnten noch nicht mal hinaus in den Flur, denn in weiser Voraussicht hatte dieser Jasper das Zimmer abgeschlossen.
Meine Augen brannten mittlerweile wie Feuer und ich merkte wie ich in den Schlaf hinüberglitt, aber irgendwas war falsch, ganz und gar falsch! Ich konnte es nicht aufhalten, ich kämpfte dagegen an, das war keine normale Müdigkeit, das war…was anderes. Panisch versuchte ich Alice aufzuwecken.
„Alice, Alice Süße! Wach auf! Hier stimmt was nicht, ich glaube die haben uns irgendwas ins Essen gemischt! Ich fühl mich so komisch!"
Aber sie rührte sich nicht, sie war schon fest am schlafen und keine zehn Pferde würden sie jetzt wach bekommen. Mein Magen verknotete sich und mir brach der Schweiß aus, was sollte ich jetzt tun? Wir wären komplett ausgeliefert! Mit letzter Kraft versuchte ich aus dem Bett zu kommen und schaffte es mit Ach und Krach.
Was war hier nur los? Warum taten sie uns das an!?
Meine Beine fühlten sich wie Wackelpudding an, mein Schädel drohte zu explodieren als ich versuchte zur Tür zu kommen, doch das Mittel war stärker als ich und meine Beine knickten mir einfach unter meinem Körper weg. Hart schlug ich auf den Teppichboden auf, ehe mich wieder diese schon vertraute Schwärze umfing.



<*~*>






„Isabella….Isabella…" von irgendwo her hörte ich diese wunderbare, seltsame Stimme die meinen Namen rief, doch ich konnte nichts sehen, mein Geist war im Nebel gefangen. Verbissen bemühte ich mich ihn abzuschütteln, aber je mehr ich kämpfte desto mehr schien mich der Nebel einzulullen. Doch diese Stimme lies mich nicht los, sie schien ganz nah zu sein.
„Isabella….wach auf, du musst aufwachen!"
Es war die Stimme eines Engels, ganz eindeutig. Genauso musste es sein, so einen wundervollen Klang konnte keine menschliche Stimme erzeugen. So rein und melodisch und doch eindeutig männlich. Ich wünschte der Engel, nein, mein Engel würde noch einmal zu mir sprechen, noch einmal wollte ich diesen süßen, himmlisch männlichen Klang hören.

„Isabella…wenn du nicht aufwachst sehe ich mich gezwungen Aro zu konsultieren!" verkündete dieses wunderbare Wesen und, bitte, DAS wirkte wie ein Eimer eiskaltes Wasser auf meinen vernebelten Verstand und ich schlug in blanker Panik die Augen auf.

Nein! Nicht der perverse Psychodoc!

Das erste was ich sah war das gleißende Licht einer Zimmerdecke, die mich so stark blendete, dass ich die Augen direkt wieder zukniff. Als ich einen zweiten Versuch wagte, war ich so schlau und blickte etwas tiefer, nicht direkt wieder in die verflixte Lampe.

Endlich registrierte mein Verstand, dass jemand neben mir auf dem Bett saß. Moment mal! Wie komme ich in ein Bett? Und das schlimmste: Es war nicht mein Bett. Ängstlich blickte ich auf die Person die auf der Bettkante saß. Er war doch tatsächlich dieser unheimlich schöne Typ von gestern Abend, der, mit diesen wunderbaren grünen Augen. Und jetzt, wo er mir so nah war, sah er noch tausendmal besser aus. Überirdisch! Er hatte ein schwarzes Hemd und Jeans an, die obersten Knöpfe des Hemdes waren nicht zugeknöpft und offenbarten eine makellose, haarlose Brust, die wie aus Alabaster gemeißelt wirkte. Seine bronzefarbenen Haare standen verwuschelter den je von seinem Kopf ab und es glitzerten kleine Wassertröpfchen darin, als hätte er gerade geduscht.

Göttlich!

Unwillkürlich entfuhr mir ein Schmachtseufzer, er war einfach perfekt. Verdammt, was dachte ich mir nur? Ich wusste gar nicht wie dieser Typ drauf war, geschweige denn warum er mich aus meinem Zimmer „entführt" hatte und was er jetzt mit mir vorhatte…

Er lächelte mich an und es war das gleiche „Raubtierlachen" welches auch Jasper drauf hatte. War das etwas sein Bruder? Seine Stimme war wunderbar, genauso wie ich sie im Nebel vernommen hatte. Samtweich, tief und süß: „Da bist du ja wieder, Isabella! Du hast mich ganz schön erschreckt! Weißt du das?"

Er fuhr mir mit den Fingerspitzen über die Wange und weiter in Richtung Hals. Über meiner Halsschlagader machte er schließlich halt und blickte mir tief in die Augen. Ich fühlte mich wie gelähmt, wie das Kaninchen das in die hypnotisierenden Augen einer Schlange blickte. Er beugte seinen Oberkörper vor und kam näher.

Ich hielt ganz still, ich konnte mich nicht entscheiden ob ich schreien und versuchen sollte wegzulaufen, oder ob ich mich hinlegen, die Arme öffnen und einfach schreien sollte: „Nimm mich!"

Doch mir blieb keine Zeit zum überlegen, während mein Verstand noch mit meiner Libido kämpfte kam sein Mund immer näher an mein Gesicht und berührte schließlich meine Schläfe und in meinem Körper breitete sich fast augenblicklich eine angenehme, wohlige Wärme aus. Er wanderte mit kleinen, feuchten Küssen mein Gesicht hinunter und knabberte schließlich an meinem Ohrläppchen. Gott, es fühlte sich so gut an, so voller Leidenschaft.

„Bella…oh Bella, das ist es! Ich will dich so sehr, dass es schmerzt!" hauchte dieser Wahnsinnstyp mir ins Ohr, schlagartig bekam mich eine gewaltige Gänsehaut!

Was wollte er so unbedingt? Mein Blut? Mein Leben oder meinen Körper?

Das war doch verrückt so was passiert doch nicht einfach so! Und dennoch spürte ich seinen samtenen Mund ganz deutlich an meinem Hals. Ich wollte gerade etwas sagen aber da packte er mich plötzlich an meinen Haaren und bog meinen Kopf zurück, genauso wie Jasper es heute bei Alice gemacht hatte.

Ich stöhnte vor Schmerz auf. "Das ist erst der Anfang, Liebes!" verkündete er unheilvoll und entblößte zwei lange scharfe und sehr spitze Fangzähne. Ehe ich reagieren, ja nur annähernd einen Gedanken fassen konnte, vergrub er diese in meiner Halsschlagader und ein scharfer Schmerz durchfuhr mich sogleich und lähmte mich.

„Bella, Bella! Hör auf zu schreien und wach auf!" hörte ich Alice’ Stimme ganz nah bei mir und schnell schlug ich die Augen auf. Wir waren in meinem Zimmer und ich lag auf dem Boden, Alice saß neben mir und hatte meine Schultern gepackt. Sie rüttelte an mir.

Verwirrt schüttelte ich den Kopf „Alice, was ist passiert? Wwo…ist der Engel hin?"

Jetzt war es an Alice verwirrt zu schauen. „Welcher Engel denn Bella? Hier war kein Engel, hier war niemand. Ich habe dich auf dem Boden liegend gefunden. Du musst gestürzt sein, du hast nämlich eine Schramme am Knie."

Sie deutete auf mein rechtes Bein und tatsächlich war das Knie aufgeschlagen und ein dünnes Rinnsal Blut sickerte fröhlich mein Knie herunter. Also hatte ich das alles nur geträumt? Das mit Mr. düster und sexy? Zum Teil war ich erleichtert und zum Teil aber auch enttäuscht. Denn das Kribbeln welches ich tief in mir gespürt hatte, hatte sich so lebendig angefühlt.

„Oh Bella, ich habe geschlafen wie eine Tote, normalerweise habe ich einen ganz leichten Schlaf und wache bei jeder Kleinigkeit auf, aber ich habe überhaupt nichts mitbekommen. Gar nichts! Komisch , oder? Ob es an dem krassen Tag gestern lag? Ich hab echt Angst, irgendwas stimmt doch nicht!"

Also hatte ich den Teil mit dem Schlafmittel nicht geträumt, dieser Teil war durchaus real.

Ich rappelte mich hoch „Ich glaube sie haben uns gestern Abend Schlafmittel ins Essen gemischt! Damit wir nicht versuchen abzuhauen." Schnaubend machte ich eine ausholende Geste die den Raum umfassen sollte. „Also ob wir aus dieser Festung fliehen könnten! Die haben bestimmt noch jede Menge Security um das Gelände hier. Verdammt noch mal, wir wissen rein gar nichts! Noch nicht mal in welchen Bundesstaat wir sind!"

Just hatte ich den Satz beendet als auch schon die Tür aufgeschlossen wurde und Esme den Raum betrat, tadellos und perfekt gekleidet wie schon am Vortag. „Guten Morgen ihr Lieben! Wie habt ihr geschlafen? Ich nehme an tief und fest, wie Babys!"

Ich konnte nicht mehr an mich halten und geigte dieser Gans jetzt mal meine Meinung.

„Gut geschlafen? Ja, das trifft es ziemlich genau, denn um ein Haar wären wir nicht mehr aufgewacht. Sie haben uns betäubt, indem Sie uns Schlafmittel ins Essen gemischt haben! Ist es nicht so, Esme?"

Ich sprach sie absichtlich mit ihrem Namen an, denn Namen bedeuteten Macht, das hatte ich früher schon gelernt und es verfehlte auch nicht seine Wirkung, denn sofort widmete sie mir ihre ganze Aufmerksamkeit.

Sie machte einen Schritt auf mich zu und streckte die Arme nach mir aus, anscheinend wollte sie mich umarmen, aber ich war nicht bereit schon wieder meine Individualdistanz aufzugeben und wich zurück. Seufzend ließ sie ihre Arme wieder sinken. Sie seufzte.

„Bella, Alice, ihr versteht da was völlig falsch! Wir wollten euch Ruhe verschaffen, ihr solltet euch mal richtig entspannen nach diesem aufregenden Tag gestern. Wir haben euch das ermöglicht, einen geruhsamen, tiefen, traumlosen Schlaf!"

Traumlos? Naja, dass hatte zumindest bei mir nicht funktioniert und wieder musste ich an diesen völlig absurden, durch starke Medikamente hervorgerufenen Traum denken. Diese durchdringenden grünen Augen, dieses perfekte Gesicht, aber dann fiel mir ein das er mich gebissen hatte und mein Blut trinken wollte. Wütend verbannte ich die Gedanken an Mr. Dracula und diesen verrückten Traum und konzentrierte mich wieder auf die Psycho Lady vor mir.

„…deshalb macht ihr euch jetzt erstmal frisch, geht frühstücken und kommt dann bitte in Carlisles Büro. Laurent wird euch in den Frühstücksraum führen und euch das Prozedere dort näher erklären."

Entsetzt tauschten Alice und ich Blicke aus, wir alleine mit einem Mann? Ich traute denen nicht weiter als meine Nase reichte, erstrecht nicht nach dieser demütigenden „Untersuchung" und der Schlafmittel Aktion.

„Ähm…Esme.." setzte ich an, aber weiter kam ich nicht denn sie fiel mir direkt ins Wort. „Es besteht kein Grund zur Besorgnis, Mädchen. Laurent ist absolut loyal und vertrauenswürdig des Weiteren ist er ein Eunuch und hat keinerlei sexuelle Bedürfnisse mehr. Ihr könnt ganz beruhigt sein, er ist euer persönlicher Schutzengel und wird immer ein Auge auf euch haben, wenn ich gerade nicht in der Nähe bin! Und jetzt Hopp Hopp, ihr Süßen!"

Damit war sie wieder durch die Tür gerauscht und hinterließ eine Wolke von süßem Parfüm. Alice schnaubte „Schutzengel? Kerkermeister trifft es wohl besser!"

Als wir gerade fertig waren, klopfte es kurz an die Tür und gleich darauf trat der dunkelhäutige Laurent ein, unser „Schutzengel", meine Güte, die hatten hier echt ein Talent dafür die Tatsachen zu verdrehen, oder hatten wir „Gegeteiltag"? Ich kam immer noch nicht darüber hinweg, dass dieser Mann kastriert war, nur damit er auf uns „aufpassen" konnte wie in einem orientalischen Harem.

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