Kurzbeschreibung

Was wäre, wenn du dir ein Leben voller Wärme, Geborgenheit und Freude vorgestellt hättest, ein Leben mit liebevollen Eltern und den besten Freunden auf der ganzen Welt. Was wenn die Realität aber eine ganz andere ist? Die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deine Freunde dich nur ausgenutzt haben. Mein Leben hatte schon lange seinen Glanz verloren. Aber dann wurde alles nur noch schlimmer. Der Tag an dem ich zu Carlisle Cullen verschleppt wurde, war der Tag, an dem meine Seele endgültig starb.

Freitag, 19. März 2010

Kapitel 10

Bella PoV

„Alice, Isabella, schön dass ihr da seid, wir drei haben ein paar wichtige Dinge zu klären!“ sagt er mit einem diabolischen Ausdruck in seinen eisigkalten Augen.
Meine Kehle schnürte sich zu, und ich bekam kaum noch Luft. Wir waren ganz alleine mit diesem Monster und niemand würde uns retten, schreien brachte keinen Sinn, uns würde eh keiner hören und wenn doch würde denen wahrscheinlich noch einer abgehen.

Carlisle grinste immer noch so hämisch. "Mädchen", er deutete auf die beiden Stühle vor seinem Schreibtisch "bitte setzt euch doch!". Hastig, weil wir seinen Zorn nicht erregen wollten, folgten wir seiner Anweisung und nahmen auf den schwarzen, lederüberzogenen Stühlen, Platz. Während er in einer Akte blätterte richtete er das Wort an mich ohne aber seinen Blick zu heben.

"Isabella, deine Werte sind ja soweit in Ordnung und um den Magnesiummangel wird sich ja auch schon gekümmert. Sehr gut, sehr gut. Dennoch sollten wir das immer noch im Auge behalten, Gesundheit ist hier, dass wisst ihr ja bereits, dass A und O. Nun, damit euch die Tage und Nächte nicht zu lang werden möchte ich, dass ihr beide jeder eine Aufgabe hier im Club übernimmt und dann werden wir euch nach und nach die komplette Ausbildung zukommen lassen. Ich weiß, dass du früher in einer Bar gearbeitet hast, was hälst du davon wenn wir dich hier auch erstmal hinter die Theke stellen? Du kannst dort Demitri zur Hand gehen."

War das jetzt ein Scherz? Ich musste nur Drinks mixen?

Soweit so gut, den Barkeeper konnte ich ohne weiteres spielen, dennoch war ich gleichzeitig überrascht und auch ermesslich erleichtert so eine Aufgabe zu bekommen, aber was meinte er mit "kompletter Ausbildung"? Ehe ich meinen Gedanken zu Ende führen konnte sprach er auch schon weiter während er unermüdlich in den Akten blätterte und hier und da eine Notiz dazu fügte.
"Die komplette Ausbildung, meine Lieben, besteht aus dem gesamten Bereich Bar und Service, den ihr ja jetzt schon kennenlernen werdet. Tänzerische Ausbildung, Verhalten während des Nährens, sowie die Ausbildung in den Liebeskünsten. Für den letzen Bereich werdet ihr einen Trainer bekommen, der euch unterweisen wird." Endlich schlug er die Akten zu und blickte Alice an.

Die Ärmste wurde immer kleiner auf ihrem Stuhl, dieser Carlisle schien sie mit seinem Blick durchbohren zu wollen. "Alice, du wirst das Service Team verstärken und nachmittags sowie abends in unserem Etablissement unseren Gästen an ihren Tischen aufwarten."

Was in ihrem Kopf vorging konnte ich nur erahnen, denn sie nickte nur und hatte die Augen vor Angst soweit aufgerissen, dass ich mich sorgte, sie könnte auf der Stelle in Ohnmacht fallen. Dennoch war ich ebenfalls erleichtert dass sie nichts "Schlimmeres" machen musste.

"Fein", er klopfte auf die Akten und verstaute sie dann anschließend in einem Safe in der Wand. "Dann hätten wir das ja soweit geklärt, ich werde in regelmäßigen Abständen mit Esme und euren Trainern Rücksprache halten, damit wir eure Fortschritte im Auge behalten können." Leitete er etwa das Ende des "Gespräches" ein? Ich betete verzweifelt darum, bisher hatte er uns nichts angetan aber dieser Carlisle war unberechenbar wie ein Kampfhund der plötzlich ausrastet und zwar dann wenn man es am wenigsten erwartet.

Ich konnte einfach dieses Bild nicht aus meinem Gedächtnis verbannen, Jessica auf Knien vor ihm und die mörderische Wut in seinen kalten, schwarzen Augen. Verzweifelt kämpfte ich um Haltung als er, wie ein Raubtier, sich an mich ran pirschte. Jeder Schritt, jede Bewegung war pure Berechnung seinerseits, zumindest kam es mir so vor. Kurz bevor sich unsere Schuhspitzen berührten stoppte er und blickte mir in die Augen.

"Keine Angst, meine Schöne ich möchte nur eine kleine Kostprobe! Wir wollen ja nicht dass unsere Kunden die Katze im Sack kaufen" er lachte lauthals.

Gott, der Typ konnte über seinen eigenen Witz lachen, dennoch rätselte ich darüber nach was er meinte mit Kostprobe? Wovon? Von meinem Blut? Weitere Gedanken konnte ich mir nicht machen, denn Carlisle packte meine Haare und bog meinen Kopf schmerzhaft nach hinten. Ich betete um Demut und Kraft als ich seine eiskalten Lippen auf meinen spürte. Er rammte seine Zunge zwischen meine Lippen und ich hatte das Gefühl eine schleimige Kreatur aus einem dunklen Schlammloch im Mund zu haben, ich hatte Mühe nicht zu würgen.

Als er endlich von mir abließ, leckte er sich über die Lippen. "Wahrliche Isabella, wahrlich." Sagte er nur, was immer das auch heißen mochte, aber seine schwarzen Augen glühten. Ich blickte beschämt und gedemütigt auf den Boden und suchte verzweifelt ein Loch, in das ich versinken konnte.

Schließlich wiederholte er die gesamte Prozedur auch noch bei der armen Alice. Die danach noch verstörter wirkte, als vorher schon.

Es ist ja sowas von demütigend, menschenunwürdig! Wir wurden behandelt wie Vieh, das zum Verkauf bestimmt war. Die einzige Frage die noch zu beantworten war, war wann. Kaum hatte Carlisle von Alice abgelassen da wurde schwungvoll die Bürotür geöffnet und Esme kam, tadellos gekleidet, mit einem Handy am Ohr ins Büro gerauscht.

"Das verstehe ich nicht James und ehrlich gesagt bin ich da nicht im Thema drin, aber ich erwarte von dir dass du das Problem löst!" Damit legte sie auf und blickte freudestrahlend in die Runde.

"Carlisle, meine Lieber! Wie weit seid ihr denn hier?"

Carlisle ging lächelnd auf Esme zu und küsste sie auf den Mund. Der hatte wohl mit nichts ein Problem! Gerade hatte er Alice und mir seine eklige Zunge in den Hals gesteckt und jetzt knutscht er seine Frau ab! Eiskalt, der Typ.
"Wir sind soweit durch, ich habe den Mädchen ihren Ausbildungsplan erklärt und ihre Aufgaben für die nächste Zeit. Wir brauchen jetzt nur noch ihre Trainer zu bestimmen!"

Esme klatschte in die Hände. "Oh wunderbar, ich wüsste auch schon wer sich gerne zur Verfügung stellen würde!"

"Wer?"entschlüpfte es mir vor lauter Angst.

Kaum hatte ich dieses Wort ausgesprochen spürte ich einen heftigen Schmerz auf meiner Wange, mein Kopf flog zur Seite und ich dachte der ganze Schädel würde explodieren. Betreten hielt ich meine Wange, während mir vor Schmerz die Tränen in die Augen traten. Carlisle ließ langsam seine Hand sinken und starrte mich mit eiskaltem Blick an.

"Du sprichst nur wenn du dazu aufgefordert wist!" herrschte er mich an.

Dann wandte er sich wieder seiner Frau zu."An wen hast du da gedacht, Liebling?"

Esme kicherte wie ein kleines Mädchen als ob nichts passiert wäre. Meine Güte, die waren sowas von krank!

"Also für Alice dachte ich an James und für Isabella war ich eigentlich für Felix, aber ich glaube sie braucht noch ein bisschen mehr Erziehung. Was hälst du von Edward für Isabella?"

Die zwei redeten über uns als ob wir gar nicht im Zimmer wären, wir wurden wie Objekte behandelt. Wie Lustobjekte! Carlisle rieb sich das Kinn.

"Edward mmh? Hast du ihn gefragt? Normalerweise ist er ja nicht im Ausbilderpool. Aber du hast recht, er könnte der richtige für Isabella sein! Na gut, so Lange er einverstanden ist, habt ihr meinen Segen und jetzt raus, ich hab noch zu tun!"

Das ließen wir uns nicht zwei Mal sagen und wollten schon durch die Tür schlüpfen, da hielt er uns noch einmal zurück. "Ach ja, Mädchen", begann er und blätterte schon wieder in irgendwelchen Akten. "Wenn du versuchst zu fliehen Isabella, dann werde ich Alice töten und Alice, solltest du versuchen zu fliehen dann werde ich Isabella töten! Danke, dass war's!"

Danke, das war's? Spinnt der? Ja, klar spinnt der, das war eine rhetorische Frage aber uns mit unserer Freundschaft zueinander zu erpressen, das ist echt unterste Schublade! Uns es so eiskalt zwischen Tür und Angel, im wahrsten Sinne des Wortes, vor die Füße zu knallen war echt unglaublich. Alice kaute auf ihrer Unterlippe.

"Bella, ich habe Angst! Und besonders große Angst habe ich vor diesem James, was glaubst du haben die mit uns vor und wer ist dieser Edward? Hast du ihn schon mal gesehen?"

Ich hockte mich im Schneidersitz auf mein Bett. "Nein, Alice. Ich habe keinen blassen Schimmer wer das sein soll, aber denk immer daran, dass die uns unversehrt haben wollen, er wird dir nicht wehtun," bevor ich zu Ende sprechen konnte hörten wir einen Tumult vor der Tür.

Etwas wurde gegen eine Wand geschleudert und dann hörten wir eine wütende, männliche Stimme, die wir aber bereits kannten.

Jasper.

"Was soll das heißen du trainierst sie, James? Sie gehört mir! Ich schwöre dir bei Gott, wenn du sie nur einmal anfasst mit deinen schmierigen Fingern, dann reiß ich dir deine Gedärme raus und brate sie in der Pfanne!"

Was James antwortete konnten wir nicht verstehen, denn er sprach viel leiser und dann hörten wir einen dumpfen Schlag und gleich darauf, das schmerzvolle Jammern von James. So ein Weichei! Aber unsereins den Harten markieren

"Bella haben die sich etwa um mich geprügelt? Warum? Was will dieser Jasper nur von mir?" fragte Alice angstvoll.

"Ich denke schon. Und ich kann es dir auch nicht sagen, aber warte ich schau mal nach was draußen los ist."

Todesmutig schlich ich zur Tür und versuchte zu horchen aber der Tumult hatte sich schon wieder gelegt und es war still auf dem Flur, mutig wagte ich einen Blick nach draußen. Nachdem Carlisle uns erklärt hatte, was auf uns wartete wenn wir versuchten zu fliehen wurde unsere Tür nicht mehr verschlossen. Warum auch? Wir hatten ja den besten Grund hierzubleiben! Wir wollten für keinen Mord verantwortlich sein!

Noch immer konnte ich nicht glauben was uns hier angetan wurde! Kaum hatte ich die Tür einen Spaltbreit geöffnet fand ich mich Auge in Auge mit diesem wunderschönen Mann vom Vortag wieder, der Mann aus meinem Traum. Mein Herz schlug wie wild.

„Isabella, es wäre nett von dir wenn du die Tür ganz aufmachst und ich eintreten könnte."

Schlagartig bekam ich eine gewaltige Gänsehaut, sogar die kleinsten Härchen stellten sich im Nacken auf. Diese Stimme! Es war exakt die gleiche Stimme wie aus meinem Traum. Das konnte ich doch gar nicht wissen, ich hatte ihn bisher niemals sprechen hören! Unheimlich war das, wirklich unheimlich. Wie war so was möglich?

Perplex öffnete ich die Tür und der Mann trat ein. Er reichte mir die Hand, während wir ihn kritisch beäugten, mochte er auch noch so gut aussehen und einen auf "nett" machen, er war immer noch der Feind.

„Isabella, Alice", er nickte kurz in ihre Richtung, „ich bin Edward!"

Ach du Scheiße! Edward?? DER Edward? Der Edward der mich „trainieren" sollte? Der Edward mit dem ich schlafen sollte? Meine Knie wurden weich, dennoch ergriff ich seine Hand und spürte sofort als ich ihn berührte ein Kribbeln, das durch meinen Körper ging, schnell zog ich meine Hand wieder zurück.

Er lächelte mich an und zeigte zwei Reihen von strahlend weißen Zähnen, sein Lächeln wirkte wie das von einem Raubtier, das seine Beute in die Enge getrieben hatte und unmittelbar zum tödlichen Sprung ansetzte. „So Isabella, wir werden ja demnächst ziemlich viel Zeit miteinander verbringen, ich denke wir sollten uns schon mal beschnuppern. Kommst du? Lass uns etwas spazieren gehen!"
Ungläubig starrte ich auf die Hand die er mir entgegenhielt und zaghaft lies ich meine Hand in seine gleiten.

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